Bergrettung Böhmerwald stand in den Weihnachtsferien im Dauereinsatz
ULRICHSBERG/BÖHMERWALD. Die Bergrettung Böhmerwald war in den letzten Tagen ungewöhnlich häufig im Einsatz. Zum Pistenrettungsdienst in den Ferien kamen die Bergung von verletzten Wanderern und Suchaktionen.
„So geballt wie heuer haben wir es noch nie gehabt“, bestätigt Ortsstellenleiter Reinhold Petz die enorme Einsatzdichte, die sein Team auf Trab gehalten hat: „Fast durchwegs traumhaftes Wetter, super Schnee, Top-Pisten und ein voll ausgelastetes Skigebiet am Hochficht forderten uns in den Weihnachtsferien massiv.“ Schon kurz vor Silvester ging es los: Nach einem herausfordernden Pistenrettungsdienst mit sieben Verletzten an einem Tag gab es spätabends die nächste Alarmierung und 14 Bergretter machten sich gemeinsam mit Polizei, Drohne und Hubschrauber mit Wärmebildkamera in Oberschwarzenberg auf die Suche nach einer verirrten Person. Kurz vor Mitternacht, bei minus zwölf Grad, konnte die Wanderin unterkühlt, aber ansonsten unverletzt gefunden werden. „Ich dachte nicht, dass mich heute noch jemand findet. Ich dachte, ich muss hier sterben“, war sie ihren Rettern sehr dankbar.
Am Silvestertag sowie zu Neujahr rückte die Bergrettung Böhmerwald erneut zu Personenbergungen und Suchaktionen aus. Besonders herausfordernd war der Einsatz im Dreiländereck beim sogenannten Goldsteig, wie Reinhold Petz berichtet: „Die Bergung erfolgte aus einem steilen, felsdurchsetzten Hohlweg, ehe wir die verletzte Person auf verschneitem, steilen Terrain nach unten bringen konnten. Das alles bei Stockfinsternis im Böhmerwald.“ Dazwischen versorgte die Pistenrettung in den Weihnachtsferien insgesamt 75 verletzte Personen und auch einen verletzten Hund.
„Alle Einsätze konnten positiv abgeschlossen werden“, resümiert Petz und weist auf die gute Zusammenarbeit aller Blaulichtorganisationen auch über die Grenze hinaus hin. Dankbar ist er auch seiner „tollen Mannschaft“ bei der Bergrettung Böhmerwald, die derzeit aus 36 ehrenamtlich tätigen Leuten besteht.
Rücksichtnahme zählt
Wichtig beim Aufenthalt und Sport in der Natur sei Rücksichtnahme auf die eigenen Fähigkeiten und auf andere, ergänzt der Ortsstellenleiter. „Leider kommt es auf der Skipiste laufend zu Kollisionsunfällen mit schweren Verletzungen. Auch Fahrerflucht kommt vor – das ist eine Straftat, die richtig teuer werden kann“, macht Petz aufmerksam. Bei einem Unfall also unbedingt die Bergrettung rufen und die verletzte Person niemals alleine zurücklassen.
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