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Essensfahrer trotzen Schnee und Eis: „Wir haben noch jedem das Essen geliefert“

Martina Gahleitner, 20.01.2026 11:41

BEZIRK ROHRBACH. Unzählige Freiwillige sind im Bezirk unterwegs, um älteren Menschen täglich eine warme Mahlzeit zu bringen. Schlechtes Wetter kann sie dabei nicht ausbremsen.

  1 / 2   So wie hier das Team aus Pfarrkirchen mit Bgm. Hermann Gierlinger (l.) sind im ganzen Bezirk ehrenamtliche Essensfahrer unterwegs. (Foto: SOM)

„Mit dem Allrad ist es kein Problem, da komm ich fast überall hin“, sagt Franz Meisinger, der für den Sozialkreis Sarleinsbach Essen ausfährt. Seine Tour führt ihn bis auf 800 Meter Seehöhe, nach Mitternschlag, Atzesberg, Ameisberg. „Ich bin hier aufgewachsen und habe hier auch Autofahren gelernt“, weiß er selbst mit schwierigen Bedingungen, wie sie kürzlich geherrscht haben, umzugehen. Spannender war da das Glatteis, „da muss ich halt für den Weg zum Haus die Eisschützen-Ausrüstung anlegen“, erzählt er. An die 400 warme Mahlzeiten bringen die aktuell zwölf Fahrer für Essen auf Rädern jeden Monat zu den Leuten. „Sie müssen bei jedem Wetter fahren, egal ob es regnet, stürmt oder schneit. Und sie machen das alles ehrenamtlich, denn es gibt nur eine kleine Aufwandsentschädigung für die Fahrten“, ist Sabine Rubasch, Leiterin des Sozialkreises Sarleinsbach, dankbar.

Viel mehr als Essen

Pfarrkirchens Bürgermeister Hermann Gierlinger, stellvertretender Obmann des Sozialsprengels Oberes Mühlviertel (SOM), weiß um die Bedeutung des Angebots. Er ist selbst als Essensfahrer unterwegs, seit dieses 2008 in seiner Gemeinde gestartet hat. „Wir bringen nicht nur Essen zu den Menschen, es sind die Kontakte, die so wertvoll sind und auch unseren Einsatz bereichern und diese Aufgabe so schön machen“, sagt Gierlinger.

Den Herausforderungen bei den Fahrten auch in die entlegensten Ortschaften stellt er sich – so wie alle seine Mitstreiter – gerne. „Manchmal ist es schon schwierig, überall hinzukommen. Aber wir haben noch allen ihr warmes Essen gebracht. Wir in Pfarrkirchen haben mal einen Herrn beliefert, der komplett in Alleinlage gewohnt hat. Da ist es schon vorgekommen, dass ich die letzten paar hundert Meter zu Fuß mit der Box hinübergestapft bin.“ Für ihn sind das bleibende Erinnerungen, „vor allem, weil man die Dankbarkeit spürt, die einem entgegengebracht wird.“


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