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Freihandelsabkommen Mercosur: Griff zu heimischen Lebensmitteln ist wichtiger denn je

Martina Gahleitner, 20.01.2026 06:19

BEZIRK ROHRBACH. Nach dem beschlossenen Freihandelsabkommen der EU mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten ist der bewusste Griff zu heimischen Lebensmitteln umso wichtiger. Rohrbachs Bezirksbäuerin Michaela Märzinger weiß, worauf Konsumenten achten sollten.

Das AMA Gütesiegel, das AMA Biosiegel oder das Gütesiegel Gutes vom Bauernhof bestätigen 100 Prozent österreichische Qualität. (Foto: Tobias Schneider-Lenz)

Die Landwirtin aus Nebelberg verweist gleich auf das AMA-Gütesiegel: „Da ist 100 Prozent Österreich drin – von der Geburt und der Verarbeitung bis zur Verpackung.“ AMA-Betriebe und AMA-Biobetriebe müssen sich an Auflagen halten, die streng kontrolliert werden. „Man kann sich auf das Gütesiegel also wirklich verlassen“, betont Michaela Märzinger. Anders sei das bei der rot-weiß-roten Fahne. „Da steht zwar Qualität aus Österreich drauf, aber das sagt nichts aus. Es kann sein, dass ausländisches Fleisch, Obst oder Gemüse nur in Österreich abgepackt wurde.“ Auch in Eigenmarken der Supermärkte können AMA-Gütesiegelprodukte enthalten sein, allerdings „kann sich das jederzeit ändern. Deshalb muss man immer wieder aufs Neue schauen, ob das Gütesiegel drauf ist.“

Hohe Produktionsstandards

Generell ist Märzinger über Eigenmarken nicht glücklich, weil diese den Preis bei landwirtschaftlichen Produkten drücken. Das gilt auch für das Handelsabkommen. „Wir Landwirte produzieren unsere Produkte unter strengen Auflagen und nach höchsten Standards – und wir machen das gerne. Aber es kann nicht sein, dass im Supermarkt gleich daneben genmanipuliertes Rindfleisch liegt, das viel billiger angeboten wird. Der Konsument muss sich bewusst sein, dass der Griff ins Regal bestimmt, wer den Produktionsauftrag bekommt“, macht die Bezirksbäuerin deutlich. Der Preis dürfe nicht der wichtigste Faktor beim Lebensmitteleinkauf sein.

Herkunftskennzeichnung notwendig

Märzinger fügt an, dass in vielen EU-Ländern die Forderung nach einer europäischen Herkunftskennzeichnung laut wird, „denn die Leute müssen wissen, woher die Lebensmittel kommen. Da sind allerdings noch viele Verhandlungen notwendig.“Hannes Royer, Gründer von Land schafft Leben, sagt dazu: „Das argentinische Steak wird uns nicht im Kühlregal im Supermarkt begegnen, sondern oft anonym auf dem Teller im Restaurant. Der brasilianische Zucker versteckt sich häufig in verarbeiteten Produkten. Das verdeutlicht einmal mehr, was längst überfällig ist: Wir brauchen eine durchgängige, verpflichtende Herkunftskennzeichnung.“


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