Biokompetenzzentrum Schlägl erforscht neue Wege in der Landwirtschaft
AIGEN-SCHLÄGL.Zukunftsfähige Lösungen für den regionalen Biolandbau entstehen im Biokompetenzzentrum Schlägl. Das Spektrum ist breit gefächert – gleich ist jedoch allen Projekten, dass Theorie und Praxis, Versuche und Forschung Hand in Hand gehen. Die Nähe zur Bioschule trifft sich da natürlich gut.

Momentan läuft ein Projekt über neue Wege in der Landwirtschaft: Als Pilotbetrieb der Innovation Farm widmet sich das Biokompetenzzentrum intensiv den Möglichkeiten digitaler Anwendungen. Mithilfe einer Agrardrohne wurde beispielsweise eine Zwischenfruchtmischung direkt über den Schlägler Roggen auf den Versuchsflächen, die das Stift Schlägl zur Verfügung stellt, ausgebracht.
„Das könnte für unsere Biolandwirte wirklich interessant werden“, sagt Astrid Schauer, eine der fünf wissenschaftlichen Mitarbeitenden im Biokompetenzzentrum, und denkt dabei in erster Linie an den Maisanbau. „Die Drohnensaat kann schnell und effizient noch vor der Haupternte erfolgen, verursacht keine Bodenverdichtung und man ist unabhängig von Boden- und Witterungsbedingungen.“ Auch förderrelevante Vorgaben – etwa die durchgängige Begrünung im Rahmen von ÖPUL – lassen sich mit der Drohnensaat leichter einhalten. Bis Ende 2028 werden dazu weitere Praxiserfahrungen gesammelt.
Theorie trifft Praxis
Vor den Drohneneinsätzen wurde gemeinsam mit den Bioschülern eine Applikationskarte zur standortangepassten Ausbringung erstellt; sie waren auch beim Feldversuch dabei. „Die Schüler lernen bei jedem Versuch fürs Leben. Vor allem geht es darum, offen für Neues im eigenen Betrieb zu sein“, betont Schauer und ergänzt: „Alles, was wir erforschen und herausfinden, kommt den Schülern und den Landwirten zugute.“ Die Bioschüler sind in alle laufenden Projekte aktiv eingebunden – etwa beim Engerling-Monitoring zur Förderung der Biodiversität im Grünland oder bei der Ertragsmessung und Bonitur im Phosphorprojekt. Dabei geht es um die Mobilisierung des im Boden gebundenen Phosphors durch den Anbau von Lupinen, Kleegras oder anderen Ackerfrüchten. „Durch die Auswahl optimaler Pflanzengesellschaften sollen Düngemittel eingespart und die Abhängigkeit der Landwirte von begrenzten Ressourcen verringert werden“, erklärt Schauer.
In enger Zusammenarbeit mit Landwirten, Partnerorganisationen und der Bioschule greift das Biokompetenzzentrum stets aktuelle Themen und Herausforderungen in der Biolandwirtschaft auf, um die Bioregion Mühlviertel fit für die Zukunft zu machen.


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