Vier junge Frauen, die den Alltag im Bezirksaltenheim Lembach bereichern
LEMBACH. Vier Tage in der Woche bekommen die Pflegekräfte im Bezirksaltenheim Verstärkung von Tanja, Laura, Brigitte und Kader. Die vier jungen Frauen sind im Rahmen der Integrativen Beschäftigung hier im Einsatz. Davon profitieren alle Beteiligten.

Den Essenswagen holen und Mahlzeiten servieren, Kaffee machen, Wäsche austeilen, mit den Bewohnern spielen und reden: Es gibt viele Tätigkeiten, die das Arcus-Team im Altenheim Lembach übernimmt. Tanja gefällt das gut: „Ich übernehme Aufgaben, die sonst das Pflegepersonal gemacht hat“, erzählt die Arcus-Kundin, die zuvor in den Altenfeldner Werkstätten und beim Postpartner tätig war. „Am Anfang war es schon eine Umstellung und sehr anstrengend, aber jetzt passt es gut. Und wenn ich mir bei etwas nicht sicher bin, dann frag ich die Kollegen vom Altenheim.“ Besonders freut es sie, wenn es Lob von den Profis gibt – und umgekehrt ist sie beeindruckt, was die Mitarbeitenden alles leisten.
Gut integriert
Seit dem Start im Februar ist das Quartett ein wertvoller Teil des Heimalltags geworden. „Es ist ein Mehrwert für alle“, ist Sandra Winkler, eine der beiden Betreuerinnen der jungen Frauen, überzeugt. „Die Bewohner genießen den Kontakt mit ihnen, weil sie sich Zeit zum Reden nehmen und auch von sich viel erzählen. Und für das Team ist es eine Entlastung.“ Heimleiter Hubert Berndorfer kann das nur bestätigen: „Wir haben sehr gute Erfahrungen gemacht. Nach der Einschulung und anfänglichen Begleitung konnten alle vier rasch und gut in die Abläufe und ins Team integriert werden. Seither begleiten sie den Wohnbereich 1 und erledigen ihre Aufgaben sehr zuverlässig und selbständig.“ Eine Aufnahme in eine dauerhafte Beschäftigung sei durchaus vorstellbar, ergänzt er. Denn Ziel des Inklusionsprojektes ist die Integration in den ersten Arbeitsmarkt.
Arbeit mit Sinn
Das Heim in Lembach, das neben dem Arcus-Team seit gut einem Jahr auch schon pro-mente-Kunden beschäftigt, ist bislang das einzige Bezirksaltenheim des Sozialhilfeverbandes Rohrbach, das auf Integrative Beschäftigung setzt. „In anderen Bezirken ist das schon viel stärker verbreitet“, weiß Magdalena Eidenberger, IB-Koordinatorin beim Arcus Sozialnetzwerk. Nicht ohne Grund: „In der Pflege werden ständig Mitarbeitende gesucht. Und wir haben Kundinnen und Kunden, die Fähigkeiten für diese Arbeiten mitbringen. Sie sind mit großer Freude im Einsatz und sehen, welch sinnvolle Arbeit sie leisten.“ Sie hofft, dass weitere Heime diesem Modell eine Chance geben, auch wenn die Anfangszeit angesichts der vielen neuen Eindrücke und Aufgaben sicher herausfordernd ist.
Kooperationspartner in verschiedensten Branchen
Nicht nur im Sozialbereich funktioniert Integrative Beschäftigung: „Wir haben gute Partner in den verschiedensten Branchen, sind aber immer auf der Suche nach neuen Kooperationsbetrieben, in denen Menschen mit Behinderungen arbeiten können“, sagt Eidenberger. Unterstützung kommt vom Land OÖ, das mit dem Inklusionszuschuss einen finanziellen Anreiz für Unternehmen und Gemeinden schafft. Soziallandesrat Christian Dörfel betont: „Menschen mit Behinderungen gehören in die Mitte unserer Gesellschaft. Unser Ziel ist ein Leben mit so viel Unterstützung wie nötig und so viel Selbstbestimmung wie möglich.“








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