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Grenzgeschichten: Erinnerungen an Deutschlands Gebietsraubzüge im Böhmerwald

Martina Gahleitner, 23.03.2016 11:15

Am 13. März 1938 holte sich Deutschland, wie man damals sagte „Österreich heim ins Reich“. Österreich verlor seine Souveränität, bis es 1945 von den Siegern des Zweiten Weltkrieges wieder seine Freiheit erhielt.

Der sudetendeutsche Freikorpsmann wurde von seinen Kameraden ohne Waffe und Stiefel geborgen.
  1 / 2   Der sudetendeutsche Freikorpsmann wurde von seinen Kameraden ohne Waffe und Stiefel geborgen.

Auch dem damaligen Nachbarstaat Tschechoslowakei erging es 1938 so, aber erst ein halbes Jahr später. Die Tschechen ahnten das und begannen entlang der Staatsgrenze zu Deutschland mit der Errichtung eines militärischen Verteidigungswalles. Zwischen Grenze und Wall entstand dabei eine Region, aus der die Bewohner flohen. Statt diesen sammelten sich darin die Befürworter des Anschlusses an Deutschland, genannt sudetendeutsches Freikorps. Das war eine illegale bewaffnete Organisation.

Freikorps gegen Militär

Dieses Freikorps suchte absichtlich den Kampf mit dem tschechischen Militär, das die Grenze vor den deutschen Eindringlingen beschützen sollte. Dabei kam es häufig zu Kämpfen mit diesem, das sich stets jenseits der Grenze in Sicherheit bringen konnte.

Von einem Freikorpsmann wird erzählt, dass er im Böhmerwald, in der Nähe der Holzmühle bei einem Gefecht schwer verwundet wurde. Seine Freikorpskameraden mussten ihn aber zurücklassen. Erst nach Einbruch der Dunkelheit gelang ihnen die Bergung. Voll Empörung stellten sie fest, dass ihm nicht nur die Waffe entwendet worden war, sondern auch seine Lederstiefel.

Am 1. Oktober 1938 erhielt Deutschland die Erlaubnis von den Westmächten, so wie in Österreich auch in der CSR einzumarschieren. Mit den deutschen Truppen kamen auch die Freikorpsanhänger wie Befreier und wurden gefeiert. So ging der Anschluss des Böhmerwaldes an Deutschland friedlich vor sich. Die CSR wurde hierauf geteilt in den Staat Slowakei und Tschechien in ein Protektorat, das Böhmen und Mähren genannt werden musste. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde mit Österreich auch die Tschechoslowakei erst wieder ein selbstständiger Staat.

Verfasser:Fritz Winkler


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