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22. Auflage des Raiffeisen Granitmarathons ganz im Zeichen einer „Mountainbike-Aufbruchstimmung"

Online Redaktion, 19.05.2024 18:22

KLEINZELL. Bereits zum 22. Mal waren in Kleinzell im Mühlkreis Startschüsse für Mountainbike-Rennen von Kindern und Erwachsenen zu hören. Ein neuer Teilnehmerrekord bei den Kinderrennen und eine hohe Anzahl an erwachsenen Bikern formten ein Mountainbike-Fest vom Feinsten.

Sieger Daniel Geismayr im Ziel (Foto: Mathias Lauringer/soulspacestudios.at)
Sieger Daniel Geismayr im Ziel (Foto: Mathias Lauringer/soulspacestudios.at)

Dem Mühlviertel sagt man nach, ein etwas raues Klima zu haben. Die Böden sind anscheinend karg, die Einwohner mürrisch. Diese Klischees wurden bei der 22. Auflage des Raiffeisen Granitmarathons und der ASVÖ Junior Granit Challenge eindrucksvoll widerlegt.

Beginnen wir beim Wetter: Sonnenschein, leichter Wind, 20 Grad, trocken. Was klingt wie ein Frühlingstag in Barcelona, war das Rennwetter zu Pfingsten in der Mühlviertler Granitlandgemeinde. Mürrisch können die Kleinzeller wohl auch nicht sein, sonst wären nicht 240 Kinder und Jugendliche und 640 erwachsene Mountainbiker nach Kleinzell gekommen. Die Anzahl der Nachwuchsbiker war nur 2019 ähnlich hoch. Matthias Barth, der neue Chef-Organisator der Kinderrennen, geizte nicht mit Superlativen: „Ein großer Dank an alle Kinder und Jugendlichen! Man sieht, das Mountainbike-Sport bei den Kids extrem gut ankommt. Wenn man dann Voraussetzungen schafft, wie wir sie hier auf die Beine gestellt haben, wird das durch viele Kinder, die Spaß am Biken haben, honoriert!“.

Die angesprochenen Voraussetzungen waren vor allem die Hindernisse, Sprünge und technischen Passagen, die die Kids der Klassen U13, U15 und U17 beim Popa-Flo-Technik-Sprint überwinden mussten. Wer hier der schnellste war, sicherte sich einen guten Startplatz beim darauffolgenden Cross-Country-Rennen, dass sich ebenso durch die selektive Strecke der Mountainbike-Arena zog. Orts-, Bezirks-, ASVÖ-Landesmeisterschaften und Gesamtwertungen wurden in den Klassen U7, U9, U11, U13, U15 und U17 ausgetragen. Viele strahlende Gesichter bei der Siegerehrung waren der schönste Lohn für die Arbeit der Organisatoren.

Corona Nachwehen besiegt

Bei den Erwachsenen gestalteten sich die Voraussetzungen in den letzten Jahren schwieriger. Nach Corona kämpften auch die Kleinzeller Organisatoren mit geschrumpften Teilnehmerzahlen. Vergleichbare Mountainbikerennen wurden mittlerweile überhaupt zum Aufhören gezwungen. Mit dem heurigen Raiffeisen Granitmarathon schaffte man in Sachen Teilnehmer jedoch eine klare Trendumkehr. Das vorsichtige Plus an Startern aus dem letzten Jahr konnte klar getoppt werden und so gingen 640 Mountainbiker auf vier verschiedenen Strecken ins Rennen.

Vor allem auf den langen Distanzen gab sich auch die österreichische Mountainbike-Elite keine Blöße. Daniel Geismayr avanciert auf den 90 Kilometer zum neuen Seriensieger in Kleinzell. Der gebürtige Vorarlberger und jetzt „Wahl-Altenfeldner“ gewann den „Raiffeisen Xtreme“ - die Königsdisziplin - zum dritten Mal in Serie – und das in souveräner Manier mit 13 Minuten Vorsprung auf Wolfgang Krenn (AUT). Dritter wurde Andreas Schrottenbaum (GER). Bei den Damen zeigte sich ein ähnliches Bild. Die Favoritin Sabine Sommer brachte ebenso die Schäfchen ins Trockene und siegte 19 Minuten vor der Tschechin Milena Kalasova und Michaela Barz-Herold (GER) auf Platz drei.

Beim Intersport Pötscher Classic über 60 Kilometer konnten sich Lea Kremsreiter (GER) und Daniel Eichmair (AUT) als Sieger durchsetzen. Die beiden Lokalmatadorinnen Karoline Neumüller und Julia Gierlinger belegten die Plätze zwei und drei.

Selina Zeller (AUT) und Martin Schätzl (GER) waren beim Lang-Bau Small (49 Kilometer) unschlagbar. Cara Werani (AUT) und der Lokalmatador David Schöftner (AUT) ließen beim Granitland-Light (27 Kilometern) nichts anbrennen und strahlten vom obersten Treppchen. Die Distanzen klingen auf den ersten Blick nicht so dramatisch. Werden jedoch die vielen Höhenmeter mitberücksichtigt, gebühren jedem Finisher großer Respekt und Anerkennung.

Da es so viele Höhenmeter zu überwinden gab, wurden auch die schnellste Bergfahrer gekrönt. Auf zwei gesondert gemessenen Bergwertungen sicherten sich Sabine Sommer (AUT) und Martin Schätzl (GER) den Sieg im Energie-AG-Bergsprint.

„Toller Schritt nach vorne“

Der Obmann des SK Kleinzell und zugleich OK-Chef Jürgen Scalet zog eine demütige und zufriedene Bilanz: „Nach den ungewissen und doch etwas schwierigen Jahren nach der Corona-Unterbrechung konnten wir heuer in Sachen Teilnehmer wieder einen tollen Schritt nach vorne machen. Eine schöne Belohnung für die harte Arbeit im OK-Team und auch eine tolle Anerkennung für die vielen freiwilligen Helfer an diesem Wochenende. In Summe packen rund 400 Personen aus Kleinzell, Altenfelden, Lembach, Putzleinsdorf und weiteren Gemeinden mit an – das macht mich und uns alle sehr stolz. Ebenso wichtig sind mir der reibungslose und professionelle Ablauf des Rennens und dass alle Teilnehmer gesund ins Ziel kommen. Die Kleinzeller Mountainbike-Familie läuft wie ein Uhrwerk und formte abermals einen unvergesslichen Raiffeisen Granitmarathon“.

Nun wird es wieder ruhiger und beschaulicher in der kleinen Gemeinde. Die Planungen für das nächste Jahr werden jedoch bald wieder beginnen. Denn was es zu Pfingsten Jahr für Jahr gibt ist klar: den Raiffeisen Granitmarathon in Kleinzell im Mühlkreis. Alle Ergebnisse gibt es auf www.granitmarathon.at bzw. https://events.racetime.pro/de/event/983


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