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Von Julbach nach Ruanda: Florian Gabriels Weg aus der Komfortzone

Online Redaktion, 17.04.2026 10:40

JULBACH/ ZÜRICH. Er war früher ein klassischer „Heimscheißer“, wie er selbst sagt. Doch davon ist heute nichts mehr zu spüren. Der gebürtige Julbacher Florian Gabriel lebt mittlerweile in Zürich, betreut als Physiotherapeut die Fußball-Nationalmannschaft von Liechtenstein und kehrte kürzlich von einer abenteuerlichen Reise aus Ruanda zurück.

Florian Gabriel (vorne) im Einsatz für die Liechtensteiner Kicker (Foto: LFV)
Florian Gabriel (vorne) im Einsatz für die Liechtensteiner Kicker (Foto: LFV)

In Ruanda begleitete er das Team bei der FIFA-Series, unter anderem im Finalspiel gegen Aruba. Der Aufenthalt hinterließ bleibenden Eindruck: „Das Land ist extrem grün, es gibt ein striktes Plastiktüten-Verbot und die Menschen sind unglaublich freundlich“, erzählt Gabriel.

Besonders ein Erlebnis im ländlichen Bereich blieb ihm im Gedächtnis: „Ich war in einem AirBnB etwas außerhalb untergebracht. Als ich spazieren ging, folgten mir plötzlich immer mehr Kinder – am Ende waren es sicher zehn, wie beim Rattenfänger von Hameln. Ich war wohl der erste Weiße, den sie je gesehen haben.“ Neben dem Sport nutzte er die Zeit für eine Safari und Gorilla-Trekking. „Man kommt an Orte, die man sonst nie sehen würde. Diese Erlebnisse kann einem keiner mehr nehmen.“

Profi-Einstellung trotz Amateur-Status

Dass die Liechtensteiner Kicker keine Vollprofis sind, merke man bei der Arbeit kaum. Die Spieler nehmen für solche Turniere teils ihren Urlaub. „Die Jungs sind drei bis fünf Mal pro Woche Belastung gewohnt, alles wird per Datenerhebung getrackt. Das sind keine Kreisliga-Dorfkicker“, stellt Gabriel klar. Ein Unterschied zum Profizirkus gebe es aber doch: „Das Ego ist weniger ausgeprägt. Wenn es in der Physio eng wird, lässt man dem Teamkollegen auch mal den Vortritt. Sie sind extrem flexibel.“

Masterarbeit über ein „Tabu-Thema“

Trotz der vielen Reisen steht Florian Gabriel kurz vor dem Abschluss seines Masterstudiums. Das Thema seiner Arbeit ist in Fachkreisen durchaus brisant: Es geht um das vordere Kreuzband (ACL) und den Einsatz von sogenannten OKC-Übungen (Open Kinetic Chain). „Ich untersuche, ob diese Übungen bei deutschsprachigen Kollegen immer noch ein Tabu-Thema sind oder ob sie in der Praxis – im Vergleich zu internationalen Standards – bereits eingesetzt werden“, erklärt er. Im Oktober steht die finale Prüfung an.

Vom „Comfort-Zone-Typ“ zum Abenteurer

Früher zog es den Julbacher nie weit weg von zuhause, heute beschreibt er sich fast schon als „Yolo-Typ“. Die Event-Arbeit im Sport hat ihn geprägt. Und wer weiß, wo die Reise noch hinführt: „Vielleicht ergibt sich durch die Kontakte in Ruanda bald mal der Africa Cup“, schmunzelt er. Langweilig wird es Gabriel jedenfalls nicht. Neben der Praxis und dem Sport peilt er eine Mentaltrainer-Ausbildung an der Vitalakademie an, um Athleten besser betreuen zu können. Und auch Ausflüge in den Musik- und Tanzbereich schließt der umtriebige Physiotherapeut für die Zukunft nicht aus.


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