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ST. OSWALD. Mit seinem Kälberparadies hat Ludwig Stockinger eine wertvolle Ergänzung geschaffen zwischen dem Milchviehbetrieb, in dem männliche Kälber keinen Platz haben, und dem Mastbetrieb. Hier wachsen die Jungtiere heran, bis sie im Alter von vier Monaten fit und gesund ihren weiteren Weg zum Mäster antreten. Am Marienfeiertag 15. August, wird das erweiterte Kälberparadies in Schwackerreith mit einem Rindfleisch-Grillfest eröffnet, bei dem jeder einen Blick in die tierische Krabbelstube werfen kann.  

  1 / 2   Ludwig Stockinger (l.) und Bezirksbauernkammer-Obmann Georg Ecker freuen sich auf viele Besucher im Kälberparadies. Foto: Gahleitner

Im Bezirk Rohrbach nimmt nicht nur der Rinderbestand (derzeit leben hier rund 67.500 Rinder) und die Milchproduktion zu, sondern auch die Spezialisierung. Während die weiblichen Kälber deshalb oft auf den milchliefernden Betrieben zur Nachzucht bleiben können, werden die männlichen Tiere verkauft. Und hier kommt Ludwig Stockinger ins Spiel: Alle 14 Tage macht der Landwirt seine Tour durch den Bezirk und holt die kleinen Stiere ab, um sie in seinem Stall gut für den Mastbetrieb vorzubereiten.

Kinderkrankheiten gehören dazu

„Das ist ein richtiges Kinderprogramm, eine Krabbelstube für Kälber“, sagt Stockinger. Mit allen Kinderkrankheiten. Denn die Kälberaufzucht ist keine einfache Sache, weiß er aus Erfahrung: „Die Kälber müssen ihr Immunsystem erst aufbauen. Wenn sie da gleich in großen Gruppen zusammenkommen, stecken sie sich gegenseitig an. Wenn eins Durchfall hat, haben diesen gleich alle und bekommen vielleicht noch Fieber oder Husten“, berichtet er. Deshalb kommen die Neuankömmlinge bei ihm auch erst mal in Einzelhaltung in Kälberiglus, wo sie laufend beobachtet werden. Erst nach etwa 14 Tagen geht es weiter in Gruppenhaltung von acht bis 16 Tieren. „Mehr ist zu viel, das halten die Kälber in diesem Alter nicht aus“, sagt Stockinger.

Rund 200 Stierkälber leben im Durchschnitt auf seinem Hof - untergebracht in Iglus, Einzelboxen, Großraumiglus oder im Stall in größeren Gruppen. „Man braucht viele verschiedene Bereiche, weil die Kälber ja ständig neuen Keimen ausgesetzt sind. Aber dafür sind sie fit, wenn sie den Hof verlassen“, erklärt er.

Nachfrage steigt

Gefüttert wird mit Trockenmilch, aber auch mit Heu, Getreide, Silomais. „Damit sie sich gleich an das Futter beim Mäster gewöhnen“, erklärt der Landwirt. Denn auch diese Nahrungsumstellung bereitet oft Probleme, die er als Zwischenstation dem Mäster abnimmt. Nach etwa vier Monaten werden die Jungtiere mit einem Gewicht von 180 bis 200 Kilo weiterverkauft. Die Nachfrage ist groß, Ludwig Stockinger liefert bis nach Niederösterreich. Aber auch im Bezirk Rohrbach werden die Mastbetriebe mehr, weiß  Bezirksbauernkammer-Obmann LAbg. Georg Ecker. Momentan gibt es im Bezirk knapp 2000 landwirtschaftliche Betriebe, etwa 1500 davon halten Rinder. „In den letzten vier Jahren sind diese zwar um 250 Betriebe weniger geworden, dafür ist aber der Rinderbestand um fast  2000 auf 67.500 angestiegen.“

Rindfleisch-Grillfest

Am 15. August wird der neue Stall mit einem Grillfest eröffnet. Zwei Staatsmeister werden dabei das Rindfleisch im Smoker zubereiten und zum Kosten und Kaufen anbieten. „Wir wollen damit ein Zeichen setzen, dass wir ein Rinderbezirk sind und dass unser Rindfleisch sehr hohe Qualität hat“, betont Ecker. Die Bewirtung übernimmt der Bauernbund Lichtenau-St. Oswald. Für Kinder gibt es eine Hüpfburg, eine magische Show vom Europameister in Zauberei und natürlich können sie die Kälber führen und streicheln. Die Segnung des Kälberparadieses nimmt um 14 Uhr Abt Martin Felhofer vor.

Termin:

Dienstag, 15. August, 10 Uhr

Schwackerreith 2, St. Oswald

www.kalb1.at


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