Corona-Arbeitslosigkeit trifft im Bezirk Rohrbach vor allem Ältere

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Martina Gahleitner Martina Gahleitner, Tips Redaktion, 10.08.2020 05:54 Uhr

BEZIRK. In die richtige Richtung entwickeln sich die Arbeitslosenzahlen im Bezirk Rohrbach: Mit Ende Juli lagen diese bei 2,9 Prozent. Allerdings sind viele ältere Menschen betroffen, für die es deshalb spezielle Maßnahmen gibt.

405 Frauen und 321 Männer waren Ende Juli beim Rohrbacher AMS arbeitslos gemeldet. „Die Zahlen liegen zwar knapp 40 Prozent über dem Wert vom Vorjahr, aber wir gehen auch von einem sehr niedrigen Niveau aus“, macht AMS-Leiterin Doris Steiner deutlich. Seit Mai sei die Arbeitslosenquote wieder um 1 Prozentpunkt gesunken. „Viele mit Wiedereinstellzusage sind zurück im Beruf, aber auch andere, die in den letzten Monaten arbeitslos geworden sind, haben einen neuen Job gefunden.“

AMS-Förderung für 50+

Kopfzerbrechen bereitet Steiner aber die Gruppe der über 50-Jährigen: Hier suchen aktuell 269 Menschen einen Arbeitsplatz. „Das sind um 60 Prozent mehr als im Vorjahr. Oberösterreichweit liegt die Steigerung nur bei 32 Prozent“, sagt die AMS-Leiterin, die versucht, zu erklären: „Während Fachkräfte in Kurzarbeit geschickt wurden, wurden jene mit niedrigerer Qualifizierung eher freigestellt. Einige Firmen spekulieren auch, dass sie bessere Leute kriegen, weil es mehr Arbeitslose gibt. Aber bei den Fachkräften kann man auch jetzt nicht aus dem Vollen schöpfen.“

Das AMS unterstützt die Einstellung von älteren Mitarbeitern mit Förderungen. Außerdem sollen Ausbildungen, Umschulungen, auch Individualkurse den Menschen helfen, schneller einen Job zu finden.

Keine Corona-Jugendarbeitlosigkeit

„Absolut nicht dramatisch“ schaut indes die Situation bei den jungen Leuten unter 25 Jahren aus. 96 Jobsuchende bedeuten eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 9 Prozent – OÖ-weit liegt diese bei knapp 39 Prozent. „Die viel zitierte Corona-Jugendarbeitslosigkeit lässt sich also im Bezirk nicht bestätigen.“

Kaum mehr Kurzarbeit

Doris Steiner ist zuversichtlich, was die weitere Entwicklung angeht: „Kurzarbeit wurde von den Rohrbacher Betrieben kaum verlängert und ich rechne auch nicht damit, dass das neue Modell ab Oktober massiv genutzt wird.“ Die AMS-Leiterin ist überzeugt, dass dem Bezirk die Struktur zugute kommt: „Unsere vielen Klein- und Mittelbetriebe, Familien- und Handwerksbetriebe fahren den Betrieb schneller hoch, als große Industriebetriebe.“

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