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ST. MARTIN/OÖ. Seit fast einem Jahr herrscht Stillstand in der Nachtgastronomie. Im Tips-Gespräch haben Stefan Süß und Andreas Leitner, Betreiber der nach(t)leben-Gruppe, zu der auch die Diskothek empire in St. Martin gehört, mehr über die herausfordernde Situation erzählt und wie sie sich auf den Neustart vorbereiten.

  1 / 3   20 Jahre empire konnten Stefan Süß und Andreas Leitner (v.l. mit Stefan Falkner und Lukas Kramler) im Vorjahr noch feiern – kurz darauf kam das Nachtleben in allen Lokalen zum Stillstand. Foto: nach(t)leben

Tips:Welche Erwartungen habt ihr noch für die aktuelle Saison?

Andreas Leitner: Die Erwartungen haben wir Richtung Nullpunkt geschraubt. Unter den aktuellen Umständen wird es bis Saisonende im April keine Chance auf einen Discobetrieb geben. Das macht uns traurig, aber auch erfinderisch, denn wir arbeiten an einem möglichen Überraschungskonzept zu unserem 21. empire-Geburtstag im März.

Einschränkungen wird es vermutlich noch länger geben. Wie stellt ihr euch darauf ein?

Stefan Süß: Wir sind uns natürlich aus gesundheitlichen Aspekten bewusst, dass wir hier Geduld beweisen müssen. Obwohl es für uns noch keine Perspektive gibt, die man zum heutigen Standpunkt festlegen kann, bleiben wir hoffnungsvoll und denken positiv in die Zukunft. Wenn diverse Sicherheitskonzepte wie Testungen einfach umsetzbar gemacht werden und auch die Impfungen in Österreich so rasch wie möglich durchgeführt werden, dann sollte es im Herbst ein mögliches Comeback der Nachtgastronomie geben.

Wie hat sich das Konzept der Autodisco bewährt und wäre diese Idee ausbaufähig?

Leitner: Die Autodisco war ein Konzept, welches wir mit unserem Eventpartner Wanderzirkus umgesetzt haben und war rein aus Marketingsicht der Event des Jahres 2020 oder sogar in der gesamten empire-Geschichte. Der mediale Hype und die ganzen Berichterstattungen waren von enormem Wert und haben unsere Marke österreichweit und auch über die Grenzen noch bekannter gemacht. Man muss allerdings auch klar sagen, dass das Interesse, im Auto zu feiern, nach einigen Autodisco-Events auch stark nachgelassen hat und daher wird dieses Spektakel eher keinen Platz mehr finden in unseren Planungen.

Bekommt ihr Rückmeldungen von euren Gästen?

Süß: Wir bekommen unzählige Nachrichten von Gästen, die uns auf unseren Social Medias folgen und uns ihre empire- und be happy-Sehnsüchte mitteilen. Speziell für die Youngsters der Partyszene ist es natürlich auch eine harte Zeit, wenn es keine Möglichkeiten gibt, eine Disco, eine Veranstaltung oder ein Fest zu besuchen. Doch diese Leidenszeit wird bestimmt auch ein Ende haben und dann freuen wir uns auf geballte Feierlaune in unseren Lokalen.

Werden all eure nach(t)leben-Lokale die Corona-Krise überleben?

Süß: Wir hoffen, dass uns alle nach(t)leben-Fans treu bleiben und uns bei der Wiedereröffnung besuchen und unterstützen. Wir sind durch die guten Ergebnisse in den vergangenen Jahren so aufgestellt, dass wir die Krise schaffen werden und somit wieder Arbeitsplätze und Gästeerlebnisse schaffen können.

Wie bereitet ihr euch auf den Neustart vor?

Leitner: In den letzten zehn Monaten haben sich einige Dinge verändert, die wir natürlich aufgegriffen haben und versuchen, auch gut zu nützen, sobald es wieder los geht. Besonders in der Digitalisierung haben sich viele Chancen aufgetan. Aktuell wird in unserer Marketing-Abteilung fleißig an neuen Ideen, Konzepten und Strategien gearbeitet.

Wie gestaltet sich die Mitarbeiter-Situation bei euch?

Leitner: In solchen Phasen kann man nur lernen und den Mitarbeitern Ängste nehmen und ihnen eine positive Einstellung und Sicherheit vermitteln. Obwohl wir unsere Gastrobetriebe seit fast einem Jahr geschlossen haben, ergaben sich andere Wege und Möglichkeiten. Vor allem in unserer Marketingabteilung konnten wir externe Kunden zur Betreuung gewinnen und wir sind bereits jetzt schon dabei, unser Team zu verstärken, um bei der Wiedereröffnung ein schlagkräftiges Team am Start zu haben. Auf unserer Webseite www.nachtleben.co.at findet man immer aktuelle Jobangebote.

Gibt es eine Message, die ihr anderen Unternehmern in dieser schwierigen Zeit mitgeben wollt?

Süß: Wir haben seit Beginn der Krise unser ehrenamtliches Learn4Life-Projekt digitalisiert und intensiviert. Daraus entnehmen wir, unsere Partner und Mitarbeiter immer wieder positive Impulse für unser Mindset und die persönliche Entwicklung. Ich kann nur jedem empfehlen, die Zeit für sich selber zu nutzen und eine positive Einstellung für die Zukunft zu generieren. Learn4Life hilft (www.learn4life-austria.at).


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