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GÖTZENDORF. Nach 114 Jahren des Bestehens drohte der Traditionstischlerei Pröll in Götzendorf mangels Nachfolger das Aus. Doch drei lokale Investoren wussten das mit einer gelungenen Initiative zu verhindern.

  1 / 4   Hermann Pröll wechselt mit 82 Jahren in den Ruhestand, Thomas Niederhuber führt das Unternehmen als „Voll Holz Liebe“ weiter. Dahinter stehen Harry Kriegner (li.) und Gerald Geretschläger. Foto: Voll Holz Liebe

Ehrliches, regionales Handwerk hat gegenüber industrieller Massenfertigung mehr denn je eine Berechtigung. Das beweist die Verwandlung der Tischlerei Pröll in „Voll Holz Liebe“. Es war im Jahr 1972, als die Mehrwertsteuer eingeführt wurde – und sich Tischler Franz Pröll aus Götzendorf (Gemeinde Oepping) dazu entschloss, diese Neuerung nicht mehr mitzumachen. Damit kam sein Sohn Hermann ans Ruder und blieb es bis heute bis in sein 83. Lebensjahr. Sämtliche „normalen“ Fristen zum Pensionsantritt hat der Vollblut-Handwerker ohnehin schon in den Wind geschossen. „Wegen seinen Burschen“ habe er nicht gehen können – gemeint sind freilich seinen treuen Mitarbeiter. Zum 60er dachte er schon einmal ans Aufhören, nahm keinen Lehrling mehr auf, denn dieser könne ja sonst nicht einmal die Lehrzeit fertig machen – dachte er damals.

Ein Plan mit Zukunft

„Das kann es ja wohl nicht gewesen sein. Eine erfolgreiche Tischlerei. Mitarbeiter mit Erfahrung, die wirklich noch was vom Handwerk verstehen. Eine topausgestattete und gepflegte Werkstätte und eine über 100-jährige Firmengeschichte. Und das soll einfach zugesperrt werden?“, kamen mit der Ankündigung der Pensionierung Thomas Niederhuber, Harry Kriegner und Gerald Geretschläger ins Spiel. Sie schmiedeten einen Plan, um das Unternehmen fortzuführen. Und so wird die Traditionstischlerei Pröll unter dem Namen „Voll Holz Liebe“ weitergeführt – mit Tischlermeister Thomas Niederhuber als neuem Chef. Der ist seit 2009 im Tischlerhandwerk und hat 2015 seine Meisterprüfung abgelegt.

Lieblingsstücke kreieren

Voll Holz Liebe“ will kein Interior-Design-Händler und auch keine industrielle Möbelproduktion sein. Man will auch gar nicht gegen schwedische Möbelhäuser und industriell gefertigte Küchen antreten, sondern echte Lieblingsstücke kreieren: Objekte, die man aufgrund ihrer Funktionalität gerne nutzt und aufgrund ihres Designs liebt – und das über lange Zeit hinweg.


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