Vom Maschinenhandel zur Imkerei ist es bei Holzmann nur ein kleiner Schritt
HASLACH. Was die Firma Holzmann als Global Player im Bereich Maschinen und Werkstattausrüstung eigentlich mit Bienen zu tun haben könnte, fragt man sich auf den ersten Blick schon. Der zweite Blick verrät aber: Die beiden Themen bilden eine wundervolle Einheit.

Wie im sprichwörtlichen Bienenstock geht es bei Holzmann Maschinen mit Sitz in Haslach zu. Kein Wunder: Alleine im alten Weberort mit seinen zwei Standorten sind mehr als 60 Mitarbeiter am Werk. Für Daniel Schörgenhuber, der das Traditionsunternehmen als Geschäftsführer leitet, ist es ein Leben unter Strom. Er muss viel koordinieren und ist oft unterwegs in der Weltgeschichte.
Ausgleich zum stressigen Berufsleben
Und hier findet sich auch der Ursprung des Bienen-Projektes, das mittlerweile seit fünf Jahren läuft: „Mit Maschinen zu handeln ist kalte, tote, trockene Materie. Als Ausgleich habe ich immer die Natur gesucht und irgendwann bin ich dann auf das Thema Bienen und Imkern gestoßen. Meine Familie war zuerst sehr skeptisch, ob das zu mir passt, aber ich habe mir Bücher gekauft und mich viel informiert.“
Das Potenzial der Mitarbeiter
Doch für einen vielbeschäftigten Geschäftsmann ist es schwierig, so ein thematisch umfangreiches Hobby mit dem Beruf zu vereinbaren. So suchte Schörgenhuber nach einer Lösung, wie er trotz allem beides unter einen Hut bekommen könnte – und entdeckte das Potenzial seiner Mitarbeiter: „Zuerst habe ich mit ein paar Leuten in der Firma meine Idee besprochen und die ist sofort auf großes Interesse gestoßen. Wir haben dann das komplette Equipment und die Schulungskosten firmenseits zur Verfügung gestellt“, erzählt Daniel Schörgenhuber.
In Imker Hansjörg Hofmann von der Bioschule Schlägl wurde ein kompetenter Partner nicht nur für die Einschulung gefunden, er begleitete das gesamte Projekt auch im ersten Jahr, bis quasi alles rund lief. Die anfänglichen fünf Stöcke wurden mittlerweile auf acht aufgestockt und die Familie der Holzmann-Imker ist unter der Federführung von Günther Feilmayr bereits auf mehr als zehn Leute angewachsen. Dazu kommen auch ständig neue Mitarbeiter, die Interesse zeigen, denn das Unternehmen prosperiert und wächst.
Mehrwert für alle
Als „Entlohnung“ für die freiwillige Mehrarbeit bei den Bienen bekommen die imkernden Mitarbeiter einen Teil der Honigernte und profitieren nebenbei von den erworbenen Fähigkeiten. Einige der Mitarbeiter haben mittlerweile auch privat Bienenstöcke angeschafft. Alleine Projektleiter Günther Feilmayr hat inzwischen sieben Völker zu Hause. Und der Chef? Der imkert, wann immer er Zeit hat, fleißig mit.


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