Grünen-Bezirkssprecherin Ulli Schwarz: "Machen wir gemeinsam die Region klimafit"
ROHRBACH-BERG. Als Grüne zu kandidieren, sei nicht selbstverständlich, wo doch eine Partei so dominierend sei, sagt Grünen-Bezirkssprecherin LAbg. Ulrike Schwarz. Umso mehr freut sie sich über die fünf Gemeindegruppen, die bei den Wahlen im Herbst ins Rennen gehen. Und ohnehin gebe es auch in anderen Orten viele Aktive, die Grüne Themen aufgreifen.

„Wir bringen bunte Listen zusammen“, freut sich die Rohrbach-Bergerin. Die jüngste der Grünen Gemeindegruppen ist jene in Neufelden und diese hat irrsinnigen Zulauf. Ulli Schwarz weiß auch, warum: „Die Leute freuen sich, dass sich was bewegt. Sie wollen Veränderung.“
Seit 30 Jahren politisch aktiv
Für ebendiese sorgt sie selbst seit mittlerweile 30 Jahren als Fraktionsvorsitzende in der ehemaligen Gemeinde Berg bzw. seit der Fusion in Rohrbach-Berg sowie seit 2003 im Oö. Landtag. „Das Mühlviertel ist anders als die Stadt“, sagt sie und diesen Aspekt bringt die Grünen-Politikerin auf Landesebene ein.
Wesentlicher Player im Ökobereich
Im Bezirk Rohrbach etwa taugen ihr die vielen klimafitten Betriebe, die im Ökobereich tätig sind, „da sind wir ein wesentlicher Player für die Trendwende. Betriebe, die in diesem Bereich arbeiten, siedeln sich speziell in unserer Region an. Das wiederum schafft Arbeitsplätze“, freut sich Schwarz. Allerdings: „Da ist noch Luft nach oben. Land und Bund müssen die Bemühungen in diese Richtung vorantreiben“, spricht sie den Breitband-Ausbau oder Mikro-ÖV für die Pendler innerhalb des Bezirkes an. Die Pandemie habe jedenfalls für Rückenwind gesorgt: „Homeoffice und Telearbeit wurden viel schneller eingeführt, als es sonst möglich gewesen wäre.“
Mehr Grün statt Beton
Sehr am Herzen liegt ihr die Belebung der Ortskerne, die ebenfalls Unterstützung von Land und Bund braucht. „Jeder Wohnraum und jeder Betrieb bringen der Gemeinde direkt Geld, daher wird weiter umgewidmet und zubetoniert. Damit aber etwa Parkplätze unter oder auf dem Gebäude errichtet werden oder diese mit PV-Anlagen überbaut werden, muss für entsprechende Motivation durch Förderungen gesorgt werden. Arbeiten wir gemeinsam daran, dass die ganze Region klimafit wird.“
Soziale Netzwerke stärken
Die Pandemie habe noch etwas aufgezeigt – nämlich sowohl Schwachstellen als auch Ressourcen im Pflegebereich. „So viele Menschen haben sich ehrenamtlich engagiert und für das soziale Miteinander eingesetzt. Ehrenamtliche gehören verstärkt eingebunden“, sagt die Abgeordnete mit den Schwerpunkten Gesundheit und Soziales und denkt noch weiter: „Die Sozialplanung muss Richtung Bedürfnisorientierung gehen und Angebote müssen flexibler werden.“ Ulli Schwarz plädiert für ein dichtes soziales Netz und bringt die Community Nurse, also die Gemeindeschwester, zur Sprache: „Das wäre eine Ansprechperson, die eingebettet in ein gutes Gemeindenetzwerk ist und pflegende Angehörige unterstützt. Gemeindeschwestern hat es schon immer gegeben und zu diesen haben die Leute Vertrauen“, weiß die Rohrbach-Bergerin, die viele Jahre als Arzthelferin gearbeitet hat.
„Müssen Geld in die Hand nehmen“
Eins müsse aber klar sein, ergänzt Ulli Schwarz: „Nur mit besserer Bezahlung, weniger Arbeitsbelastung und Dienstplansicherheit wird es mehr Pflegekräfte geben. Immer mehr Leute auszubilden, ist zu wenig. Diese müssen auch gern im Pflegebereich arbeiten und dabei bleiben. Dafür muss man aber Geld in die Hand nehmen.“
Politik braucht Bürgernähe
Bei ihrer politischen Arbeit steht stets der Mensch im Mittelpunkt. „Politik braucht Bürgernähe“, sagt Schwarz, die in Rohrbach-Berg als Bürgermeisterin kandidiert. Sie möchte etwa in ihrer Heimatgemeinde Bürgertage mit allen Parteien einführen, damit Beschlüsse auch verstanden werden. Als Beispiel nennt sie das Bezirkshallenbad, um das es nach außen hin ruhig geworden ist, im Hintergrund aber viele Fäden gezogen werden.


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