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AIGEN-SCHLÄGL/BÖHMERWALD. Nachdem schon 2018 ein Forschungsprojekt gezeigt hat, dass die Böhmerwaldgemeinden das Potenzial zum Dunkelheitsreservat hätten, wagen die Grünen Aigen-Schlägl jetzt einen neuen Vorstoß, die Lichtverschmutzung einzudämmen.

Die Nacht ist vielerorts nicht mehr dunkel genug. (Foto: Fabian Leppert/Shutterstock.com)
Die Nacht ist vielerorts nicht mehr dunkel genug. (Foto: Fabian Leppert/Shutterstock.com)

Unter Lichtverschmutzung versteht man den falschen und verschwenderischen Einsatz von Beleuchtung, bei dem ein großer Teil der Lichtenergie ungenutzt in die Atmosphäre entweicht und den Himmel über den Ortschaften aufhellt. „Der Vergleich von Satellitennachtaufnahmen vergangener Jahre mit denen von heute zeigt die erschreckende Zunahme der Lichtverschmutzung nur allzu deutlich. Leider gilt dies auch für unseren ländlichen Raum im Oberen Mühlviertel“, macht Thomas Eckl von der Grünen Liste Aigen-Schlägl (GLAS) deutlich. Er könnte sich als wirkungsvolle Maßnahme dagegen die Einrichtung eines Dunkelheitsreservats beziehungsweise Sternenparks vorstellen.

Sternenpark als Tourismusprojekt

Die Voraussetzungen sind auf jeden Fall gegeben: Ein Forschungsprojekt der Universität Wien und des Landes OÖ hat vor vier Jahren das Obere Mühlviertel als eines der wenigen Gebiete im Land ausgewiesen, in denen die Nacht noch finster genug für ein derartiges Projekt ist. Ebenso wie die Region Attersee-Traunsee, die im Vorjahr zum ersten Sternenpark (dark sky park) Österreichs erklärt wurde. Auch wenn diese Idee in den betroffenen Gemeinden damals auf wenig Begeisterung gestoßen ist, hofft Eckl heute auf offenere Ohren: „Es wäre für die weitere touristische Entwicklung ein Gewinn, wenn unsere Marktgemeinde Aigen-Schlägl gemeinsam mit den anderen Böhmerwaldkommunen die Idee der Errichtung eines Sternenparks aufgreifen würde. Bestrebungen zum Schutz der Nacht gibt es auch im benachbarten Bayrischen Wald. Wie wäre es mit einem vielleicht sogar von der EU geförderten länderübergreifenden Großprojekt?“, schlägt er vor und fügt hinzu: „Nicht nur Hobbyastronomen schätzen einen sternenübersäten Nachthimmel.“

Weniger Licht ist gut für Mensch und Tier

Die Grünen wollen mit diesem Vorstoß in erster Linie die starke Zunahme der Lichtverschmutzung und Energieverschwendung thematisieren. Denn zu viel Licht schadet nicht nur der Gesundheit des Menschen, sondern auch der Tierwelt, vor allem den Insekten, Vögeln und Fledermäusen. „Die wirtschaftliche Entwicklung unserer Region und die Reduzierung der Lichtverschmutzung stehen nicht im Widerspruch“, ergänzt Thomas Eckl. Gewinner einer dunklen Nacht sind für ihn der sanfte Tourismus, nachtaktive Tiere und auch die Bewohner der Böhmerwald-Region.

Ganzheitlich betrachten

In der Tourismusregion Böhmerwald steht man einem Sternenpark grundsätzlich positiv gegenüber: „Dieser würde neue Gäste anlocken und somit zusätzliche Einnahmen bringen. Zudem gehört die Lichtverschmutzung eingeschränkt“, bestätigt Geschäftsführer Reinhold List. Allerdings müsse man sich genau überlegen, wie die Lenkung bei einem neuen touristischen Angebot erfolgt. „Die Tierwelt braucht nächtliche Ruhe und diese darf nicht gestört werden. Das muss man immer ganzheitlich sehen: Wir wollen Naturtourismus, müssen aber zugleich behutsam mit unserem Naturschatz umgehen.“


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