Nationalratswahl 2024: Spitzenkandidaten aus dem Bezirk Rohrbach im Gespräch
BEZIRK ROHRBACH. Nur mehr knapp zwei Wochen sind es bis zur Nationalratswahl am 29. September und auch die regionalen Parteien werben schon seit Wochen um Wählerstimmen. Tips hat die Spitzenkandidaten der großen Parteien zu wichtigen Themen befragt.

Für die Rohrbacher ÖVP stehen Manuel Krenn (Oberkappel), Bettina Nigl (Schwarzenberg), Martin Mairhofer (Hofkirchen) und Susanne Wurzinger (Sarleinsbach) auf den Landes- und Wahlkreislisten. Für die SPÖ geht Nicole Trudenberger (Niederwaldkirchen) ins Rennen. Für die FPÖ kandidieren Ricardo Lang (Aigen-Schlägl), Stefanie Hofmann (Klaffer) und Kurt Möstl (St. Veit). Von den Grünen stellen sich Michael Wöss (St. Martin) und Elfriede Anreiter (Rohrbach-Berg) der Wahl. Außerdem kandidieren für die KPÖ Silke Fenkhuber und David Fenkhuber (beide Rohrbach-Berg).
Tips hat die regionalen Spitzenkandidaten der großen Parteien um eine Stellungnahme zu vier wichtigen Themen gebeten. Die Antworten können eine kleine Entscheidungshilfe für das Kreuzchen am 29. September sein.
Klimaschutz
Manuel Krenn ÖVP: Die ÖVP steht für Klimaschutz mit Hausverstand und bekennt sich zu den Pariser Klimazielen. Gleichzeitig bin ich davon überzeugt, dass unser Land in Sachen Klimaschutz auf Innovation und Fortschritt statt auf Verbote und Rückschritte setzen muss. Klimaschutz kann nur durch Offenheit für alle Technologien funktionieren.
Nicole Trudenberger SPÖ:Die Politik muss Rahmenbedingungen schaffen, damit Klimaschutz für die Menschen im Alltag möglich wird. Diese reichen vom Ausbau der öffentlichen Infrastruktur, über Nahversorgung in allen Gemeinden, bis hin zu finanzieller Unterstützung bei klimaschonenden Investitionen.
Ricardo Lang FPÖ:Eine ideologiefreie Energiepolitik ist essenziell, um unseren Wohlstand zu sichern. Statt utopische Maßnahmen zu forcieren, müssen Private und Unternehmen unterstützt werden. Beim Klima- und Umweltschutz dürfen nicht moralische Interessen überwiegen.
Michael Wöss GRÜNE: Dieser Hitzesommer zeigt, die Klimakrise ist die größte Herausforderung. Daher weiter Ausbau der erneuerbaren Energie und des öffentlichen Verkehrs. Boden und Wälder schützen, statt zu betonieren und abzuholzen. Klimaschutz gibt es nur mit den Grünen!
Migration
Manuel Krenn ÖVP: Ein striktes Asylsystem ist notwendig. Es kann nicht sein, dass man sich in der sozialen Hängematte ausruhen kann, während man noch nie einen Beitrag in unser System geleistet hat. Bei straffälligen Asylwerbern ist eine konsequente Abschiebung notwendig. Eines steht für mich aber außer Frage: Jeder der wirklich Schutz und Hilfe braucht, wird in Österreich Unterstützung finden.
Nicole Trudenberger SPÖ:Es braucht rasche Asylverfahren an den EU-Außengrenzen und eine faire Verteilung von Asylwerbern und Asylwerberinnen in Europa. Das bringt 75 Prozent weniger Asylanträge in Österreich. Gleichzeitig braucht es aber auch eine Integration ab dem ersten Tag sowie Lösungen anstelle von Hetze!
Ricardo Lang FPÖ: Wir müssen die Asyl-Einwanderung durch sichere Grenzen auf null stellen und kriminelle Ausländer konsequent ausweisen, beziehungsweise bei negativen Asylbescheiden abschieben. Wir wollen uns aussuchen, wer bei uns leben darf. Leistungsträger sind herzlich willkommen.
Michael Wöss GRÜNE: Abschottung ist widersinnig. Zuzug ist zum Beispiel für Pflege und Gastronomie notwendig. Wegen des Arbeitskräftemangels brauchen wir Menschen, die hier arbeiten möchten. Natürlich ist Integration keine Einbahnstraße und erfordert Maßnahmen und Bereitschaft.
Arbeitsmarkt
Manuel Krenn ÖVP: Als Vertreter einer Wirtschaftspartei möchte ich mich für einen zukunftsfitten Arbeitsmarkt stark machen. Die ÖVP will durch ein mit der Zeit absinkendes, degressives Arbeitslosengeld erreichen, dass jene, die täglich etwas im Beruf leisten, mehr haben als jene, die nicht arbeiten wollen. Wir stehen für echte Leistungsgerechtigkeit.
Nicole Trudenberger SPÖ:Für uns steht fest: Die Leistungsträger und Leistungsträgerinnen unseres Landes sind die hart arbeitenden Menschen. Ihnen gilt unser voller Einsatz. Wer 45 Jahre gearbeitet hat muss abschlagsfrei in Pension gehen können. Eine Anhebung des Pensionsantrittsalters ist für uns ausgeschlossen.
Ricardo Lang FPÖ:Die FPÖ setzt auf eine starke nationale Arbeitsmarktpolitik, die Arbeitsplätze für Österreicher sichert. Unser Ziel ist die Begrenzung der Zuwanderung, um Lohndumping zu verhindern und heimische Arbeitskräfte zu bevorzugen.
Michael Wöss GRÜNE: Der Arbeitsmarkt wandelt sich. Energiewende und Klimaschutz bieten Chancen für nachhaltige und qualitätsvolle Arbeitsplätze. Bildung und Weiterbildung sind der Schlüssel. Aktive Arbeitsmarktpolitik muss bedarfsorientierte Angebote bereit stellen und finanziell unterstützen.
Bildung
Manuel Krenn ÖVP: Wir müssen sicherstellen, dass Leistung wieder mehr zählt. Dazu gehört die Wiedereinführung der Leistungsgruppen und die Abschaffung der Vorbereitungskurskosten für Meister- und Befähigungsprüfungen. Ein Fokus soll auf digitale Kompetenzen gelegt werden. Der Ausbau der Schulautonomie ermöglicht unterschiedliche Schulen mit unterschiedlichen Schwerpunkten.
Nicole Trudenberger SPÖ:Bildung muss kostenlos und ganztägig verfügbar sein, inklusive eines kostenlosen, gesunden Mittagessens für alle Kinder. Zudem braucht es neue Unterrichtsmethoden, die auch Erholung und Freizeit ermöglichen, um eine umfassende Förderung und Unterstützung aller Kinder sicherzustellen.
Ricardo Lang FPÖ:Die FPÖ fordert ein Bildungssystem, das Leistung fordert und fördert. Unser Ziel ist es, die österreichische Kultur und Werte zu stärken, Frühförderungen in den wichtigen Fächern auszubauen und ideologische Einflüsse aus den Schulen zu verbannen.¶.
Michael Wöss GRÜNE: Bildung ist ein zentraler Faktor für ein selbstbestimmtes Leben. Sie beginnt bereits im Kindergarten. Die Rahmenbedingungen müssen weiter verbessert werden. Wir werden weiter intensiv für mehr Chancengleichheit arbeiten. Gemeinsam für ein gutes Morgen!


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden