Lukas Lauss aus Haslach zeigt mit seiner Doktorarbeit an der TUM neue Ansätze für die Energiewende auf
HASLACH/MÜNCHEN. Mit der Bestnote „summa cum laude“ hat der gebürtige Haslacher Lukas Lauss gerade an der Technischen Universität München (TUM) promoviert. Seine Dissertation beschäftigt sich mit Lösungen für energieeffiziente Gebäude – ein Schlüsselbereich für die Energiewende.

Der Ausbildungsweg von Lukas Lauss hat am Gymnasium Rohrbach begonnen, ehe er an die HTL Vöcklabruck wechselte und dort die Matura ablegte. Damit folgte bereits die Spezialisierung auf Technische Gebäudeausrüstung und Energieplanung – geprägt auch durch den elterlichen Installationsbetrieb in Haslach. An der TU München schloss Lauss dann 2016 das Masterstudium „Energieeffizientes und nachhaltiges Bauen“ ab. Parallel arbeitete er beim ADAC in München an der energetischen Optimierung eines großen Bürogebäudes mit, schrieb seine Masterarbeit am Fraunhofer-Institut für Bauphysik und kehrte schließlich als wissenschaftlicher Leiter an die TU München zurück. Dort arbeitet, lehrt und forscht der Haslacher seit mehreren Jahren im Bereich der Energieforschung und Gebäudeoptimierung.
„Im Zentrum meiner Arbeit steht die Entwicklung zukunftsfähiger Lösungen für Gebäude und Quartiere – mit dem Ziel, Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und Aufenthaltsqualität der gebauten Umwelt gleichermaßen zu verbessern“, beschreibt Lukas Lauss, der als vorläufigen Höhepunkt seiner wissenschaftlichen Laufbahn jetzt seine Dissertation zu diesem Thema erfolgreich verteidigt hat.
Gebäudebetrieb optimieren
Der nunmehrige Doktor der technischen Wissenschaften beschäftigt sich in seiner Forschung mit einer zentralen Herausforderung der Energiewende: „Gebäude erreichen im realen Betrieb häufig nicht die geplanten Ziele hinsichtlich Energieverbrauch, Emissionen, Kosten und Komfort. Diese unerwünschten Abweichungen nennt man Performance Gaps. Ich habe Strategien zur Verbesserung der Gebäudeperformance sowie Methoden zur Identifikation dieser Qualitätslücken entwickelt. Ergänzend wurden digitale und automatisierte, KI-basierte Verfahren zur Fehlererkennung in gebäudetechnischen Anlagen erarbeitet.“ Die Ergebnisse zeigen, dass durch optimierte Betriebsführung und gezielte Maßnahmen erhebliche Einsparungen bei Energieverbrauch, Treibhausgasemissionen und Energiekosten möglich sind – „häufig bei vergleichsweise geringem Investitionsaufwand“, betont der gebürtige Mühlviertler.
Technik gezielt einsetzen
Lauss stellt in seiner Arbeit die Wirksamkeit ausschließlich technikzentrierter Effizienzstrategien infrage: „Eine wachsende Technisierung von Gebäuden führt zu einem erhöhten Fehlerrisiko und kann sogar die tatsächliche Effizienz verschlechtern. Ein wesentliches Potenzial liegt deshalb in robusten, einfachen, langlebigen Gebäudekonzepten. Der gezielte und reduzierte Einsatz von Technik – kombiniert mit intelligenter Planung und Betriebsoptimierung – kann einen entscheidenden Beitrag zur Energiewende leisten.“Der Gebäudesektor spielt für die Energiewende eine entscheidende Rolle, da Gebäude rund ein Drittel des weltweiten Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen verursachen. Wichtig sei vor allem der Umgang mit bestehenden Gebäuden, da diese den Großteil ausmachen. „Mit einzelnen klimaneutralen Neubauten werden wir die Transformation des Gebäudebestands nicht schaffen“, bekräftigt Lauss.
Positive Resonanz
Die Doktorarbeit stieß auf großes Interesse und breite Anerkennung, sowohl in der wissenschaftlichen Fachwelt als auch im praxisnahen Umfeld der Industrie und Wirtschaft, und wurde für renommierte Auszeichnungen nominiert.
Als Wissenschaftler sieht es Lukas Lauss als seine Aufgabe, Wissen zu schaffen und verständlich zu vermitteln. „Ich möchte aktiv dazu beitragen, die Energie-, Emissions- und Bauwende mitzugestalten und wissenschaftliche Erkenntnisse dorthin bringen, wo sie Wirkung entfalten – in die Praxis, in die Gesellschaft und in politische Entscheidungsprozesse. Gleichzeitig ist es mein Anspruch, als Multiplikator zu wirken und möglichst viele Menschen für nachhaltiges Denken und Handeln zu motivieren und zu sensibilisieren.“
Die Dissertation ist auf der Homepage der TU München abrufbar: https://www.arc.ed.tum.de/fileadmin/w00cgv/klima/_my_direct_uploads/Dissertation_LukasLauss_Optimierung_Gebaeudeperformance_TUM__1_.pdf


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