Da wird auch der Bürgermeister zum Badewart: Freiwillige sichern Betrieb im Freibad St. Martin
ST. MARTIN/MKR. Um den Erhalt von Freibädern zu sichern, sollen mindestens 50 Prozent der laufenden Betriebsausgaben durch eigene Einnahmen gedeckt werden. In St. Martin leisten Ehrenamtliche dafür einen wesentlichen Beitrag.

„50.000 Euro kostet uns das Freibad jedes Jahr. Ohne unsere freiwilligen Badewarte wäre das deutlich mehr“, berichtet Bürgermeister Manfred Lanzerstorfer. Er selbst gehört ebenfalls zu dieser 9-köpfigen Truppe, die von Donnerstag bis Sonntag Badedienst macht. An den restlichen Tagen übernehmen die Bauhofmitarbeiter. „Wir kassieren den Eintritt, säubern die Anlage, prüfen das Wasser, kontrollieren alle Werte und tragen diese ins Betriebstagebuch ein, behalten die Technik im Auge und achten darauf, dass die Badeordnung eingehalten wird“, beschreibt der Bürgermeister ihre Aufgabe.Nicht selten verbinden Badegäste seine Anwesenheit auch mit Gemeindeangelegenheiten. Seine Dienste sieht Lanzerstorfer deshalb zugleich als Ausdruck von Bürgernähe. An starken Tagen besuchen immerhin an die 300 Leute das Freibad in St. Martin – etwa die Hälfte davon kommt aus umliegenden Gemeinden.
Modernste Technik
Rechtzeitig vor dem heurigen Saisonstart wurde das im Jahr 1999 eröffnete Freibad technisch auf den neuesten Stand gebracht. Dafür wurden 400.000 Euro investiert. Bei einem Tag der offenen Tür warfen zahlreiche Besucher einen Blick in den modernisierten Technikraum. Frequenzgesteuerte Pumpen sorgen hier für deutliche Energieeinsparungen. Eine moderne Hybrid-Anlage trägt zur Erwärmung des Wassers bei und erzeugt zugleich Strom. Für die Mitarbeiter bedeuten diese Verbesserungen eine wesentlich einfachere Bedienung, auch Fernzugriffe auf die Anlage sind möglich. „Mit den Neuerungen sollten wir die Betriebskosten und den Energieverbrauch nachhaltig senken können“, ist Lanzerstorfer zuversichtlich.
Wertvolles Ehrenamt
Er freut sich schon auf seinen nächsten freiwilligen Badedienst – dann hoffentlich bei richtigem Badewetter. Viele Angebote in seiner Gemeinde würden auf ehrenamtlichem Engagement basieren, sagt er. So ist der Gemeindechef auch schon bei „Essen auf Rädern“, beim Rettungsdienst oder mit dem Schülerbus mitgefahren. „Ich bin hauptberuflich Bürgermeister und nütze gerne die Zeit, um ganz unbedarft zu den Leuten zu kommen und mit ihnen zu reden. Das taugt mir einfach.“


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