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BEZIRK ROHRBACH. Der heurige Sommer bringt so manchen landwirtschaftlichen Betrieb in arge Bedrängnis. Hitze und fehlende Niederschläge ließen die Ernte im Grünland zum Teil drastisch ausfallen. Den Kopf in den Sand stecken bringt aber nichts – jetzt ist die richtige Zeit und die beste Witterung, um die Wiesen zu sanieren und damit für das nächste Jahr vorzubeugen.

Der ausbleibende Regen ließ auf den Wiesen kaum etwas wachsen. (Foto: Gahleitner)
Der ausbleibende Regen ließ auf den Wiesen kaum etwas wachsen. (Foto: Gahleitner)

„Wir reden hier nicht von Trockenheit, sondern von einer Dürre – und das ist eine Katastrophe“: Bezirksbauernkammer-Obmann Martin Mairhofer kennt die Sorgen, mit denen die Landwirte aktuell zu kämpfen haben, nur zu gut. „Da geht es bei manchen wirklich um die Existenz, wenn im September oder Anfang Oktober der Futtervorrat ausgeht. Fast jeder Betrieb hat schon Kühe verkaufen müssen.“ Bis zu 60 Prozent weniger Regen als in normalen Jahren wurden heuer gemessen. Besonders stark betroffen war der Süden des Bezirkes. „Wenn der Niederschlag fehlt, kann auf den Wiesen nichts wachsen. Wir sind ja nach dem schneearmen Winter schon mit einem Defizit ins Frühjahr gestartet. Schon der erste Schnitt war schwach, der zweite dann wieder besser, aber die letzten beiden sind ausgefallen. Dabei sind wir im Bezirk Rohrbach noch gut dran – im restlichen Mühlviertel und auch im angrenzenden Niederösterreich gab es viel massivere Ausfälle“, schildert der Hofkirchner Landwirt die Situation.

Wenn das Futter knapp wird

Was rät er also Landwirten, die sich mit ihren Sorgen an ihn wenden? So rasch wie möglich Futtermittel besorgen, wo es etwas gibt – etwa im benachbarten Bayern – und dabei auch an Alternativen zum Aufbessern der Rationen denken. Und vor allem jetzt die Wiesen sanieren und nachsäen: „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt und die richtige Witterung.“ Schon früh hat der BBK-Obmann bei der Saatbau Linz einige Chargen Saatgut mit trockenheitsverträglicheren Gräsern für die Rohrbacher Landwirte reserviert. Bei einer Bauernbund-Veranstaltung in St. Martin haben sich viele der Anwesenden ihren Anteil gleich gesichert. Derzeit ist noch Saatgut vorrätig, die Abwicklung erfolgt über das Lagerhaus zu vernünftigen Preisen.

Basis für die nächsten Jahre

Wie wichtig es ist, jetzt zu handeln, kann Peter Frühwirth aus Altenhof nur bestätigen. Der ehemalige Grünlandreferent der Landwirtschaftskammer OÖ, der sich seit 1984 mit dem Thema beschäftigt, hat schon einige trockene Jahre miterlebt. „Heuer waren Ausmaß und Dauer der Hitzephasen aber extrem. Das war eine neue Spitze – und wird sicher nicht die letzte sein“, ist er überzeugt. „Spätestens jetzt müssen die Landwirte darüber nachdenken, mit welchen Maßnahmen sie künftige Ereignisse zumindest abfedern können.“Zum einen sollten Futterfläche und Tierbestand besser aufeinander abgestimmt und der Ausfall eines Schnitts künftig von vornherein einkalkuliert werden. Zum anderen geht es eben um die Wiesensanierung, die bis Anfang September erfolgen sollte: „Es ist mit Arbeitsaufwand und auch mit einer finanziellen Belastung verbunden. Aber damit legt man jetzt die notwendige Grundlage für die nächsten Jahre.“

Richtige Pflanzenwahl und gute Nährstoffversorgung

Frühwirth empfiehlt trockenheitsverträglichere Pflanzen wie Rotklee, Knaulgras oder Wiesenschweidel. Sie sollten in einer geeigneten Saatgutmischung nicht fehlen. Wichtig ist laut dem Grünland-Experten auch die Nährstoffversorgung. „Am besten ist eine bodennahe Gülleausbringung, um den Stickstoff besser zurück auf die Wiese zu bringen. Separierte Gülle ist zudem viel pflanzenverträglicher“, sagt Peter Frühwirth und ergänzt: 
„Auf extensiv bewirtschafteten Flächen, die ein chronisches Nährstoffdefizit haben, gab es heuer die größten Schäden im Grünland.“Er blickt zuversichtlich in den Herbst. „Der letzte Aufwuchs, der jetzt beginnt, wird sehr zufriedenstellend sein. Wir haben niedrigere Temperaturen, stärkere Taubildung und auch mehr Regen. Zusätzlich sind noch viele Nährstoffe im Boden, die zusammen mit der frisch ausgebrachten Gülle gut wirken können.“

Unterstützung ist notwendig

Für die landwirtschaftlichen Betriebe bleibt die Situation dennoch eine enorme finanzielle Belastung. Die Ernteausfälle bringen Kosten für Zukauf und Nachsaat mit sich. Gleichzeitig steigen die Betriebs- und Energiekosten, während es beim Rindfleisch zu einem massiven Preisverfall kommt. BBK-Obmann Mairhofer hofft auf Unterstützung über Bundesmittel: „Wir haben eine Dürrekatastrophe, und da ist der Staat gefordert, zu helfen.“

Schon 2020 hat Peter Frühwirth in einem Buch auf die Entwicklung von Temperaturen und Niederschlägen aufmerksam gemacht und wichtige Eckpfeiler genannt, um die Ertragsfähigkeit des Grünlandes zu erhalten. Mit dem von ihm initiierten Maschinenring-Projekt „GrünlandPro2028“ wurden weitere Fachbroschüren veröffentlicht, die sich mit diesen Herausforderungen beschäftigen. Sie stehen unter www.gruenlandpro.at kostenlos zum Download zur Verfügung.


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