Mühlviertler Hopfen ist schwach im Ertrag und in den Alpha-Werten, aber stark in der Qualität
NEUFELDEN/MÜHLVIERTEL. 98,6 Prozent des Mühlviertler Hopfens wurden bei der gerade erfolgten Bonitierung mit höchster Qualität bewertet. Das war’s dann aber auch schon mit den guten Nachrichten: Denn das heurige Jahr war für die Hopfenbauern wahrlich nicht einfach. Am Ende steht eine Ernte, die sowohl beim Ertrag als auch den Alpha-Werten deutlich unter dem Durchschnitt bleibt.

Satte 302 Tonnen Mühlviertler Hopfen wurden im vergangenen Jahr auf den heimischen Hopfenfeldern geerntet. Davon kann man heuer nur träumen. Stefan Hofer, Obmann der Mühlviertler Hopfenbaugenossenschaft, fasst das Jahr in Superlativen zusammen: „Auf das trockenste Frühjahr seit 169 Jahren folgte der heißeste Sommer mit ganz wenig Niederschlag. Mitte Juli hat es trotzdem noch relativ gut ausgeschaut. Dann kam noch mehr Hitze und die Dolden haben sich nicht mehr ausbilden können. Die Erntemenge von 193 Tonnen liegt deutlich unter dem Durchschnitt.“
Ebenso schwächeln die für das Bitterpotenzial notwendigen Alpha-Werte, wie Geschäftsführer Manuel Starlinger ergänzt: „Diese liegen 30 bis 50 Prozent unter dem Durchschnittwert. Erstmals wurden sogar eineinhalb Hektar überhaupt nicht geerntet, weil das nicht wirtschaftlich gewesen wäre.“
Zukunft liegt in neuen Sorten und Bewässerung
Während alte Bestände und alte Sorten am meisten an den klimatischen Bedingungen gelitten haben, haben neue Sorten diese besser weggesteckt. Starlinger berichtet, dass man deshalb die neue Aromahopfensorte Akoya ausweiten werde. „Auch die Bewässerung muss künftig in größerem Ausmaß durchgeführt werden – derzeit werden nur etwa ein Fünftel der Flächen bewässert.“ Die Qualität des grünen Goldes aus dem Mühlviertel ist aber wie gewohnt hervorragend: Die Bonitierungs-Kommission bewertete 98,6 Prozent des Hopfens in der Klasse 1.
Die Mühlviertler Hopfenbaugenossenschaft wird sich bemühen, trotz der geringen Ernte alle Brauereien so gut wie möglich mit Hopfen zu versorgen. Man setzt auf guten Austausch und auf Lagerrestbestände aus dem Vorjahr - und hofft, dass 2027 wieder ein besseres Jahr für den Mühlviertler Hopfen wird.








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