Stadtgeschichte-Team Rohrbach-Berg erhält Kulturpreis 2026
ROHRBACH-BERG. Das Team der Stadtgeschichte Rohrbach-Berg unter der Leitung von Albert Ettmayer erhielt den Kulturpreis 2026 überreicht. Damit wird der Einsatz gewürdigt, Heimatgeschichte lebendig zu halten und unter die Leute zu bringen und zugleich durch Forschung das Vergangene ans Licht zu holen.

Der ehemalige Vizekanzler Reinhold Mitterlehner betonte in seiner Laudatio das wichtige Signal, das von dieser Zuerkennung ausging: Stadtgeschichte sei nicht etwas Verstaubtes, sondern trage zum Selbstbild der Stadtgemeinde und zur Identitätsfindung bei. „Vergangenheit ist wichtig, weil man erst durch diese Zusammenhänge verstehen, bewerten und die Zukunft gestalten kann“, sagte Mitterlehner und lobte vor allem Albert Ettmayer als „akribisch genauen, reflektierten Heimatforscher, der soziale und gesellschaftliche Zusammenhänge, Motive und Hintergründe aufzeigt. Genau darum geht es in der Geschichtsvermittlung.“
Das Team der Stadtgeschichte Rohrbach-Berg gibt tiefe Einblicke in die Geschichte des Marktes, der Pfarrkirche oder der Wallfahrtskirche Maria Trost und erzählt von den Lebensrealitäten vergangener Generationen. Allein in den vergangenen zwei Jahren nahmen 2.000 Kinder und Erwachsene an Stadtführungen teil. Zudem wurden ein Schauraum geschaffen sowie Schautafeln im Stadtgebiet aufgestellt. Viele wertvolle Ereignisse und Geschichten, die die Stadt geprägt haben, geraten dadurch nicht in Vergessenheit, waren sich die Festredner bei der Verleihung des 38. Kulturpreises der Stadtgemeinde Rohrbach-Berg und der Raiffeisenbank Region Rohrbach einig.
Spurensuche in der Vergangenheit
Als treibende Kraft hinter dem Stadtgeschichte-Team hat sich Albert Ettmayer auch unermüdlich für die umfassende Kirchenrenovierung eingesetzt. Aktuell arbeitet er an der Aufarbeitung des Rohrbacher Marktarchivs. Allein die Zusammenfassung - in einer kuriosen Mischung aus Kurrent und lateinischer Schrift - hat 3.000 Seiten. Da geht es um Bürgerrechte und Bürgerpflichten, wie der Überschuss in der Gemeindekasse an die Bürger verteilt wurde, welche Berufe es im Stadtzentrum gab und welches Einkommen beziehungsweise Schulden die Leute hatten, oder dass das Bürgerspital gar kein Spital war. Ettmayer wusste auch zu berichten, dass es einst 15 Wirtshäuser im Stadtzentrum gegeben hat und dass um 1850 in nur einem Monat in einem Wirtshaus 8.000 Halbe Bier ausgeschenkt wurden. Oder dass ein Gerichtsverfahren um zwei tote Enten nach zwei Jahren ergebnislos eingestellt wurde.
All diese spannenden, kuriosen, tragischen Geschichten will Ettmayer auch in einem Buch zusammenfassen.








Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden