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SARLEINSBACH/BEZIRK. Registrierkassen, Allergenkennzeichnung, Barrierefreiheit, Rauchergesetz: Gastronomen wird es heutzutage nicht leicht gemacht. Während immer mehr Wirte das Handtuch werfen, gibt es aber auch andere, die das Wagnis Wirt sein eingehen.So wie Angelika Baumgartner, die seit zwei Monaten die neue Kirchenwirtin von Sarleinsbach ist und hier mit Leib und Seele ihrer Berufung nachgeht.

Angelika Baumgartner bringt in ihrem Wirtshaus am Marktplatz Sarleinsbach die Leute zusammen. Foto: Gahleitner

„Es ist wirklich eine Berufung, kein Beruf für mich. Ich bin einfach gern unter den Leuten und die Arbeit freut mich“, erklärt Angelika Baumgartner, die seit Anfang November zwei Räume im ehemaligen Gasthaus Reiter gepachtet hat und hier Getränke, kleine Gerichte oder die Jause serviert und auf Bestellung auch auskocht. Schon in den 1990er-Jahren hat sie ein Wirtshaus in Kollerschlag geführt, nach 15 Jahren in der Sozialarbeit fand Baumgartner jetzt wieder in den Gastbetrieb zurück.

Ein wenig war es auch die Neugier, die sie zu diesem Schritt bewogen hat: „Ich hab mir gedacht, alle jammern, das will ich mir anschauen: Es kann doch nicht so viel schlechter geworden sein.“ Es hat sich aber schon einiges geändert. Nicht nur die gesetzlichen Auflagen, bei denen „man halt reinbeißen muss“, sondern auch das Verhalten der Gäste. „Früher ist man nach der Arbeit im Wirtshaus zusammengekommen und hat über das Tagesgeschehen geredet. Das gibt“s heute immer weniger. Ich habe auch den Eindruck, das wird durch das Rauchverbot oder andere Sanktionen bewusst abgedreht“, sagt die Kirchenwirtin. „Man muss schon realistisch sein: Leicht wird es den Wirten nicht gemacht. Aber Wirtin muss man ohnehin mit Leib und Seele sein“, sagt Angelika Baumgartner. „Ich will auch nicht reich werden vom Wirtshaus, sondern muss einfach davon leben können“, ergänzt sie.

Wirt sein lohnt sich

Mut zum Wirt sein wollen auch Wirtesprecherin Julia Falkner und ihre Kollegen vom Wirteforum machen. „Die Gastronomie ist besser als ihr Ruf. In keinem anderen Beruf haben junge Menschen so leicht die Möglichkeit, die Welt zu bereisen oder Karriere zu machen. Dem Berufsnachwuchs stehen alle Türen offen“, ist man sich einig. Für die Gastronomie sprechen auch, dass man sein eigener Herr ist, kreativ arbeiten kann und dass die Arbeit sicher nicht eintönig wird. „Was es auf jeden Fall leichter macht, sind Kooperationen und Zusammenarbeit“, weiß Julia Falkner und nennt als jüngstes Beispiel den Zusammenschluss zur Gastro-Szene. „Hier ist trotz aller Vorschriften und Verordnungen eine positive Stimmung spürbar.“ Die schönste Motivation sei aber das Lob und die Zufriedenheit der Gäste.

Auch die Sarleinsbacher Wirtin hat sich wieder zu ihren Gästen an den Stammtisch gesetzt und schwelgt mit ihnen in Erinnerungen. Von einer Faschingshochzeit ist da die Rede und wieviel Aufsehen diese erregt hat. Wer weiß – vielleicht wird eine solche schon im nächsten Jahr beim Kirchenwirt gefeiert.


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Gastuser
Gastuser
03.02.2016 13:40

Wirt mit Leib und Seele

Da auch ich in der Gastronomie tätig bin, freut es mich, dass wir eine neue Kollegin bekommen haben. Da die Kollegin nun ja schon 2 Monate mit Begeisterung Wirtin ist, möchte ich Sie aber auch gerne wieder nach 2 Jahren oder 20 Jahren fragen, ob auch dort noch die Begeisterung da ist.