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Pramtaler Sommeroperette präsentiert mit „My Fair Lady“ erstmals ein Musical

Theresa Senzenberger, 31.03.2026 10:47

ZELL/PRAM. Heuer bewegt sich die Pramtaler Sommeroperette erstmals ins Reich des Musicals: Mit „My Fair Lady“ wird von 12. bis 28. Juni eines der bisher bekanntesten Stücke auf die Bühne im Innenhof des Schlosses Zell an der Pram gebracht.

  1 / 2   Mit "My Fair Lady" setzt die Pramtaler Sommeroperette heuer auf einen Publikumsliebling. (Foto: Tips/Senzenberger)

Zum 13. Mal lädt die Pramtaler Sommeroperette Kulturbegeisterte nach Zell und will mit Musik, Gesang und Tanz sowohl einen Raum zum Genießen als auch zum Nachdenken bieten. Während in den vergangenen Jahren stets Operetten gezeigt wurden, ist heuer erstmals ein Musical zu sehen – oder zumindest ein „Mischwesen“.

„My Fair Lady ist ein Grenzfall zwischen Operette und Musical“, erklärt Intendant Harald Wurmsdobler aus Münzkirchen. „Als Sohn eines Wiener Operettensängers verstand Komponist Frederick Loewe es wie kein anderer, seine österreichisch-europäischen Wurzeln mit seinen Erfahrungen am Broadway zu verbinden. Auf diese Weise vereint er Tradition und Moderne.“

Vom Blumenmädchen zur feinen Dame

Das Werk befasst sich unter anderem mit folgendem Thema: Wie stellen sich Männer Frauen vor?

Professor Henry Higgins will aus dem Blumenmädchen Eliza Doolittle eine feine Dame machen. Im Laufe seines Crashkurses in Artikulation und Etikette beweist vor allem Eliza viel Hartnäckigkeit, Charme und Eigenständigkeit. Am Ende verändert sich viel mehr als nur Elizas Aussprache.

Zahlreiche Auszeichnungen

Das Musical entstand Mitte der 1950er-Jahre in Zusammenarbeit von Loewe und dem Texter Alan Jay Lerner und wurde am Broadway zu einem Welterfolg. Das Musical erhielt sechs Tony Awards, der darauffolgende Film gewann acht Oscars.

Neuerungen in Zell

Viele ehrenamtliche Mitarbeiter sorgen dafür, dass die Veranstaltung umgesetzt werden kann. Und die Menschen aus der Region werden auch in das Stück einbezogen. So bringt Regisseurin Sally Elblinger etwa den oberösterreichischen Dialekt in das Werk.

Eine weitere Besonderheit: „Wir haben uns gefragt: Was wäre, wenn das Publikum eine Information bekommt, von der die Figuren noch nichts wissen?“, berichtet Elblinger. „Ich habe Lösungen gesucht, wie wir alles bedienen können: das Schwelgen und Genießen, aber auch das Hinterfragen von Konventionen.“

Viele bekannte Lieder

Für Musik sorgen wie gewohnt der Chor der Pramtaler Sommeroperette und das Salonorchester sINNfonietta. Das Englischhorn bringt eine neue Klangfarbe. Ansonsten ist die Besetzung musikalisch sehr klassisch angelegt, wie Dirigent Gerald Karl erklärt. Das Publikum kann sich ihm zufolge über viele bekannte Lieder freuen.

Jennifer Lary übernimmt die Rolle der Eliza Doolittle, Wurmsdobler spielt Professor Higgins. Neben ihnen sind auch weitere Publikumslieblinge aus der Region zu sehen, wie Christa Ratzenböck aus St. Aegidi und Michael Zallinger aus Riedau. „Für Zell ist die Veranstaltung eine riesige Bereicherung und eine große Aufwertung“, sagt Bürgermeister Martin Tiefenthaler.

Englisches Dinner

An den ersten beiden Wochenenden werden die Aufführungen wieder mit einem Dinner verbunden. Während im Vorjahr polnische Speisen geboten wurden, werden heuer englische Spezialitäten aufgetischt.

Im Vorjahr mauserte sich bei der Pramtaler Sommeroperette die „Polnische Hochzeit“, ein relativ unbekanntes Stück, zu einer der erfolgreichsten Aufführungen der Veranstaltungsreihe. Diesen Erfolg wollen die Veranstalter mit „My Fair Lady“ jetzt noch erweitern.

Zusatzvorstellung

Die Strategie scheint aufzugehen. Schon jetzt sind 80 Prozent der Karten vergriffen. Aus diesem Grund wurde eine Zusatzvorstellung am Donnerstag, 25. Juni, um 19.30 Uhr geplant.

„Wir möchten mit dem Zugang zum Musical neue Publikumsschichten gewinnen“, sagt Wurmsdobler. „Zugleich hoffen wir, dass uns das Publikum treu bleibt – auch mit einer unbekannteren Operette 2027.“


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