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„Ich habe mich immer als Ermöglicher und nicht als Verhinderer gesehen“

Elena Auinger, 07.09.2016 09:33

SCHÄRDING/ST. FLORIAN. Franz Schmid aus St. Florian am Inn verabschiedete sich mit 1. September in seinen wohlverdienten Ruhestand. Er arbeitete 41 Jahre bei der Bezirkshauptmannschaft Schärding, davon 20 Jahre als Leiter der Geschäftsstelle des Sozialhilfeverbandes Schärding. Tips traf das Urgestein der BH zum Interview.

Franz Schmid verabschiedete sich nach 41 Jahren bei der Bezirkshauptmannschaft Schärding in die Pension.

Tips: Sie waren 41 Jahre für die BH Schärding tätig, welches Resümee können Sie über diese Zeit ziehen?

Franz Schmid: Während meiner Zeit bei der BH habe ich einen Strukturwandel miterlebt. Forsch formuliert könnte man sagen, dass ich Mittelalter und Aufklärung durchlaufen habe, bis es zur Demokratie gekommen ist. Mittlerweile ist es so, dass wir für die Menschen da sind und nicht umgekehrt. Vor allem in den letzten Jahren unter Bezirkshauptmann Rudolf Greiner konnte ich meine eigene Handschrift in viele Projekte, insbesondere als Leiter der Geschäftsstelle des Sozialhilfeverbandes, einbringen.

Tips: Apropos Projekte und SHV: Was waren die Meilensteine des SHV während Ihrer Zeit beim Verband?

Schmid: Größter Meilenstein war vermutlich die Entwicklung vom „Ihr zum Wir“. Der SHV ist nicht irgendein Verein, der Heime führt, und die Gemeinden müssen zahlen. Es geht nur gemeinsam gut. Dadurch haben wir auch mehr gesellschaftliche Akzeptanz und öffentliche Aufmerksamkeit erhalten. Als ich begann, hatten wir ein Heim und etwa 100 Bedienstete. Jetzt haben wir vier Heime und 387 Mitarbeiter. Ein wichtiges Projekt ist auch „SoKo“. Das sind die Sozialkoordinatoren, unser verlängerter Arm zu den Gemeinden. Die Idee dazu stammte von mir, der Name kam vom Chef. Die Entwicklung des Logos und der Leitsätze des SHV Schärding würde ich auch zu einem Meilenstein zählen. Die Schlagworte „Sozial – hilfsbereit – verlässlich“ sind auch zu meinem eigenen Lebensmotte geworden. Mir würden als Meilensteine auch noch das ViWo einfallen und auch das FIM-Familienzentrum sowie der Film über Demenz „Wenn der Verstand geht und die Gefühle bleiben“.

Tips: Ein Großprojekt des SHV war bzw. ist auch das neue Heim in Schärding sowie das Zentrum Tummelplatzstraße.

Schmid: Es war ein langer Weg zum Heim Fuchsigstraße, der von der FH OÖ begleitet wurde. Das Zentrum Tummelplatz hat gemeinsame Geschichte mit der Fuchsigstraße. Es wurde auch von der FH OÖ mitentwickelt. Begleitet wurde und wird das Projekt von der ISG. Ich habe mich für einen Neubau eingesetzt und bin nach wie vor der Überzeugung, dass das die richtige Entscheidung war.

Tips: Sie sind Kunstliebhaber und haben diese auch erfolgreich in zwei Heimen das SHV mit „Kunst am Bau“ integriert. Warum?

Schmid: Kunst ist mir wichtig und Kunst am Bau ist wichtig. Sie bringt einen Mehrwert für Bewohner und Besucher. Kunst am Bau, zuletzt in den Heimen Esternberg und Schärding, kann sich sehen lassen.

Tips: Wenn Sie nun zurückblicken: Würden Sie heute etwas anders machen?

Schmid: Nichts, was mir spontan einfällt. Ich bereue nichts. Als Leiter ist es wichtig, dass man seine Energie für ein Projekt oder eine Sache verwendet und nicht dagegen. Das habe ich immer so gemacht. Ich habe mich immer als Ermöglicher und nicht als Verhinderer gesehen.

Tips: Wofür werden Sie in Zukunft mehr Zeit haben bzw. sich mehr Zeit nehmen können?

Schmid: Für Sport, Kultur und Reisen. Ich bin im Kulturverein Schärding tätig und organisiere Kunstseminare. Außerdem bin ich Mitglied der Otterbacher Turner sowie Gründungsmitglied der Union und des Tennisvereins in St. Florian/Inn. Langweilig wird mir bestimmt nicht.

Tips: Was werden Sie besonders vermissen?

Schmid: Die Leut, besonders die in der Amtsleitung.

Tips: Was wünschen Sie dem SHV für die Zukunft?

Schmid: Wichtig ist den innovativen Weg weiter zu gehen und gemeinsam sind wir stark.

Tips: Ihre Nachfolgerin ist Anita Hötzeneder: Welche Tipps und Ratschläge können Sie ihr mit auf den Weg geben?

Schmid: Ich werde ihr keine Rat-Schläge geben, das sind „Schläge“. Auf sich und seine Gesundheit schauen ist wichtig. Anita ist eine tolle Frau mit großen Fähigkeiten, die sie auch brauchen wird. Für mich ist die Pensionierung zum richtigen Zeitpunkt gekommen, weil ich weiß, dass es gut weitergehen wird.


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