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BEZIRK SCHÄRDING. Sowohl bundes- als auch landesweit musste im Jahr 2016 ein Anstieg der Kriminalität verzeichnet werden, wie aus der Kriminalitätsstatistik 2016 hervorgeht. Trotz dieses Anstieges hat sich die Aufklärungsquote verbessert. Oberösterreich liegt hier hinter Vorarlberg an zweiter Stelle. Auch im Bezirk Schärding deckt sich die Kriminalitätsstatistik mit dem bundes- und landesweiten Trend.

Die Aufklärungsquote von Delikten im Bezirk betrug 64,2 Prozent. Foto: Wodicka
Die Aufklärungsquote von Delikten im Bezirk betrug 64,2 Prozent. Foto: Wodicka

„Wir hatten einen Anstieg um 135 Delikte zu verzeichnen. Das heißt von 1616 Delikten im Jahr 2015 auf 1751 Delikten im Jahr 2016, was einen Anstieg von 8,4 Prozent bedeutet“, berichtet Chefinspektor Erwin Eilmannsberger, stellvertretender Bezirkspolizeikommandant. In den letzten Jahren war der Bezirk Schärding bei der Aufklärungsquote ganz vorne dabei. Im Vorjahr musste hier ein kleiner Rückschlag eingesteckt werden. „Die Aufklärungsquote ist leicht gefallen, liegt aber immer noch überdurchschnittlich hoch bei sensationellen 64,2 Prozent. Hinter dem Bezirk Rohrbach rangieren wir an hervorragender zweiter Stelle“, stellt Eilmannsberger klar.

Cyberkriminalität und Gewaltdelikte

Sowohl die Cyberkriminalität als auch Gewaltdelikte sind oberösterreichweit stark gestiegen. Die Fallzahlen bei Cybercrimedelikten sind hingegen im Bezirk mit 35 Fällen gleichbleibend niedrig. „Die Dunkelziffer scheint aber weitaus höher zu sein. Möglicherweise liegt dies beim Anzeigeverhalten unserer Bevölkerung“, vermutet Eilmannsberger. Anders verhalten sich die Zahlen bei Gewaltdelikten: Alle Formen der vorsätzlichen Körperverletzung erfuhren im Bezirk Schärding eine Steigerung um 41 Fälle (plus 28 Prozent). „Die Steigerung bei den Gewaltdelikten, sprich Körperverletzungen, resultiert ausschließlich aus milieubedingten Auseinandersetzungen in den Asyl-/Fremdenunterkünften und haben keinerlei Einfluss auf die Ortsansässigen“, stellt Eilmannsberger klar. Als Grund für den Anstieg an Gewaltdelikten in Oberösterreich nannte Landespolizeidirektor Pilsl „mit hoher Wahrscheinlichkeit die Flüchtlingswelle“. „Die Statistik spiegelt für den Bezirk Schärding den bundesweiten Trend wider. So lag die Zahl der ausländischen Tatverdächtigen im Bereich der Gewaltdelikte bei 42 Prozent, im Vorjahr bei 38 Prozent“, so der stellvertretende Bezirkspolizeikommandant. Der Anteil an ausländischen Tatverdächtigen lag im Bezirk im Jahr 2015 bei 994 und stieg im Vergleichszeitraum auf 1101, also um elf Prozent an. Führende Nationen davon sind: Deutschland, Türkei, Rumänien, Afghanistan, Ungarn. Die häufigsten Delikte sind Diebstahl/Einbruchsdiebstahl, Körperverletzung, Betrug sowie Suchtmitteldelikte.

Entwicklung der „Big Five“

Große Erfolge konnten bei den „Big Five“ erzielt werden. Unter dem Sammelbegriff „Big Five“ fasst das Bundeskriminalamt die fünf Kriminalitätsfelder mit dem größten Einfluss auf das Sicherheitsempfinden der Gesellschaft zusammen. Dabei handelt es sich um Einbrüche in Wohnungen und Wohnhäuser, Diebstahl von Kraftfahrzeugen (Krafträder, Lastkraftwägen und Personenkraftwägen), bestimmte Gewaltdelikte sowie Internet- und Wirtschaftskriminalität. Im Bezirk Schärding konnten die Wohnraum-Einbruchdiebstähle um 37 Prozent gesenkt werden. Die Fallzahlen für Kfz-Diebstähle liegen laut Eilmannsberger konstant niedrig. Internet- und Wirtschaftsdelikte schwanken kaum. Lediglich der Bestellbetrug erfuhr eine Steigerung um 28 Prozent ebenso wie Gewaltdelikte (plus 28 Prozent). „Ich lege Wert darauf festzustellen, dass Schärding weiterhin ein sicherer Bezirk ist und die Polizei stets für die Sicherheit der Bevölkerung ausgezeichnete Arbeit leistet“, erklärt Chefinspektor Erwin Eilmannsberger.

Herausforderungen 2016 und Maßnahmen 2017

Als größte Herausforderung im Jahr 2016 nennt Eilmannsberger die Bewältigung der Flüchtlingskrise. „Anfangs hatte uns die Migrationslage voll im Griff; im Laufe des Jahres war insbesondere die Polizeiinspektion Schärding mit der Abarbeitung von Zurückweisungen massiv beschäftigt.“ Primäres Anliegen im letzten Jahr war der ständig steigenden Zahl an Wohnungs- und Wohnhauseinbrüche entgegenzuwirken, was laut Eilmannsberger schließlich auch gelang. Außerdem wurde – wie auch die Jahre zuvor – der Suchtmittelkriminalität mit all ihren Begleiterscheinungen großes Augenmerk geschenkt.Für das Jahr 2017 stehen das Projekt Gemeinsam.Sicher, die Wohnhaus-Einbrüche sowie die Suchtmittelkriminalität und das Deliktsfeld „Cybercrime“ an oberster Stelle des Bezirkspolizeikommandos.Wichtig ist auch die Kriminalprävention, die in allen Bereichen gesteigert wird. „Wir bieten weiterhin Vorträge und Informationsveranstaltungen zu diversen Themen, wie sicher wohnen, Seniorenberatung oder Einbruch-Diebstahl-Raub, an“, so Eilmannsberger. Nähere Infos oder Terminvereinbarung unter 059133/4270/305

Projekte und Maßnahmen der Polizei im Jahr 2017:

  • Das Projekt Gemeinsam.Sicher wird weiter serviciert.
  • Ein ganz besonderes Augenmerk wird wiederum den Wohnhaus-Einbrüchen sowie der Suchtmittelkriminalität zugewendet.
  • Zum Deliktsfeld „Cybercrime“ wird eine Ausbildungs- und Präventionsoffensive erwartet.
  • Die Kriminalprävention wird in allen Bereichen gesteigert.

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