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BEZIRK SCHÄRDING. Endlich Ferien. Doch mit der Ferienzeit beginnt für viele berufstätige Eltern auch die Zeit, in der sie sich fragen: Wohin mit dem Kind im Sommer? Der Regionsverband Sauwald-Pramtal hat sich dieser Problematik gewidmet und im Vorjahr zum ersten Mal ein Kinderbetreuungsnetzwerk installiert, das seine Fortsetzung im heurigen Sommer findet. Im Tips-Interview erzählt Johannes Karrer, Geschäftsführer Regionsverband Sauwald-Pramtal, welche Herausforderungen das Projekt mit sich bringt und wie die Betreuung der Kinder aussieht.

  1 / 2   Der Sommerkindergarten wurde vom Regionsverband Sauwald-Pramtal im Jahr 2016 ins Leben gerufen und begeisterte sowohl die Kinder als auch die Eltern. Foto: Regionsverband Sauwald-Pramtal

Tips: Wie kam es dazu, dass ihr ein Kinderbetreuungsnetzwerk im Sommer installiert habt?

Johannes Karrer: Schon im Zuge der Erarbeitung der Leader-Entwicklungsstrategie war dies ein wichtiges Thema – wir haben dann die Initiative ergriffen und im letzten Jahr die erstmalige Umsetzung organisiert und über Leader gefördert. Wir freuen uns, dass das Leader-Projekt bei den Gemeinden und den Familien so gut angekommen ist: Ein tolles Signal der Gemeinden ist auch, dass alle auch heuer wieder gemeinsame Sache machen bei der Kinderbetreuung. Schließlich ist es auch für die Gemeinden oft nicht einfach mit den begrenzten Mitteln und den hohen bürokratischen Anforderungen dieses Angebot zu ermöglichen.

Tips: Wo liegen die großen Herausforderungen des Projektes?

Karrer: Ganz klar im bürokratischen Aufwand um an die Sommerkindergarten-Förderung des Landes zu kommen: Hier werden die gleichen sehr hohen Anforderungen an Qualität und Auslastung gelegt wie beim Regelkindergartenbetrieb während des Jahres. Natürlich sind alle dafür, Gemeinden und Familien, ein hohes Maß an Qualität in der Betreuung sicherzustellen. Allerdings sollten die Regeln dem angepasst werden, was es ist – ein Sommerkinderbetreuungsprogramm für ein bis zwei Monate. Dieselbe Planungstiefe und Detaillierung in den pädagogischen Konzepten zu verlangen wie für ein ganzes Kindergartenjahr schießt da über das Ziel hinaus. Die Kinder sind schließlich in den Ferien und sollen sich auch bei Spiel und Spaß erholen können. In manchen Netzwerken ist auch der Transport ein schwieriges Thema, üblicherweise wird aber dafür eine zufriedenstellende Lösung gefunden.

Tips: Wie waren die Rückmeldungen aus dem Vorjahr?

Karrer: Durchwegs sehr positiv. Viele berufstätige Familien ohne Großeltern wissen sonst oft nicht wie sie den Sommer mit ihren Urlaubsansprüchen durchbringen sollen. Bürgermeister Edi Paminger aus St. Aegidi hat mir folgendes berichtet: „Neun Familien haben sich bereits letztes Jahr per Mail bei uns bedankt für die große Unterstützung und tolle Organisation der Sommerferienbetreuung!“ Bei den Elternabenden in den Netzwerken sind sehr oft Vertreter der teilnehmenden Gemeinden quer durch alle politischen Lager vor Ort, auch das zeigt die breite Unterstützung seitens der Gemeinden.

Tips: Wie viele Kinder werden heuer wo und wie lange betreut?

Karrer: In allen acht aktiven Netzwerken werden täglich jeweils zwölf bis 30 Kinder betreut, meist im Alter von zwei bis zwölf Jahren. Tendenz steigend. In allen Netzwerken werden die Kinder im August betreut. In manchen Netzwerken wie z.B. Netzwerk 1 werden die Kinder von der ersten bis dritten Juli-Woche betreut. Das hängt von den Rückmeldungen der Eltern ab, die im Vorfeld befragt wurden.

Tips: Wer übernimmt die Betreuung der Kinder?

Karrer: Die Kinder werden von zwei bis drei Kindergartenpädagoginnen betreut, die von einer Gemeinde im Netzwerk für die Dauer der Sommerbetreuung angestellt werden. In zwei Netzwerken wird die Kinderbetreuung vom Hilfswerk im Auftrag der Gemeinden übernommen. Auch hier werden die Kinder von ausgebildetem Fachpersonal betreut.


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