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Spatenstich für Kunstmuseum in Engelhartszell erfolgt - Anrainer bekämpfen das Projekt juristisch

Elena Auinger, 25.08.2020 10:16

ENGELHARTSZELL. Nach intensiver und detailverliebter Planungsphase lud nun Kunsthändler Josef Schütz gemeinsam mit seiner Frau Irene zum Spatenstich seines Museums in Engelhartszell, mit dem er sich einen Lebenstraum erfüllen möchte. Unter den Gästen befanden sich unter anderem Außenminister Alexander Schallenberg und der Botschafter der Volksrepublik China Li Xiaosi sowie Landtagspräsident Wolfgang Stanek.

  1 / 2   Bürgermeister Roland Pichler, Landtagspräsident a. D. Friedrich Bernhofer, Botschafter der Volksrepublik China Li Xiaosi, Josef und Irene Schütz, Außenminister Alexander Schallenberg, ÖVP-Clubobmann August Wöginger und Landtagspräsident Wolfgang Stanek (v. l.) Foto: EAuinger

Mit dem Spatenstich ist der Startschuss für das erste Null-Energie-Museum der Welt gefallen. Josef Schütz war es als ehemaliger Baumeister ein Anliegen, nicht nur Kunst und Kultur in der Region zu fördern, sondern auch den Gedanken des Umweltschutzes aktiv umzusetzen. So wird das neue Gebäude aktiv klimaneutral betrieben werden. „Umwelt- und Energiebewusstsein war mir schon immer in meiner Arbeit ein Anliegen“, erklärt Josef Schütz seine Beweggründe für den Bau eines „Zero-Energy-Museums“.

Lebendiges Museum

Die Besonderheit des Museums stellt laut Schütz seine Lebendigkeit dar: das künstlerische Fundament des Museums, dessen Eröffnung für Herbst 2021 geplant ist, stellt die „Private Collection Irene & Josef Schütz“ dar. Die Sammlung enthält Werke von Künstlern wie Klimt, Schiele oder Kokoschka. Zusätzlich zur Dauer-Ausstellung sind jährlich drei bis vier Sonderausstellungen geplant. Ein drittes Standbein wird ein Atelier für „artists in residence“ sein, bei dem man den internationalen und nationalen Künstlern bei der Arbeit über die Schulter blicken kann. Weiters wird das Museum ein Café beherbergen.

Lobende und dankende Worte

Als „riesige Bereicherung für die Gemeinde Engelhartszell“ bezeichnete der Bürgermeister des Donaumarktes, Roland Pichler, das Schütz Museum beim Spatenstich. ÖVP-Clubobmann August Wöginger dankte dem Ehepaar Schütz dafür, dass „mehrere Millionen Euro für Kunst in die Hand genommen werden.“ Auch Landtagspräsident Wolfgang Stanek freut sich über den Bau des Museums: „Kunst und Kultur führt zusammen und verbindet Völker“, ist sich dieser sicher. Ebenso sieht es der Botschafter der Volksrepublik China Li Xiaosi: „Das Schütz-Museum wird als Brücke der beiden Länder Österreich und China dienen und deren Beziehung zueinander weiterentwickeln.“ Österreichs Außenminister Alexander Schallenberg sieht im Bau des Schütz-Museums ein „tolles Symbol des Optimismus und Zukunftsglaubens, das wir im Moment alle brauchen.“ Überrascht war man beim Spatenstich auch von einer Videobotschaft von Bundeskanzler Sebastian Kurz, der dem Ehepaar Schütz zu dem geplanten Projekt gratulierte.

Initiative gegen Museumsbau hat Angst zweites Hallstatt zu werden

Wenig erfreut über den geplanten Bau des Schütz-Museums sind einige Anrainer: „Wir sind nicht gegen den Bau des Museums selbst, sondern gegen die Dimension des Bauvorhabens.“ Sie haben sich zu einer Initiative gegen „das ortsbildzerstörende Museumsmonster“, wie sie das Museum in einer Aussendung bezeichnen, zusammengeschlossen und bekämpfen das Projekt juristisch.

Weiters befürchtet die Initiative, dass Engelhartszell zu einem zweiten Hallstatt werden könnte. In der Presseaussendung ist zu lesen: „Als Hauptzielgruppe seines Klimt-Schiele-Kokoschka-Kunst-Disneylands an der Donau hat der künftige Betreiber Josef Schütz höchstwahrscheinlich chinesische Touristenmassen im Visier. Viele Engelhartszeller kritisieren, die Gemeinde an der Donau werde sich damit bald in ein zweites Hallstatt verwandeln.“ Tips gegenüber nennt Josef Schütz als Hauptkunden Kunstinteressierte aus dem südbayerischen und oberösterreichischen Raum sowie Schiffstouristen, bei denen er, wie er sagt, nicht beeinflussen kann, woher diese kommen. Der Bau selbst wird nun 15,70 Meter Höhe haben und nicht wie Anfangs geplant 18 Meter. Damit möchte Schütz den Nachbarn entgegenkommen.

Kritik an Bürgermeister

Scharfe Kritik äußert die Initiative gegen das Museum auch an Engelhartszells Bürgermeister Roland Pichler: „Die Zerstörung des Ortbildes durch den monströsen (Privat-)Museumskasten stört den Bürgermeister allerdings bislang nicht im Geringsten. Um den unabhängigen Ortsbildbeirat des Landes Oö zu umgehen, ließ er auf Gemeindekosten ein teures Privatgutachten ganz im Investorensinne anfertigen.“ Auf Anfrage von Tips streitet Pichler diesen Vorwurf vehement ab: „Ich habe einen gerichtlich beeideten Sachverständigen beauftragt, der ein unabhängiges und objektives Gutachten erstellt hat.“ Dass es sich bei dem Sachverständigen um einen gerichtlich beeideten handelt, war Pichler dabei besonders wichtig.

Die Anrainer haben gegen den Baubescheid beim Landesverwaltungsgericht berufen. Dieser stellte eine Nachforderung, nämlich ein Lichtgutachten, das Josef Schütz bereits nachgereicht hat. Einen neuerlichen Bescheid gibt es bisher nicht.


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