Rettungsdienst in Zeiten von Corona
BEZIRK SCHÄRDING. Sein Arbeitsplatz ist zumeist hinter dem Schreibtisch, denn Florian Kurz ist Bezirksgeschäftsleiter des Roten Kreuzes Schärding. Ab und an steigt er allerdings auch ins Rettungsauto ein. So geschehen, als er einen Abend lang Dienst beim Covid-SEW absolvierte.

„Endlich ist es mir gelungen, mich wieder mal selbst ins Rettungsauto zu setzen, nicht nur, weil ich das einfach gerne tue, sondern auch, weil ich immer wieder mal selber sehen möchte, was meine Mitarbeiter tagtäglich leisten müssen“, schreibt Kurz in einem Facebook-Post. Er berichtet davon, dass der Alltag im Rettungsdienst seit Beginn der Coronapandemie ein neuer, nämlich „ein anstrengenderer“, geworden ist.
Dienst im Covid-SEW
„Ich hatte gestern auf unserem Covid-SEW Dienst, das heißt, wir waren zuständig für Transporte und Notfälle mit Covid-Patienten bzw. Verdachtsfällen. Vor jedem Transport heißt es also: Uniform weg, Schutzanzug an, Schutzbrille und FFP2-Maske auf, zwei Lagen Handschuhe und eine große Portion Ungewissheit im Gepäck“, so die Beschreibung von Florian Kurz. Sind die Rettungssanitäter erst einmal im Anzug, heißt es höchste Vorsicht: „Da man beim Patientenkontakt kontaminiert wird, muss man höllisch aufpassen: Nicht ins Gesicht, auf die Brille oder Maske greifen; keine unnötigen Flächen am Fahrzeug berühren etc. Unter dem Anzug: stickig, heiß, unbequem. Wenn man mal muss, Pech gehabt, das geht erst wieder, wenn man auf der Dienststelle ist, sich umgezogen und sich selbst und das Fahrzeug desinfiziert hat“, beschreibt Kurz im Facebook-Post seine Erfahrungen.
Unverständnis für Verleugner - Dank an Mitarbeiter
„Angekommen beim Patienten sieht man sehr viel Leid. Die Patientin wurde positiv auf das Coronavirus getestet und bekommt nun kaum mehr Luft. Wir versorgen sie und bringen sie ins Krankenhaus. Ihr Mann kann nicht mit, da auch er erkrankt und in Quarantäne ist“, so Kurz, der weiter ausführt: „Wenn ich das alles so miterlebe, dann kommen bei mir zwei Gedanken hoch: Erstens kann ich einfach nicht verstehen, dass es immer noch Menschen gibt, die die Situation verharmlosen oder verleugnen. Und zweitens möchte ich mich bei allen meinen Mitarbeitern bedanken, die aktuell sehr viele Strapazen auf sich nehmen und Tag für Tag alles Menschenmögliche geben, um das System zu erhalten. Egal ob Rettungsdienst, Pflege, Soziale Dienste, egal ob freiwillige Mitarbeiter, Zivildiener oder berufliche Mitarbeiter – alle leisten großartiges und trotz erschwerter und unangenehmer Bedingungen ist die Motivation und das Engagement hervorragend. Es erfüllt mich mit sehr viel Stolz und Freude, so viel Fleiß und Engagement bei uns zu spüren. Danke.“


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