Die Pension kann noch warten
RIEDAU. Helmut Witzeneder arbeitet seit 47 Jahren als Maler für die Firma Reiter Maler aus Raab. Obwohl er mit Anfang Juli in die wohlverdiente Pension gehen könnte, hängt der 62-Jährige noch ein Jahr dran.

„Wenn ich wieder die Möglichkeit hätte, mir einen Beruf auszusuchen, dann würde ich genauso entscheiden wie vor 47 Jahren“, meint Maler Helmut Witzeneder. Während es heutzutage kaum mehr vorkommt, dass ein Arbeiternehmer seine ganze Berufslaufbahn bei ein und demselben Unternehmen verbringt, ist es bei Witzeneder anders. „Wenn man sich wohl fühlt, dann hat man keinen Grund, etwas zu verändern“, meint der gebürtige St. Willibalder, der seit zwei Jahren in Altersteilzeit ist.
Erster Arbeitstag im Juli 1974
An den ersten Arbeitstag kann sich Witzeneder noch sehr gut erinnern. „Das war am 15. Juli 1974. Ich bin mit dem Fahrrad von St. Willibald nach Raab gefahren. Danach ging es weiter zur Baustelle nach Altschwendt zum Busunternehmen Fischer“, so Witzeneder, der berichtet, dass sich die Arbeit als Maler in den letzten Jahren beziehungsweise Jahrzehnten sehr verändert hat. Laut dem 62-Jährigen gab es früher unter anderem keine Arbeitsaufträge. „Wir wussten nur, wo sich die Baustelle befindet. Alles Weitere haben wir direkt vor Ort mit den Auftraggebern besprochen. Heute bekommt man einen Arbeitsauftrag mit allen wichtigen Informationen. Zudem war es früher Tradition, dass man von den Bauherren zum Frühstück, Mittag- und Abendessen eingeladen wurde. Dies ist heutzutage allerdings eine Ausnahme. Auch die Farben haben wir noch selber gemischt und sind zu den Baustellen in Raab noch mit dem Fahrrad gefahren.“
Gymnastik und Schwimmen
Die Arbeit als Maler bezeichnet Witzeneder als körperlich anstrengend und abwechslungsreich. Dass er dennoch seinen Pensionsantritt um ein Jahr verlegt, hat nichts mit Geld, sondern mit seiner körperlichen Fitness zu tun. „Gymnastik und Schwimmen halten mich fit. Wenn ich nach der Arbeit bei uns in Riedau im Freibad einige Längen schwimme, dann fühle ich mich danach wie neu geboren. Ich sage auch immer, dass Stress wasserlöslich ist.“
Dass Witzeneder noch ein Jahr dranhängt, freut auch seinen Chef David Reiter ganz besonders. „Helmut ist ein Urgestein und absolut loyal. Solche Mitarbeiter wie ihn wünscht sich jeder Betrieb. Wir sind sehr froh, dass er uns noch länger erhalten bleibt“, meint Reiter.


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