Keine Maschinen, dafür jede Menge Hingabe

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Lukas und Martina Lang ernähren sich rein pflanzlich. (Foto: Privat)
Omer Tarabic Omer Tarabic, Tips Redaktion, 21.04.2021 13:32 Uhr

TAUFKIRCHEN. Martina (34) und Lukas Lang (39) betreiben in der Ortschaft Wolfsedt (Gemeinde Taufkirchen/Pram) den „LangLebenHof Permakultur“, einen kleinstrukturierten Familienbetrieb mit vielfältigem Gemüse- und Obstangebot.

Tips: Frau Lang, was bedeutet Permakultur?

Lang: Permakultur (dauerhafte Landwirtschaft) ist das bewusste Gestalten landwirtschaftlich produktiver Ökosysteme, die die Vielfalt, die Dauerhaftigkeit und Selbstregulierungsfähigkeit der Natur fördern. Wir achten auf die Symbiose zwischen Pflanzen, Mensch und Tieren. Unterschiedlichste Gemüse- und Obstsorten, Blumen und Sträucher locken Bienen, Vögel, Frösche und andere Tiere an. 

Tips: Was ist das Besondere an Ihrer Anbauweise?

Lang: Das Besondere an unserer Anbauweise ist, dass wir zum Wohle der Mikroorganismen den Boden nicht umackern, sondern eine dicke Kompostschicht aufschütten, die wir jedes Jahr von neuem mit Bio-Kompost versehen. Zur Humifizierung und Mineralisierung des Bodens haben wir die Beetwege mit Hackschnitzel ausgelegt. Aus den Permabeeten gehen Lebensmittel allerhöchster Qualität hervor und das schmeckt man. Unser Motto lautet: Vielfalt statt Einfalt! Weg von Monokulturen, hin zu Biodiversität. Wir betreiben also regenerative Landwirtschaft und gehen verantwortungsvoll mit dem Boden um, den wir nicht mit schweren Maschinen verdichten, die nicht nur in der Anschaffung, sondern auch Inbetriebnahme teuer sind. Wir verwenden nur Handgeräte und Kleinmaschinen.

Tips: Warum haben Sie sich entschlossen, einen Permakultur-Garten anzulegen?

Lang: Dem Aufbau des Vielfaltgartens geht eine Ernährungsumstellung voraus. Bereits seit zehn Jahren ernähren wir uns rein pflanzlich und mit der zunehmenden Liebe zum Gemüse verstärkte sich auch der Wunsch, unsere Nahrung selbst anzubauen. Nach dem Umzug aufs Land stand dem Traum von der Selbstversorgung nichts mehr im Wege. Da wir mit dem Gemüse nicht nur optischen Erfolg hatten, sondern sich unsere Ernten auch geschmacklich vom „Einheitsbrei“ der Lebensmittelindustrie abhoben, riskierten wir den Sprung in den Erwerbsanbau.

Tips: Wie lange haben die Planungen für Ihren Garten gedauert?

Lang: Vom Papier zur Realität dauerte es eine Weile. Die ersten Aktionen setzten wir im Sommer 2018 mit einer großflächigen Biodiversitätsmischung zur Bodenverbesserung. Im Herbst 2019 pflanzten wir rund 200 verschiedene Obstbäume. Den Großteil der Gemüsebeete und Infrastruktur bauten wir im Laufe des letzten Jahres auf.

Tips: Welches Obst- und Gemüse kann man bei Ihnen kaufen? 

Lang:  Wir bieten ein breites Spektrum an Gemüsearten und Sorten - je bunter umso besser! Im Permagarten LangLebenHof gibt es über 90 Gemüsesorten und auch das Angebot an Kräutern werden wir dieses Jahr stark ausbauen. Denn die Vielfalt am Teller hängt von der Vielfalt auf den Beeten ab und bei beidem wollen wir und unsere Kunden Farben sehen. In unserem Gartenparadies dürfen Obstbäume natürlich nicht fehlen. An die 200 unterschiedliche Sorten von Äpfeln, Birnen, Zwetschken, Kirschen, Feigen, Marillen, Pfirsich und auch Exotisches wie Khaki und Indianerbananen sorgen für Obstvielfalt - allerdings erst in ein paar Jahren. Nun heißt es Geduld zeigen bis die süßen Früchte bereit sind zum Verzehr. 

Tips: Wann kann mit der ersten Ernte gerechnet werden?

Lang: Die ersten Radieschen, Mairüben und Salate in dieser Saison können ab Mitte Mai jeden Freitag bei uns am Hof erworben werden. Am 4. Juni gibt es die erste Gemüsekistl-Abholung für angemeldete Ernteteiler. Unsere Ernte geht in erster Linie an die Ernteteiler – in Form einer wöchentlichen Gemüsekiste. Alles kommt vollreif und maximal frisch in die Küchen unserer Mitglieder. Unsere Kunden bekommen von Juni bis November jede Woche ihren Anteil an der Ernte frisch vom Beet. 

Tips: Verkaufen Sie auch andere Produkte?

Lang: Unsere Verantwortung endet nicht bei der Ernte, auch die Veredelung unserer Lebensmittel liegt uns am Herzen. Das saisonale Gemüse verarbeiten wir zu köstlichen Pestos, Chutneys, Soßen, Gewürzmischungen und Tees. 

 

 

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