Johann Höller: „Es ist ein gutes Gefühl, gebraucht zu werden und helfen zu können“

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Elena Auinger Elena Auinger, Tips Redaktion, 27.10.2021 09:17 Uhr

MÜNZKIRCHEN. Johann Höller ist seit kurzem Ehrenbürger der Gemeinde Münzkirchen und das aus gutem Grund: Der pensionierte Hauptschuldirektor und Bürgermeister a. D. der Sauwaldgemeinde ist seit vielen Jahren ehrenamtlich tätig und hegt eine große Leidenschaft für Geschichte und Sozialthemen, die er an die jüngere Generation, aber auch an Ältere weiterzugeben versucht.

Tips:Sie sind Ehrenbürger der Marktgemeinde Münzkirchen: Welche Bedeutung hat diese Auszeichnung für Sie?

Johann Höller: Es ist eine besondere Ehre, für sein „Lebenswerk“ diese Anerkennung seitens der Heimatgemeinde zu bekommen. Ich habe mich stets bemüht, in vielen Bereichen für die Mitbürger da zu sein. So habe ich vor meiner zwölfjährigen Bürgermeistertätigkeit als Sektionsleiter für Faustball und Schilauf viel Zeit dem Vereinssport gewidmet sowie Schwimm- und Wasserrettungskurse abgehalten. Die meiste Zeit aber verpflichtete ich mich dem Roten Kreuz: 17 Jahre als Jugendrotkreuz-Bezirksleiter und nun schon weitere 17 Jahre als Leiter des Sozialdienstes in Münzkirchen.

Tips:Als Lehrer und Direktor der Hauptschule Münzkirchen hatten Sie immer großes Interesse, den Kindern Ihre „Heimat“ nahezubringen, was verbindet Sie mit ihrer Heimatgemeinde?

Höller: Es ist das Gefühl der Vertrautheit, weil man hier in einer Großfamilie in der Nachkriegszeit aufgewachsen ist, in ein lebendiges Vereinsleben im Ort eingebunden war und die stete Aufwärtsentwicklung der Gemeinde erleben konnte. Als Bürgermeister hatte ich selber die Möglichkeit, das Gemeindeleben mitzugestalten und als Lehrer die Verantwortung, den Schülern mitzugeben, dass das Heimatgefühl viel wert ist und Sicherheit gibt.

Tips:Sie hegen auch eine große Leidenschaft für Geschichte. So bieten Sie beispielsweise Führungen durch den Erdstall unter dem Gasthaus Wösner an. Was möchten Sie hier späteren Generationen weitergeben?

Höller: Die Marktgemeinde Münzkirchen hat sehr wertvolle geschichtliche Dokumente aus der Vergangenheit, allen voran der nun schon 1.000-jährige Erdstall beim Gasthof Wösner, der den Forschern heute noch große Rätsel über Sinn und Verwendung dieser unterirdischen Gänge aufgibt. Zum anderen die Darstellung des Gefechtes von Eisenbirn aus dem Jahre 1703, das in einem Diorama und mit einer Gefechtsfeldsignierung dokumentiert ist. Durch einen Kurzführer, den ich über unsere Pfarrkirche und die Pestkapelle St. Sebastian verfasst habe, und in vielen Ortsführungen weise ich auf die Bedeutung der Marktgemeinde in der Geschichte und in der Gegenwart hin. Durch das geschichtliche Wissen entsteht eine Verbundenheit mit der Heimatgemeinde. Auch spätere Generationen sollen aus der Geschichte lernen, dass man manches nicht vergessen darf und das Leben in Sicherheit und Frieden schätzen soll.

Tips:Was hat Sie bewogen, auch als Bürgermeister in Münzkirchen mitzugestalten und welches der vielen Projekte, die während Ihrer Amtszeit umgesetzt wurden, lag Ihnen besonders am Herzen?

Höller: Ich bin von der Bevölkerung in dieses Amt gewählt worden und habe versucht, dem Vertrauen gerecht zu werden. Neben den vielen infrastrukturellen Ausbaumaßnahmen im Versorgungs-, Bildungs- und Sportbereich konnte die neue Musikschule mit Probenraum und dem großen Gemeindesaal gebaut werden. Mit dem Ankauf der ehemaligen Molkerei und der Erschließung des Gewerbegebietes am Kreisverkehr wurde ein großer Schritt in der wirtschaftlichen Entwicklung der Marktgemeinde gemacht. Eine besondere Freude bereiteten mir aber damals die Pilotprojekte „Familien- und Jugendfreundliche Gemeinde“, die wir für das Land Oberösterreich durchführten. Ein Jugendparlament und ein Kinder- architektenteam bei der Gestaltung des Spielplatzes sowie die Erstellung eines Leitbildes für unsere Gemeinde unter Mitarbeit der Bevölkerung waren sicher die Höhepunkte einer direkten Demokratie.

Tips:Was ist für Sie der Antrieb, über so lange Zeit ehrenamtlich in den verschiedenen Bereichen tätig zu sein?

Höller: Es ist ein gutes Gefühl, gebraucht zu werden und helfen zu können. Man freut sich, wenn Projekte gelingen, etwas Schönes entsteht und man Menschen zur Mitarbeit begeistern kann. Es ist aber auch wichtig, immer wieder einmal loszulassen, um mehr Zeit für die eigene Familie und Freunde zu haben.

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