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RAINBACH. Am Freitag, 16. Juni um 19.30 Uhr steht die Premiere der Rainbacher Evangelienspiele auf dem Programm. Auf dem Spielplan steht „Ruth“. Im Interview mit Tips spricht Anne Zauner, Co-Intendantin und Tochter von Friedrich Ch. Zauner, über die ersten Evangelienspiele seit dem Tod ihres Vaters.

d (Foto: Privat)
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Tips:Frau Zauner, was steht heuer auf dem Spielplan der Rainbacher Evangelienspiele?

Zauner: Das Theaterstück des heurigen Jahres behandelt ein topaktuelles Thema. Es geht um Fremdsein und Ausgrenzung – und um die Bewältigung von Vorurteilen und kulturellen Klischees. Die Titelfigur Ruth ist eine Moabiterin, die ihrer Schwiegermutter Noemi in deren Heimat Juda folgt. Dort erfährt sie Ablehnung und es wird ihr Gewalt angetan.Der Autor Friedrich Ch. Zauner porträtiert Ruth – getreu der biblischen Vorlage – als eine Heldin der etwas anderen Art. Es ist nicht Rache, die Ruth antreibt, sondern Liebe. „Von den Haarspitzen auf ihrem Haupt bis zu den Zehen an ihrem Fuß ist sie nichts anderes als eine Kanne voll Liebe“, heißt es einmal im Stück. Und so kann Ruth verzeihen und immer aufs Neue das Gute im Menschen finden. Belohnt wird ihre Großherzigkeit damit, dass der Funke auf den mächtigen Gutsherren Boas überspringt und sich zwischen ihm und Ruth eine der schönsten und berührendsten Kulturclash Liebesgeschichten entwickelt, die die österreichische Literatur zu bieten hat.

Tips: Heuer wird vieles neu. Neue Regisseurin, neue Schauspieler. Was wird anders als in den Jahren zuvor?

Zauner:In den Jahren zuvor war der Autor Zauner auch der Regisseur seiner Stücke und seine Handschrift hat die Inszenierungen viele Jahre geprägt. Nun ist er im November 2022 verstorben und es beginnt eine neue Ära. Es war aber auch Zauners Wunsch, dass die Spiele von der Familie weitergeführt werden – in seinem Sinn, jedoch mit dem Verständnis der nächsten Generation. Wir haben nun für „Ruth“ explizit eine Regisseurin gesucht und in Babett Arens eine erfahrene Theatermacherin gefunden, die auch für die Besetzung der wichtigsten Rollen verantwortlich zeichnet … Und so inszeniert in diesem Jahr erstmals eine Frau bei den Rainbacher Evangelienspielen.

Tips: Warum hat man sich entschieden, die Evangelienspiele heuer anders zu gestalten?

Zauner: Die Rainbacher Evangelienspiele bieten Theater, das nah an den Menschen ist. Das soll auch so bleiben – es wäre aber auf längere Sicht fatal, wenn wir nur eine Kopie des „Alten“ versuchen wollten. So wie sich die Zeit ändert, muss sich auch der Stil der Spiele verändern, um lebendig und relevant zu bleiben. Es heißt aber nicht, dass wir alles auf den Kopf stellen: Die Mischung aus höchst anspruchsvollem Theater im „Dialog“ mit hochkarätiger Bühnenmusik bleibt erhalten und auch die Bühne des Rainbacher Theaterstadels wird hoffentlich noch viele Jahre die Kulisse für die Spiele sein.

Tips:Worauf dürfen sich die Besucher freuen?

Zauner:Babett Arens hat beim Lesen des Stückes nicht nur an der poetischen Sprache und dem dramatischen Grundkonflikt von Fritz Zauners „Ruth“ Gefallen gefunden, sondern auch an der Komik, die er in einige wichtige Szenen eingebaut hat und die u. a. in der Interpretation von Burgschauspieler Florentin Groll höchst lebendig wird. Worauf wir uns freuen können: Es wird dramatisch und spannend und komisch und berührend in diesem Jahr bei den Rainbacher Evangelienspielen.

Premiere: Freitag, 16. Juni 2023, 19:30 Uhr Nachmittagsvorstellungen 15:00 Uhr | Abendvorstellungen 19:30 Uhr

Samstag, 17. Juni und Sonntag, 18. Juni 2023

sowie Freitag, 23. Juni | Samstag,  24. Juni und Sonntag,  25. Juni 2023

Oder: ticket@rainbacher-evangelienspiele.at

Oder: Tel. 0043 (0) 7716 8028 / Mobil 0043 (0) 699 1 92 06 684

Gruppen ab 20 Personen erhalten gesonderte Konditionen

Aufführungstermine:
Kartenbestellungen:https://rainbacher-evangelienspiele.at/
Kategorienpreise: € 30,- | € 25,- | € 15,-

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