Tierschutz ist für Jäger wichtig
BEZIRK SCHÄRDING. Lebendfangfallen dürfen von Jägern verwendet werden. Vor allem bei der Jagd nach Füchsen und Mardern sind sie die effektivste Jagdmethode. Die Fallen werden aber oft von Unbekannten mutwillig zerstört.

Für viel Aufregung hat ein Artikel in einer Tageszeitung bei Jägern und Tierschützern gesorgt. Dabei wurde von drei Lebendfallen berichtet, die sich im Waldgebiet von Diersbach befinden. „Eine davon war zugeschnappt und in ihr lagen die knöchernen Überreste eines toten Tieres – offenbar eines Marders, der in der Falle elendiglich zugrunde gegangen war“, so ein Statement des Vereins gegen Tierfabriken in einer Presseaussendung.
Jener Jäger, der die Fallen aufgestellt hat, wehrt sich gegen die Vorwürfe: „Was die gefundenen Skelette angeht, handelt es sich um Tierkadaver, die gezielt als Lockmittel für Marder verwendet wurden. Es besteht kein Grund zu der Annahme, dass diese Tiere in den Lebendfangfallen zu Schaden gekommen sind.“
Fallenmelder
Weiters berichtet er, dass bei den von ihm aufgestellten Fallen Melder angebracht wurden. „Bei den Lebendfangfallen im betroffenen Waldgebiet wurden elektronische Fallenmelder installiert, die mir als Jäger umgehend Bescheid geben, sobald eine Falle ausgelöst wird. Diese Melder sind eine teure, aber wirksame Technologie, die sicherstellen soll, dass gefangene Tiere so schnell wie möglich befreit werden“, berichtet der Diersbacher Jäger (Name der Redaktion bekannt).
Sabotage seit zwei Jahren
Dass eine der Fallen geschlossen war, könnte daran liegen, dass sie von Unbekannten sabotiert wurde. „Die Sabotageakte ziehen sich in unseren Revieren seit circa zwei Jahren in unterschiedlichen Standorten hin. An den Fallen wurden Fall-Tore geschlossen oder sogar abmontiert und Fallen über Böschungen geschmissen und Elektrokabel der Fallenmelder durchtrennt!“ Und weiter: „Zudem hatte ich diese vom Skelettfund betroffene Lebendfangfalle über den Sommer gegen Zufallen gesichert. Diese Sicherung wurde ebenfalls durch das Zutun einer unbekannten Person manipuliert.“
Bejagung von Fuchs und Marder
Die Lebendfangfallen werden hauptsächlich für die Bejagung von Marder und Fuchs verwendet. Dies ist laut Schärdings Bezirksjägermeister Franz Konrad Stadler die effektivste Jagdmethode und unterliege sehr strengen gesetzlichen Vorschriften.
Warum eine Bejagung von Fuchs und Marder notwendig ist, erklärt der Bezirksjägermeister: „Der natürliche Hauptregulator Tollwut wurde durch den Menschen in den 1990er Jahren in Österreich ausgerottet. Die Fuchs- und Marderbestände nahmen unverhältnismäßig zu. Dies kann zu negativen Auswirkungen auf die lokale Tierwelt führen. Feldhase, Fasan und Rebhuhn beispielsweise, die der gesetzlichen Verantwortung der Jägerschaft unterliegen, können durch diese Beutegreifer in unserer Kulturlandschaft über Gebühr dezimiert werden.“
Übertragung von Krankheiten
Weiters können Füchse Träger von Krankheiten wie Staupe, Räude, Tollwut oder Fuchsbandwurm sein, die auf andere Tiere und sogar auf den Menschen übertragen werden können. Das Jagdgesetz schreibt vor, dass Wildbestände nicht nur artenreich, sondern auch gesund sein sollen. „Durch die Bejagung von Fuchs und Marder bleiben einerseits die Bestände dieser Tierarten gesund, andererseits ist die Übertragung von Krankheiten auf andere Tierarten sowie auf den Menschen geringer“, meint Stadler.
Laut Agentur für Ernährungssicherheit und Gesundheit ist aktuell das Auftreten des Fuchsbandwurms verstärkt festzustellen. Nach einer Studie des Robert Koch Institutes sind bis 65 Prozent der Füchse vom Fuchsbandwurm befallen. Jährlich werden beim Menschen ca. 30 Fälle einer Infektion bekannt.
Folgen für die Landwirtschaft
Eine Bejagung von Fuchs und Marder ist auch für unsere Landwirtschaft von großer Bedeutung. „Diese beiden Tiere können in der Landwirtschaft Schäden anrichten, indem sie Geflügel und Kleintiere wie Hühner, Enten und Kaninchen angreifen. Die Bejagung kann dazu beitragen, diese Verluste zu reduzieren“, meint Stadler, dem es wichtig ist zu betonen, dass die Jäger auf das Tierwohl schauen. „Die Einhaltung von Tierschutz und gesetzlichen Bestimmungen ist ein zentraler Grundsatz unserer jagdlichen Praxis. Wir werden alles in unserer Macht Stehende tun, um sicherzustellen, dass dies gewährleistet ist.“


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04.11.2023 09:52
Schäden durch Fuchs und Marder in der Landwirtschaft?
Gestern hat die Landwirtschaftskammer OÖ in ihrem Newsletter Fuchs, Marder usw. als Nützlinge zur Verringerung von Schäden durch Mäuse hervorgehoben. …dass das Mähgut von der Fläche verbracht wird. So haben die Mäuse wenig Deckung und werden von ihren natürlichen Feinden wie Fuchs, Marder, Katzen und Greifvögel dezimiert… In meiner Stellungnahme zum geplanten Jagdgesetz sollen Fallen verboten werden (§ 57) und Füchse gehegt (§ 58) statt dezimiert werden .. https://sperl.riedau.info/gesetze2024jagd.htm https://sperl.riedau.info/gesetze2024jagd57.htm https://sperl.riedau.info/gesetze2024jagd58.htm