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Winterdienst in Schärding setzt auf eingespieltes Team und gute Kommunikation

Alexander Kobler, 02.01.2024 08:00

SCHÄRDING. Auch wenn die Temperaturen zuletzt eher recht mild waren, so war der Winterdienst in Schärding heuer schon durchaus gefordert und der Winter ist ja auch noch lange nicht vorbei. Von Anfang November bis Mitte März gibt es einen genauen Ablaufplan. Tips hat mit Schärdings Bauhofleiter Alois Bauer gesprochen, worauf es ankommt, Straßen nach Schneefall so schnell wie möglich wieder frei zu bekommen und welche Reaktionen den Schneepflugfahrer von der Bevölkerung entgegengebracht werden.

  1 / 2   Das Team des Schärdinger Winterdienstes mit Bürgermeister Günter Streicher (2.v.r.) und Bauhofleiter Alois Bauer (5.v.r.) (Foto: Bauhof Schärding)

Bei Schneefall sind im Schärdinger Stadtgebiet zwei Teams mit drei Traktoren plus zwei Autos und einem Kleintraktor im Einsatz, die sich in Schichten abwechseln. Für das Fahren braucht es keinen speziellen Führerschein, je nach Fahrzeug reicht der normale PKW- oder Traktorführerschein aus. Die Fahrzeuge sind laut Bauer alle noch in einem sehr guten Zustand und teilweise noch recht neuwertig. „In der Regel sind zu 99 Prozent immer alle Fahrzeuge gleichzeitig im Einsatz“, erklärt Bauhofleiter Alois Bauer. Was die Reihenfolge angeht, gibt es einen genauen Plan, welche Straßen vom Winterdienst zuerst geräumt werden müssen. Haupt- und Nebenstraßen kommen zuerst dran, das heißt das beispielsweise Parkplätze erstmal keine Priorität haben.

Einen bestimmten fixen Zeitpunkt, wann der Winterdienst mit dem Räumkommando bei Schneefall nachts ausrückt, gibt es nicht, der Start richtet sich immer nach einem ganz speziellen Wetterbericht, der über das Smartphone der Mitarbeiter abgerufen wird. Vor dem Schärdinger Bauhof befindet sich zudem auch noch eine eigene kleine Wetterstation. Der Baufhofleiter selbst ist kein fixes Mitglied beim Winterdienst, ist aber bei besonders starkem Schneeaufkommen und bei personellen Ausfällen auch selbst mit dabei. Beim Schärdinger Winterdienst gibt es vier Einsatzleiter, acht Leute sind immer zeitgleich im Einsatz, hinzu kommen noch vier Reserveleute. Was dem Brunnenthaler Alois Bauer am meisten gefällt, ist das Lob aus der Bevölkerung. „Es ist doch wirklich häufig ein großer Aufwand, man ist meist von 4 bis 12 Uhr durchgehend mit dem Räumen beschäftigt, bis es dann zum Schichtwechsel kommt.“ So gebe es auch noch Leute, die auch mal den Daumen heben, wenn man mit Schneepflug vorbeifährt, das sei eine tolle Bestätigung.

Gute Kommunikation mit Bevölkerung

Der 55-jährige Bauer ist bereits seit 18 Jahren Schärdinger Bauhofleiter und kann daher schon auf einen großen Erfahrungsschatz zurückgreifen. „Die Winter sind mittlerweile nicht mehr die strengsten, aber es pendelt sich alles gut ein.“ Probleme, etwa das parkende Autos die Räumarbeiten behindern würden, seien in Schärding eher die Ausnahme. Auch am sehr schneereichen Wochenende Anfang Dezember, habe es keinerlei Probleme gegeben. Und auch wenn sich Bürger manchmal verärgert oder ungerecht behandeln fühlen würden, wenn beispielsweise Schnee vor die Einfahrt geschoben werden muss, setzt Bauer immer auf eine Kommunikation auf Augenhöhe: „Ich habe immer wieder die Erfahrung gemacht, dass sich nach entsprechenden Erklärungen meist doch sehr gut Gespräche entwickeln und ich habe da immer auch ein sehr offenes Ohr“, so der Bauhofleiter.

Rund 100 Tonnen Streusalz pro Winter

Als prägendste Ereignisse in seiner Zeit aus Bauhofleiter nennt Bauer etwa den sehr schneereichen Winter 2005/2006 sowie einen starken Eisregen im Jahr 2010. Was den Einsatz von Streusalz angeht, so hält sich der Einsatz über die Jahre in etwa die Waage. Im Schnitt werden in Schärding pro Jahr rund 100 Tonnen Salz verbraucht sowie 40 Tonnen Streusplitt verwendet.

Die Arbeit im Winterdienst sei körperlich und mental sehr fordernd, meint Bauer. „Man muss zu jeder Zeit voll bei der Sache sein, wenn man mit dem Schneepflug unterwegs ist.“ Am liebsten sei er selbst in der Nacht unterwegs, weil hier weniger Verkehr ist und auch die Sicht eine bessere ist. Ziel ist es immer mit dem Räumen so voranzukommen, dass ab 6 Uhr früh der Stadtverkehr wieder fließen kann. Was seine eigene Einfahrt zu Hause angeht, so räumt Bauer nach getaner Arbeit im Winterdienst, dann ganz klassisch mit der Schneeschaufel. Grundsätzlich wünscht er sich für den weiteren Winter und darüber hinaus vor allem ein weiterhin gutes Miteinander mit der Bevölkerung. „Nur zusammen schaffen wir das“, so Alois Bauer.


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