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„Wir liefern keine Massenware, sondern ausgesuchte feine Häppchen“

Rosina Pixner, 06.02.2026 11:00

SCHÄRDING. Franz Schmid engagiert sich seit 25 Jahren für den Kulturverein Schärding. Seit zehn Jahren gestaltet er als Obmann mit seinem Team das kulturelle Leben in Schärding maßgeblich mit. Tips sprach mit Franz Schmid über die Herausforderungen in der Kulturarbeit.¶

Franz Schmid, Obmann des Kulturvereins Schärding (Foto: privat)
Franz Schmid, Obmann des Kulturvereins Schärding (Foto: privat)

Seit drei Jahrzehnten steht der Kulturverein Schärding für ein vielfältiges, qualitätsvolles Kulturangebot in der Barockstadt. Einer, der diese Entwicklung maßgeblich mitgeprägt hat, ist Franz Schmid. Seit insgesamt 25 Jahren begleitet er den Verein, zunächst als Obmann-Stellvertreter, seit November 2016 als Obmann. Das Jubiläum ist für ihn Anlass zur Rückschau – und für den Blick nach vorne.

„Es war und ist eine intensive Zeit“, sagt Schmid. Intensive Jahre, geprägt von Begegnungen mit Künstlern aus unterschiedlichsten Bereichen. Seit einem Vierteljahrhundert organisiert er zudem Kunstseminare, zunächst mit Peter Kubovsky, seit 2007 mit Martin Staufner. „Das macht – meistens – große Freude“, meint er mit einem Augenzwinkern. Klar sei aber auch: Allein sei das nicht zu schaffen. „Mir steht ein großartiges Team zur Seite, viele davon sind etwa in meinem Alter.“

Kulturarbeit bedeutet für Franz Schmid weit mehr als Programmpunkte aneinanderzureihen. „Wir liefern keine Massenware, sondern ausgesuchte feine Häppchen. Man isst gerne einen guten Leberkäs in der Bumsn – aber hin und wieder braucht es ein Steak. Für diese besonderen Genüsse sorgen wir.“ 

Kultur ist Abwechslung, Inspiration und geistige Nahrung – gerade in einer Stadt wie Schärding. Gleichzeitig wünscht sich Schmid mehr Anerkennung für ehrenamtliche Kulturarbeit. „Neben Rotem Kreuz, Feuerwehr oder Sportvereinen wird sie oft zu wenig wahrgenommen.“ Dabei seien Vereine generell „der Kitt einer Gesellschaft“, besonders in herausfordernden Zeiten. Seine eigene Rolle sieht er dabei als „Ermöglicher“.

Rückblick auf die Meilensteine

Der Blick zurück auf 30 Jahre Vereinsgeschichte bringt zahlreiche Meilensteine zutage. Schmid nennt etwa die von seinem Vorgänger Wolfgang Peherstorfer initiierte Silvestergala, die bis heute erfolgreich weitergeführt wird. Großprojekte wie die „GlüXstadt Schärding“ 2019 oder das Opernfest Schärding 2023 – beide in Zusammenarbeit mit Philipp Mayer – hätten alle Beteiligten an ihre Grenzen gebracht. „Aber der Aufwand war es wert.“ Ebenso prägend waren die zahlreichen Ausstellungen in der Schlossgalerie und im Außenbereich, etwa die weithin sichtbare Spirale von Josef Baier im Garten der Orangerie.

Auch im Jubiläumsjahr ruht sich der Kulturverein nicht aus. „Immer die nächsten Veranstaltungen liegen mir am Herzen“, sagt Schmid. Bereits im Februar stehen mit Sopranistin Christa Ratzenböck und Schauspieler Fritz Egger zwei Künstlerpersönlichkeiten mit starkem regionalem Bezug auf der Bühne. Dazu kommen Ausstellungen, Kooperationsprojekte wie SPARK, ein großes Chorkonzert mit Heinz Ferlesch in der Stadtpfarrkirche, eine Lesung von Karl Markovics im Kubinsaal sowie bewährte Fixpunkte wie Volksmusik im Jänner, Muttertagskonzert, Kriminacht, Kammermusikmatinee, Jazzweihnacht, Literaturtag und die Silvestergala.Stolz ist Franz Schmid dabei nicht – aber zufrieden. „Die vielen positiven Rückmeldungen von Besuchern freuen mich sehr“, sagt er. Ebenso wie der gute Zusammenhalt im Vorstand. „Wir mögen uns. Jede und jeder bringt sich nach den eigenen Möglichkeiten ein – das macht vieles leichter.“

Von Klassik bis Jazz

Das kulturelle Angebot in Schärding habe sich in den letzten 30 Jahren stark erweitert und verändert. Heute reiche das Programm von Klassik über Jazz bis zu zeitgenössischen Formaten. Auch jüngere Zielgruppen werden verstärkt angesprochen, etwa mit den Poxrucker Sisters oder Fräulein Peter in den kommenden Jahren. Gleichzeitig weiß Schmid: „Viele unserer Veranstaltungen sind eher für ein Publikum 50 plus.“ Auch diese Zielgruppe habe Anspruch auf Qualität. Für Jugendliche bis 18 Jahre gilt bei den meisten Veranstaltungen freier Eintritt.

Nachfolger gesucht

Die größte Herausforderung sieht der Obmann allerdings in der Zukunft: „Ich suche eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger.“ Erste Gespräche habe es bereits gegeben, der Andrang halte sich aber in Grenzen. Für 2027 ist deshalb geplant, die Veranstaltungsdichte zu reduzieren, um einem neuen Team Raum zum Hineinwachsen zu geben. „Ich wünsche mir einen guten Übergang. Mir ist klar, dass es dann anders werden wird.“Mit der Stadt Schärding funktioniere die Zusammenarbeit sehr gut, betont Schmid. Gleichzeitig regt er an, auch auf politischer Ebene frühzeitig über die Zukunft der Kulturarbeit nachzudenken. Denn eines ist für ihn klar: Kultur bleibt ein wesentlicher Bestandteil des städtischen Lebens – heute genauso wie in den kommenden Jahrzehnten.


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