ÖGB Schärding: Berufstätige Eltern werden erneut im Stich gelassen
BBEZIRK. Der ÖGB beklagt, dass mit der neuerlichen Verschiebung des Schulstarts und der kurzfristigen Verlegung der Semesterferien Eltern vor riesige Herausforderungen gestellt werden.

Die Betreuung der Kinder in den Ferien ist für viele Eltern schon in normalen Zeiten ein Problem. Durch die kurzfristigen Maßnahmen der Regierung wird das noch schwerer. „Natürlich müssen alle zusammenhelfen, um diese Krise zu meistern. Dass dies die Eltern mit den Kindern wieder allein ausbaden müssen, ist aber eine Frechheit“, ärgert sich ÖGB-Regionalvorsitzender Wolfgang Mitter. Er bemängelt, dass es keine unterstützenden Maßnahmen für die Familien gibt.
Kinder vor dem Fernseher parken
Wenig hilfreich sei außerdem der ständige Hinweis darauf, dass die Kinder nach Möglichkeit zuhause betreut werden sollen – zumal es ja in vielen Firmen Homeoffice gebe. „Wer es schon probiert hat, der weiß, dass sich Homeoffice und Kinderbetreuung nicht vereinbaren lassen. Sollen Kindergarten- oder Volksschulkinder für acht Stunden vor dem Fernseher geparkt werden, damit die Eltern ungestört arbeiten können?“, wundert sich Mitter über so viel Realitätsverweigerung. „Offenbar wird billig in Kauf genommen, dass Mütter ihren Job aufgeben, weil sie nicht mehr wissen, wie sie mit Homeschooling und Ferienwirrwarr zurechtkommen sollen.“
Test- und Betreuungskonzepte
Der ÖGB fordert von der Landes- und Bundesregierung endlich ein geplantes und ordentlich kommuniziertes Test- und Betreuungskonzept für Schulen und Kindergärten. „Nach all den Erfahrungen im letzten Jahr kommt es jetzt schon wieder zu völlig unvorhersehbaren Schnellschüssen im Schulbereich. Gebe es eine ordentliche Teststrategie und überlegte Konzepte für die Schulen, müssten diese nicht ständig zugesperrt werden“, so der Tenor des ÖGB.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden