Jugendliches Engagement bei „72 Stunden ohne Kompromiss“ in Schärding
BEZIRK. Bei Österreichs größter Jugendsozialaktion „72 Stunden ohne Kompromiss“, einem Projekt der Katholischen Jugend in Zusammenarbeit mit youngCaritas und Hitradio Ö3, waren über 500 Jugendliche in ganz Oberösterreich im Einsatz. Unter dem Motto „Wir mischen mit“ packten die Jugendlichen auch im Bezirk Schärding mit an.

Insgesamt 550 Jugendliche im Alter von 14 bis 25 Jahren folgten dem heurigen Motto „Wir mischen mit!“ und engagierten sich in 41 sozialen Projekten in Oberösterreich: Sie malten, reparierten, gestalteten, unterstützten oder schenkten einfach Zeit – und das 72 Stunden lang. Über den Einsatz der Jugendlichen konnten sich unter anderem BewohnerInnen von Seniorenheimen, Menschen mit Beeinträchtigung, BesucherInnen von Jugendzentren oder Kindergartenkinder freuen. Seit 2002 findet „72 Stunden ohne Kompromiss“ in Österreich alle 2 Jahre statt. Heuer feiert es sein 10-jähriges Bestehen. Die Grundausrichtung der größten Jugendsozialaktion bleibt dieselbe, das Motto von 2021 lautete: „Wir mischen mit!“. Jugendgruppen und Schulklassen überwanden mit viel Power und Kreativität ihre eigenen Grenzen, verließen ihre Komfortzone und erweiterten ihren Horizont, indem sie neue Lebenswelten kennenlernten und sich für andere Menschen einsetzten. Sie erlebten, wie sie durch ihr Engagement anderen Freude geschenkt haben – und machten dabei selbst bereichernde Erfahrungen.
Schärding: „Demenzgarten“
Im invita-Langzeitwohnen in Schärding werden ältere Menschen mit körperlichen und psychischen Beeinträchtigungen von der Caritas begleitet und betreut. Eine Gruppe von Schülerinnen aus dem Kolleg für Sozialpädagogik in Linz gestalteten für die Senioren einen Demenzgarten. Es gab eine Menge zu tun: Ein Hochbeet wegreißen, den Brunnen zuschütten, einen Hühnerstall aufstellen, Bäume fällen und Blumen pflanzen – da war geballte Frauenpower gefragt! Normalerweise ist das „nicht so ihr Ding“, wie die Mädels zugeben: „Zu Hause machen wir keine Gartenarbeiten.“ Doch für die BewohnerInnen der Wohngemeinschaft machten sie eine Ausnahme: „Wir arbeiten gerne mit Menschen und wollen auf diesem Weg etwas zurückgeben. Ein Hochbeet wegreißen – ja, das wollten wir auch immer schon mal machen!“
Projekt „Living Books“ - Ein Projekt der Katholischen Jugend
Lebensgeschichten von älteren Menschen standen im Mittelpunkt des Projekts „Living books“, das 24 SchülerInnen der 7. Klasse des BORG Schärding in die Tat umsetzten. Dabei stellten sie gemeinsam mit den Bewohnern von Altenheimen in den Bezirken Ried und Schärding (Esternberg, Ried, Zell an der Pram, Schärding und Andorf) Video-, Foto- und Audioaufnahmen zusammen, in denen Lebens- und Zeitgeschichte einen Namen und ein Gesicht bekommt. Jasmin (16) und Isabella (17) berichten, dass es ihnen leichtgefallen ist, mit den älteren Menschen ins Gespräch zu kommen. „Und es hat auch den alten Menschen gutgetan, dass sie einfach erzählen konnten“, erzählt Isabella (17) von den Gesprächen im Seniorenheim.
Nach den Besuchen ging es an das Bearbeiten des gesammelten Materials für die Videos. „Es war voll interessant, aber auch eine Herausforderung“, zieht Jasmin Bilanz. Beide Schülerinnen sind überzeugt, dass ihr Einsatz innerhalb der 72 Stunden auch ihre Klassengemeinschaft sehr positiv beeinflusst und den Zusammenhalt gestärkt hat: „Wir haben voll zusammengehalten und geratscht und hatten viel Gaudi miteinander“, meint Isabella (17).


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