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108 Kilometer und 6.200 Höhenmeter: St. Marienkirchner meisterte anspruchsvolles Trailrennen beim Mont Blanc

Theresa Senzenberger, 02.09.2026 11:54

ST. MARIENKIRCHEN BEI SCHÄRDING. 108 Kilometer, rund 6.200 Höhenmeter und widrigste Wetterbedingungen: Der Trailrunner Philip Kobler aus St. Marienkirchen bei Schärding hat beim renommierten CCC der Ultra-Trail du Mont-Blanc (UTMB) World Series Finals das Ziel in Chamonix erreicht. Nach 16 Stunden und 47 Minuten belegte der 38-Jährige Gesamtrang 261.

Die Freude beim Zieleinlauf in Chamonix war bei Philip Kobler groß. (Foto: Kobler)
Die Freude beim Zieleinlauf in Chamonix war bei Philip Kobler groß. (Foto: Kobler)

Für Kobler ging Ende August ein lang gehegter sportlicher Traum in Erfüllung. Nach zahlreichen Qualifikationsrennen durfte der heimische Trailrunner erstmals bei den UTMB World Series Finals am Mont Blanc an den Start gehen.

Der UTMB Mont-Blanc zählt zu den bedeutendsten Veranstaltungen der internationalen Trailrunning-Szene. Ende August trifft sich rund um den Mont Blanc die internationale Elite. Sein Stellenwert lässt sich laut Kobler mit jenem der Tour de France im Radsport vergleichen.

Von Courmayeur bis Chamonix

Kobler startete beim CCC (Courmayeur–Champex–Chamonix), dem 100-Kilometer-Finale der UTMB World Series. Die Strecke führte von Courmayeur in Italien über die Schweiz bis ins französische Chamonix. Insgesamt mussten die Teilnehmer 108 Kilometer und rund 6.200 Höhenmeter bewältigen.

Windböen mit bis zu 80 km/h

Schon vor dem Start um 9 Uhr zeigte sich das Wetter von seiner härtesten Seite. Platzregen, Sturm und Kälte begleiteten die Läufer über weite Teile des Rennens. Auf den höheren Passagen kamen Windböen von bis zu 80 Kilometern pro Stunde und dichter Nebel mit teils nur wenigen Metern Sicht hinzu.

Bei Kilometer 69 erreichte Kobler seinen mentalen Tiefpunkt. „Ich wollte eigentlich nicht mehr weiter und habe das Rennen ab diesem Moment nur noch in Zehn-Kilometer-Stücke zerlegt.“

Die Strategie ging auf. Kobler kämpfte sich weiter und machte in der zweiten Rennhälfte zahlreiche Plätze gut. Spätestens ab Kilometer 90 in Vallorcine war für ihn klar, dass er sich den Zieleinlauf nicht mehr nehmen lassen würde.

Nach 16 Stunden im Ziel

Nach 16 Stunden, 47 Minuten und 7 Sekunden überquerte Kobler schließlich gegen 1.47 Uhr nachts den berühmten blauen Zielbogen in Chamonix. Rund 10.000 Kilokalorien hatte er während des Rennens verbrannt. Trotz der späten Stunde sorgten zahlreiche Zuschauer entlang der Strecke für einen emotionalen Empfang.

Von knapp 2.000 gestarteten Athleten aus 87 Nationen mussten 458 das Rennen vorzeitig beenden. Kobler erreichte den 261. Gesamtrang und Rang 198 bei den Herren.

„Das emotionalste Rennen“

Für den 38-Jährigen spielte die Platzierung am Ende jedoch nur eine untergeordnete Rolle. „Nach über zwölf Jahren Rennerfahrung war das mit Abstand das emotionalste Rennen, das ich bisher erleben durfte“, resümiert der Athlet. „Allein dort am Start zu stehen und zu wissen, was man alles auf sich genommen hat, um überhaupt hierherzukommen, war unbeschreiblich. Und dann nach fast 17 Stunden in der Nacht in Chamonix einzulaufen – das kann man mit keinem meiner bisherigen Rennen vergleichen.“


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