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SCHÄRDING/ST. FLORIAN. Anstatt jeden sein eigenes Süppchen kochen zu lassen, möchten die beiden Bürgermeisterkandidaten aus Schärding und St. Florian, Günter Streicher und Thomas Strauß, lieber zusammen an einem Tisch speisen. Heißt konkret: Die SPÖ-Politiker setzen sich für eine nachbarschaftliche Zusammenarbeit der beiden Gemeinden ein. Von einer Zusammenlegung wollen die beiden aber nicht sprechen. Im Tips-Interview erklären sie ihre Pläne, die Ziele und warum Schärding und St. Florian an einem Strang ziehen sollten.
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Günter Streicher und Thomas Strauß symbolisieren Zusammenarbeit.
Günter Streicher und Thomas Strauß symbolisieren Zusammenarbeit.

Tips: Sie befinden sich ja mitten im Wahlkampf für die Wahl am 27. September. Wie „kämpfen“ Sie um die Gunst der Wähler in Ihren Gemeinden? Fährt jeder seine eigene Schiene oder werden auch da manche Erfahrungen zwischen Schärding und St. Florian ausgetauscht?

Thomas Strauß: Selbstverständlich pflegen wir das ganze Jahr über – und nicht nur im Wahlkampf – regen Gedankenaustausch. Wir haben dazu sogar einen gemeinsamen SPÖ-Stammtisch ins Leben gerufen.

Tips: Was verbindet Sie beide? Abgesehen von der politischen Farbe?

Thomas Strauß und Günter Streicher: Wir sind seit Jahren gute Freunde, verfolgen ähnliche politische Ziele und pflegen einen ähnlichen, sehr bürgernahen Politikstil.

Tips: Vor einigen Wochen war aus den Kreisen der SPÖ Schärding von einer Großregion St. Florian, Schärding, Brunnenthal die Rede. Wie könnte eine solche Großregion aussehen?

Strauß und Streicher: Um eines gleich vorweg ganz klar gesagt zu haben, wir reden nicht über eine Gemeindezusammenlegung. Es geht einzig und allein um eine bessere Zusammenarbeit zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger. Eine intensivere Zusammenarbeit im Verwaltungsbereich – Stichwort Bauhöfe – würde Kosten sparen, Geld, das den Menschen in der Region zugute kommen könnte. Wir sollten an einem Strang ziehen, wenn es heißt das Angebot im Gesundheitsbereich – Stichwort Fachärztemangel und Öffnungszeiten im LKH – zu verbessern. Zudem gilt es Arbeitsplätze zu schaffen, ein Veranstaltungszentrum einzurichten und einfach das Kirchturmdenken aufzuhören. Durch eine Zusammenarbeit könnten unserer Meinung nach mehrere 100.000 Euro gespart werden. Mit diesen könnten wiederum ein gemeinsamer Motorikpark oder Projekte im Bereich Wohnbau realisiert werden. Viele Einrichtungen in beiden Gemeinden werden jetzt schon gemeinsam genutzt. In Schärding ist jedoch in den letzten Jahren nur noch für den Tourismus gearbeitet worden, aber nicht für die Bevölkerung. Das möchten wir ändern. Wenn wir gemeinsam um Projekte ansuchen, haben wir auch größere Chancen, dass sie umgesetzt werden. Außerdem sollten Straßenräumarbeiten oder das Schneiden von Hecken nicht an den Gemeindegrenzen aufhören. Mit vielen kleinen Schritten könnten wir so viel Geld und Ressourcen sparen.

Tips: Was bewegt die Menschen in Ihren Gemeinden? Was liegt Ihnen am Herzen?

Strauß: Bei meinen Hausbesuchen wurde der zunehmende Straßenverkehr mit all seinen negativen Begleiterscheinungen, wie Umweltverschmutzung, überhöhte Geschwindigkeit und die sich daraus ergebende Gefahren, häufig als besonderes Ärgernis genannt. Aber auch die Sorge über stetig steigende Lebenshaltungskosten ist oft Thema bei älteren Menschen, Alleinerziehenden und jungen Familien. Insbesondere die hohen Kosten für das Wohnen machen den Menschen das Leben schwer. Die mit Abstand am häufigsten geäußerten Sorgen und Ängste standen aber im Zusammenhang mit der über Europa hereinbrechenden Flüchtlingsflut.

Streicher: Bei meinen über 1000 Hausbesuchen konnte ich sehr viele gute Gespräche führen. Unter anderem war auch die Mobilität für ältere Menschen ein Thema. Es braucht ein regionales Verkehrskonzept über die Grenzen hinweg. Zum Beispiel die Einführung und den Ausbau des City Busses über die Gemeindegrenzen in alle Ortsteile von St. Florian und Schärding.

Tips: Thema Asyl: Wie stehen Sie zu dem Thema in Ihrer Gemeinde?

Strauß: St. Florian am Inn wird, wie viele andere Gemeinden im Bezirk Schärding auch, einen Beitrag zur Unterbringung der Asylwerber leisten müssen. Allerdings bin ich der Meinung, dass dies sozial verträglich und in Absprache mit der Bevölkerung geschehen muss.

Streicher: In Schärding funktioniert die Unterbringung der Asylwerber im ehemaligen Altersheim sehr gut. Viele Menschen verstehen, wenn man mit ihnen spricht, dass wir Menschlichkeit zeigen, und die vielen ehrenamtlichen Helfer, die sich engagieren, zeigen, dass wir in Schärding unseren Beitrag dazu leisten und die Flüchtlinge gut untergebracht sind.


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