Notarzthubschrauber in Suben ist ab Freitag rund um die Uhr im Einsatz
SUBEN. Ab Freitag, 25. September, ist Oberösterreich erstmals flächendeckend und rund um die Uhr mit einer Notfallversorgung abgedeckt. Der in Suben stationierte Rettungshubschrauber Christophorus Europa 3 wird ab Freitag auch nachts im Einsatz sein. Betrieben wird das grenzüberschreitende Projekt vom ÖAMTC und der deutschen ADAC-Luftrettung.

„Medizinische Notfälle kennen keine Uhrzeit“, sagte Landeshauptmann Thomas Stelzer bei einer Pressekonferenz am Montag. „Mit dem 24-Stunden-Betrieb von Christophorus Europa3 in Suben verbessern wir die Notfallversorgung im Innviertel und im gesamten WestenOberösterreichs ganz konkret. Das bedeutet mehr Sicherheit für die Menschen und ist einwichtiger Schritt für eine starke medizinische Versorgung in unserem Bundesland.“
Landeshauptmann-Stellvertreterin und Gesundheitslandesrätin ChristineHaberlander meinte: „Gerade, weil die moderne Spitzenmedizin zunehmend in spezialisierten Zentren erbracht wird, ist unser Ziel umso klarer: der schnellste Transport zur besten, spezialisierten Hilfe – für alle Menschen, egal in welcher Region in Oberösterreich sie leben. Mit dem Start des 24- Stunden-Betriebs von Christophorus Europa 3 am 25. September hier im Innviertel schaffen wir eine ganz konkrete Verbesserung für die Menschen in Oberösterreich.“
Auch Marco Trefanitz, Geschäftsführer ÖAMTC-Flugrettung, und Frédéric Bruder, Geschäftsführer ADAC-Flugrettung, zeigten sich erfreut über das neue Angebot. Trefanitz: „Gemeinsam mit der ADAC-Luftrettung und mit der Unterstützung unserer Partnerorganisationen schaffen wir als ÖAMTC-Flugrettung damit ein zusätzliches grenzüberschreitendes Sicherheitsnetz und sorgen dafür, dass notärztliche Hilfe aus der Luft künftig rund um die Uhr verfügbar ist.“
Bruder meinte: „Der 24-Stunden-Betrieb von Christophorus Europa 3 stärkt die Notfallversorgung in Bayern und Oberösterreich. Die langjährige Zusammenarbeit in Suben zeigt, wie grenzüberschreitende Luftrettung bedarfsgerecht, effizient und konsequent am Nutzen für unsere Patientinnen und Patienten ausgerichtet werden kann.“
Besonderheit in Europa
Der Rettungshubschrauber in Suben ist einer von nur zwei grenzüberschreitend eingesetzten Rettungshubschraubern in Europa. Durch die Lage an der Grenze zu Bayern bot sich diese Lösung an.
In der Vorbereitung mussten dadurch unterschiedliche rechtliche Voraussetzungen und Finanzierungssysteme ebenso berücksichtigt werden wie besondere Anforderungen an Nachtflüge auf beiden Seiten der Grenze.
Bisher wurde ein großer Teil der Nachteinsätze durch die 24/7-Flugrettungsstandorte in Niederösterreich und der Steiermark übernommen; allerdings lagen im Westen des Bundeslandes einige Gebiete außerhalb von deren 30-Minuten-Radius.
2025 hob der Helikopter von Suben aus zu 1.523 Rettungsflügen im Tagbetrieb ab. Durch den Nachtbetrieb erwartet man knapp 250 zusätzliche Einsätze pro Jahr. Von den bisherigen drei ÖAMTC-Hubschrauberstandorten wurden 2025 insgesamt 898 Nachteinsätze geflogen.
Hohe Anforderungen
Ein 24-Stunden-Betrieb stellt Anforderungen an Personal und Technik, die annähernd einem zusätzlichen Tagesstützpunkt entsprechen. Entsprechend groß ist der zusätzliche Personalbedarf.
Für die Erweiterung wurden zusätzliche Piloten, Flugretter sowie Notärzte benötigt. Die Crews werden speziell für Einsätze während der Nacht ausgebildet und auf die besonderen Anforderungen vorbereitet.
Zu den technischen Voraussetzungen für Nachtflüge gehören unter anderem eine spezielle Innen- und Instrumentenbeleuchtung sowie moderne Hubschraubertechnik. Zum Einsatz kommen Hubschrauber mit Helionix-Cockpit und 4-Achs-Autopilot.
Nicht zuletzt wurde auch die Infrastruktur des Stützpunktes an einen durchgehenden Schichtbetrieb angepasst.
Mehr als zwei Millionen Euro investiert
Die Flugrettung in Oberösterreich ist seit 2012 durch eine Vereinbarung zwischen dem LandOberösterreich und dem Christophorus Flugrettungsverein sowie durch ein Finanzierungsübereinkommen mit der Österreichischen Gesundheitskasse geregelt.
Mit dem Start des 24/7-Betriebs wird diese bestehende Vereinbarung um den Nachtbetrieb am Standort Suben erweitert. Die Erweiterung umfasst sämtliche Bereiche des nächtlichen Flugrettungsdienstes – von der Durchführung der Einsätze über Personal, Infrastruktur undMaterial bis hin zum Notarzthubschrauber selbst.
Kostendeckender Betrieb
Das Land Oberösterreich investiert für diesen Ausbau der Flugrettung jährlich zusätzlich 2,25 Millionen Euro. Die Kooperation mit Bayern, das ein völlig anderes Finanzierungssystem hat, ermöglicht es den Standort kosteneffizient zu betreiben, da auch Beiträge der deutschen Krankenkassen zur Finanzierung des Rettungsstandortes beitragen.
Vom Standort Suben aus liegt ganz Oberösterreich in einem 30-Minuten-Radius. Ein Beispiel: Von Braunau braucht der Helikopter bis zu den spezialisierten Kliniken Wels-Grieskirchen oder Kepler Universitätsklinikum lediglich 20 beziehungsweise 30 Minuten.








Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden