Preis für landwirtschaftliche Dokumentation via Smartphone
WIESELBURG. Farmdok ist eine innovative App, die die Produktionsdokumentation in der Landwirtschaft via Smartphone ermöglicht. Vor Kurzem wurde diese Idee vom RIZ in der Kategorie „Geniale Start-ups“ zum Sieger gekürt. Hinter der Geschäftsidee stehen die Brüder Andreas, Johann und Peter Prankl sowie Franz Heinzlmaier.

Die Idee zur Entwicklung der App stammt aus der Praxis, da alle Gründer aus der Landwirtschaft stammen. Peter Prankl ist Agronom und Lehrer am Francisco Josephinum. Johann Prankl arbeitet in Forschungsprojekten der TU Wien, der BLT Wieselburg und an der Technologieentwicklung bei Farmdok. Andreas Prankl war bis Mitte 2014 als Berater in der Automobilindustrie tätig, bis er sich Vollzeit dem Projekt Farmdok widmete. Franz Heinzlmaier ist Vertriebsmitarbeiter bei einem Industriebetrieb in der Düngemittelbranche und Experte auf dem Gebiet. Gemeinsam mit Peter Prankl bewirtschaftet er den heimischen Betrieb im Nebenerwerb. „Peter machte mich schon vor einigen Jahren darauf aufmerksam, dass hier großer Bedarf besteht und wir einiges besser machen können. Die beiden Landwirte wissen, was in der österreichischen Praxis benötigt wird und stellen uns die notwendigen Informationen für die Entwicklung der Lösung bereit. Außerdem sind sie die ersten Tester. Es gibt zehn weitere Betriebe in Ober- und Niederösterreich, die uns bei der Entwicklung mit Rat und Tat unterstützen“, erzählt Andreas Prankl.
Von der Idee bis hin zur Verwirklichung
Mitte 2014 begann das Team, erste Prototypen zu entwickeln und die Idee zu konkretisieren. Farmdok Pflanzenschutz ist seit dem 19. November 2015 verfügbar, eine kostenfreie Version, die dem Landwirt Pflanzenschutzaufzeichnungen sowie die Erstellung entsprechender Berichte nach gesetzlichen Vorschriften (Cross Compliance) ermöglicht. „In den ersten Monaten haben sich rund 250 Kunden registriert und es kommen täglich neue dazu. Ich denke, dass viele auf Funktionserweiterung der Düngeplanung gewartet haben, weil es ein wesentlicher Bestandteil der Aufzeichnungen am Betrieb einnimmt.“Mit 7. März 2016 wurde Farmdok um die Funktionen „Düngerplanung“ und „Schlagaufzeichnungen“ – vom Anbau bis zur Ernte – erweitert. Um gute betriebliche Entscheidungen unter gesetzlichen Vorschriften treffen zu können, zeichnen Landwirte die Maßnahmen auf, die in der Produktion von Getreide durchgeführt werden. Dies wird durch Farmdok vereinfacht. Mit dem Smartphone wird diese Dokumentationsarbeit vom Schreibtisch wieder auf das Feld verlagert. Die Aufzeichnungen sind aktueller und genauer und der Landwirt erspart sich die Nacharbeit der Dokumentation. Einzigartig an Farmdok ist die Auswertung des GPS-Fahrmusters. Es ermöglicht georeferenzierte Aufzeichnungen und die grafische Verwaltung von Flächen und Kulturen sowie künftig auch die Automatisierung der Aufzeichnung.
Vergleichbare Lösungen
„Alternativen gibt es immer, wie die handschriftliche Aufzeichnung oder Ackerschlagkarteien, von denen es in Österreich zwei bis drei gibt. In Hinblick auf Mobilität und Automatisierung ist unsere Entwicklung einzigartig. Bestehende Anbieter sprechen mit komplexen und kostenintensiven Lösungen vor allem Großbetriebe an“, so Andreas Prankl und ergänzt, „ein wesentlicher Vorteil unseres Geschäftsmodelles ist, dass sich der Preis für die Verwendung an der Betriebsgröße orientiert. So ist es auch für Klein- und Mittelbetriebe leistbar und interessant. Im Einführungsangebot kostet Farmdok jährlich pro Hektar einen Euro.“


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