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RANDEGG. Zahlreiche Funktionäre des Bauernbundbezirks Scheibbs trafen sich am in Randegg zur Bezirkskonferenz. Dabei formulierte der Bauernbund Forderungen zur Sicherung heimischer Höfe und Bewältigung des Klimawandels
 

v.l.: Norbert Totschnig, LJ Bezirksleiterin Julia Plank, Bezirksbäuerin Maria Zulehner, Bezirksobmann Franz Aigner, Gebietsbäuerin Helga Leichtfried, Bezirksbauernkammer-Obmann Anton Krenn, Paul Nemecek (Dir. Stv.)

Bezirksobmann Franz Aigner gab dabei gemeinsam mit den Bäuerinnen und der Landjugend einen Überblick über die Aktivitäten im vergangenen Jahr und die Unterschriftenaktion „Gut zu wissen, wo´s herkommt“ für eine Herkunftskennzeichnung in öffentlichen Einrichtungen.

Als Gastreferent fungierten der Direktor des Österreichischen Bauernbundes Norbert Totschnig, der zum Thema „Aktuelle agrarpolitische Themenstellungen – Auf nationaler und EU-Ebene“ referierte, sowie der Direktorstellvertreter des NÖ Bauernbundes Paul Nemecek, der über die anstehenden personellen Weichenstellungen informierte. Wie bereits berichtet soll mit LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP) im Frühjahr 2019 ein Scheibbser neuer Bauernbund-Obmann werden.   

Dürrehilfe diskutiert

Das bestimmende Diskussionsthema war dabei die Dürresituation des heurigen Jahres mit all seinen Folgen. „Die heißesten 15 Jahre in der Geschichte der Wetteraufzeichnung waren in den letzten 16 Jahren“, berichtete Kammerobmann Anton Krenn zur besorgniserregenden Entwicklung.

Die ÖVP/FPÖ-Regierung beschloss dazu eine Dürrehilfe für die Land- und Forstwirtschaft. Diese besteht unter anderem aus einer Versicherungsprämienunterstützung sowie einer Null-Prozent-Kreditaktion und Direktzahlungen. Diese Direktzahlungen wurden von den über 100 Teilnehmern der Konferenz heiß diskutiert, da nicht alle Betriebe im Bezirk einen Anspruch auf diese Maßnahme des Bundes haben. Das Land Niederösterreich hat darauf bereits reagiert und für besonders hart betroffene Betriebe eine zusätzliche Unterstützungsmaßnahme ausgearbeitet, welche in Absprache mit der Bezirksbauernkammer in Anspruch genommen werden kann. Ebenfalls wurde auch der vom Land Oberösterreich eingeschlagene Weg einer Änderung der Parameter, nach welchen die Dürrehilfe berechnet wird, diskutiert. Eine solche Änderung hätte nach Berechnungen der Landwirtschaftskammer allerdings keinen Einfluss auf die Betriebe im Bezirk Scheibbs. 

Thematisiert wurden außerdem die Auswirkungen des Klimawandels in Form des Borkenkäfers: Dieser Schädling stellte die Bäuerinnen und Bauern in diesem Jahr vor zusätzlichen Herausforderungen.

Faire Handelspraktiken und Kennzeichnung verarbeiteter Lebensmittel

„Wir arbeiten sieben Tage die Woche hart dafür, dass die Konsumenten dreimal täglich hochqualitative, heimische Lebensmittel auf den Tisch bekommen“, stellte Bezirksbäuerin Maria Zulehner fest und forderte: „Die Zukunft unserer bäuerlichen Familienbetriebe kann nur durch Sicherstellung eines gerechten Anteils an der Lebensmittel-Wertschöpfungskette und Abstellen der unfairen Handelspraktiken gesichert werden.“ 

Daran knüpfte Totschnig in seinen Ausführungen an. „Wir wollen überall dort, wo der Konsument, die Konsumentin nicht selbst die Wahl der Lebensmittelherkunft hat, klare Verhältnisse schaffen: Wenn für Großküchen oder Kantinen in Schulen, Pflegeheimen oder Kindergärten eingekauft wird, soll die Herkunft von Fleisch und Eiern klar ausgeschildert werden“, hielt Totschnig fest. Die Herkunftskennzeichnung von Lebensmitteln in öffentlichen Einrichtungen wird in Niederösterreich bereits vorgelebt, auch der Bund soll diesem Beispiel folgen. Dazu liegt eine Petition auf, diese kann man auch online unter www.gutzuwissen.co.at unterschreiben.

Emotionaler Abschluss 

Für einen emotionalen Abschluss der Konferenz sorgte Bezirksbauernkammersekretär DI Johann Hell. Er kündigte nach 35 Jahren in dieser Funktion seinen pensionsbedingten Ausstieg an. Seine Tätigkeit wurde mit langem Applaus gewürdigt.


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