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Familien-Akademie: Projekt Elternhaltestelle soll Chaos vor den Schulen entgegenwirken

Leserartikel Carina Kerbl, BSc MSSc, 19.09.2017 19:38

SCHLIERBACH. Immer weniger Kinder gehen zu Fuß in die Schule. Fast jedes vierte Kind wird mit dem Auto in die Schule transportiert. Das bedeutet Verkehrschaos vor der Schule und Hektik, Gefährdung der zu Fuß gehenden Kinder durch die Elterntaxis, die alltägliche Bewegung, der Erwerb von Verkehrskompetenzen und Selbstständigkeit kommen zu kurz.

Das Team der SPES-Familienakademie Elisabeth Kumpl-Frommel, Birgit Appelt und Denise Prellinger (v.l.) präsentieren voller Stolz das Projekt „Elternhaltestelle“ mit der Tafel für die Kennzeichnung des Ortes für die Haltestelle. Foto: Carina Kerbl

Die beiden Projektmanagerinnen Elisabeth Kumpl-Frommel udn Birgit Appelt sowie die Projektmitarbeiterin Denise Prellinger von der Abteilung Familienakademie der SPES-Zukunftsakadmie haben vor einiger Zeit ein Projekt ins Leben gerufen: „sucger bewegt - Elternhaltestelle“. Das Projekt „sicher bewegt-Elternhaltestelle“ der SPES Familien-Akademie hat das Ziel das hohe Verkehrsaufkommen vor der Schule zu reduzieren, die Schulwege sicherer zu machen, Elternhaltestellen idealerweise in gewissem Abstand zur Schule zu errichten und somit die Alltagsbewegung der Kinder zu fördern.

Bereits drei Gemeinden im Bezirk haben eine Elternhaltestelle

Im Bezirk haben bereits Inzersdorf, Kirchdorf und Micheldorf das Projekt umgesetzt. Kirchdorf und Micheldorf haben mit Schulstart erste Elternhaltestellen errichtet. In Kirchdorf wird mit einem Schulneubau oder –umbau eine neue Elternhaltestelle miteingeplant und in Micheldorf sind auch noch weitere Haltestellen in Planung.Zur Projektgeschichte“Sicher bewegt – Elternhaltestelle“ wurde 2013 mit Unterstützung des Fonds Gesundes Österreich, des OÖ Familienreferats und der Abteilung Gesundheit des Landes OÖ als multiplizierbares Modell entwickelt. Seither begleitet die Familienakademie über dreißig Gemeinden bei der Umsetzung des Projekts im Auftrag des OÖ Familienreferats und mit Unterstützung der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA).

Ablauf des Projektes

Eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der Gemeinde, der Volksschule und der Eltern legt sichere Schulwege fest, identifiziert Gefahrenstellen und sucht geeignete Standorte für die Elternhaltestellen. Bei diesen Elternhaltestellen treffen sich die Kinder, um gemeinsam in die Schule zu gehen. Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen, sollen die Kinder spätestens an den Elternhaltestellen aussteigen lassen. Damit soll die Bewegung der Kinder gefördert, zugleich aber auch das Verkehrschaos vor der Volksschule reduziert werden. In einigen Gemeinden werden die Kinder von ehrenamtlichen Schulwegbegleiter begleitet oder von Lotsen sicher über gefährliche Straßen gebracht. Zusätzlich plant die Arbeitsgruppe Maßnahmen für die Information und Überzeugung der Eltern sowie der Bevölkerung. Gleichsam werden Anreize für die Kinder geschaffen. Die im Projekt gewonnenen Erfahrungen werden von SPES Familien-Akademie in einem Leitfaden zusammengefasst und für interessierte Gemeinden und Schulen online zugänglich gemacht.

Nutzen des Projekts

Das Projekt zielt darauf ab, Kinder zu bestärken gemeinsam zur Schule zu gehen. Die Kinder gehen gerne zu Fuß in die Schule, wenn sie in der Gruppe unterwegs sind, Wohlbefinden und Spaß empfinden. Zusätzlicher Anreiz ist die Aussicht auf ein Pickerl im „sicher bewegt – Sammelpass“ oder die Teilnahme bei der Sammlung von Klimameilen. Verunsicherung und Ängstlichkeit führen oft zu einer Überbehütung der Kinder. Verbauung und erhöhtes Verkehrsaufkommen reduzieren darüber hinaus die Bewegungsräume der Kinder. Hauptfokus liegt jedoch auf der Überzeugung der Eltern, dass der Schulweg für Kinder ein wunderbarer Ort der Selbstwirksamkeit und ein großer Erfahrungsschatz sein kann.

Förderungen

Das OÖ Familienreferat fördert auch heuer wieder oö. Gemeinden, die das Projekt „sicher bewegt“ mit der SPES Familien-Akademie umsetzen möchten. Die Prozessbegleitung, die Tafeln, Sammelpässe für die Kinder, Infofolder, etc werden den Gemeinden und Volksschulen kostenlos zur Verfügung gestellt.

Weiter Infos unter: www.spes.co.at/sicherbewegt oder bei Projektmanagerin Birgit Appelt von der Familien-Akademie unter 07582/82123-70.


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