Traktor-Demo in Schlüßlberg und Alkoven: Landwirte fordern faire Preise von den Handelsriesen

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Sabrina Lang Sabrina Lang, Tips Redaktion, 26.02.2020 22:10 Uhr

SCHLÜSSLBERG/ALKOVEN. Billig Importe und Schleuderpreise für heimische Produkte - den Bauern reicht's. Mit einer Traktor-Demo vor den Spar Filialen in Schlüßlberg und Alkoven will man von der Handelskette Spar ordentliche Preise verlangen.

Mit 60 Traktoren platzierten sich, organisiert vom Bauernbund, mehr als 100 Landwirte vor der Spar-Filiale in Schlüßlberg um für faire Preise zu demonstrieren und den „chronischen“ Aktionismus zu stoppen. In Alkoven versammelten sich ebenfalls ca. 100 Bauern mit 30 Traktoren. „Wir wollen einen Zeichen setzen gegen die Dumping- und Schleuderpreis-Politik, denn Spar ist die Speerspitze, was die unfähre Preispolitik betrifft“, erklärt der Grieskirchner Bauernbund-Bezirksobmann Martin Dammayr und sein Kollege aus Eferding, Ludwig Schurm, führt weiter aus:  „Wir stehen heute vor den Spar-Filialen, weil sich gerade Spar Österreich trotz unserer Bemühungen dem Vernehmen nach bei den Verhandlungen im Milchsektor gegen die Bauernfamilien entschieden hat und sich sogar [...] mehr Dankbarkeit seitens der Bauern erwartet“. 

„Bauernfleiß braucht fairen Preis“

Auf den Traktoren wurden Schilder montiert, die die Anliegen der Landwirte begreiflich machen sollen: „Bauernfleiß braucht fairen Preis“ oder „Eines sollt ihr nie vergessen, ohne Bauern kein Essen“ war hier zu lesen. „Mehr Leistung und mehr Fleiß für weniger Geld geht sich nicht aus. Das bekommen wir Bauern und jetzt auch die lebensmittelverarbeitenden Unternehmen zu spüren. Wir fordern deshalb einen Stopp dieser permanenten Aktionitis bei heimischen Lebensmitteln“, betont Schurm

Spar: „Falsches Gerücht“

Von Seiten Spar heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme: „Als Handelsunternehmen ist es die Aufgabe von Spar, sowohl für die Molkereien (und damit indirekt für die Bauern) als auch für die Konsumenten einen angemessenen Preis zu verhandeln. Das geschieht derzeit. Leider hat sich in der Bauernschaft das falsche Gerücht verbreitet, dass die Preisgespräche abgebrochen worden seien. Das ist falsch! Richtig ist, dass Spar nach wie vor in Verhandlungen mit den Molkereien ist. Wir sind sicher, dass wir diese Verhandlungen mit den Molkereien auch zu einem positiven Abschluss bringen werden“. Für viele Produkte bezahle Spar der Landwirtschaft bereits heute freiwillige Zuschläge, besonders für bestimmte Qualitätsprojekte, wie zum Beispiel für Heumilch, für Wiesenmilch, für Bio-Bergbauernmilch.

Forderungsschreiben übergeben

Vor der Sparmarkt-Filiale in Schlüßlberg übergaben die demonstrierenden Bauern ein Schreiben mit ihren Anliegen und Forderungen an den Filialleiter.  „Es ist ein großes Signal, weil so viele Landwirte mitgemacht haben. Wir hoffen, dass doch am anderen Ende der Kette der Lebensmittelversorgung mitgezogen wird“, erklärt Dammayr.

 

 

 

 

 

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