Klimt total: Original, Installation und der weltweit erste Klimt-Garten

Wolfgang Macherhammer Wolfgang Macherhammer, Tips Redaktion, 25.06.2019 08:40 Uhr

SCHÖRFLING. Die Klimt-Foundation widmet Gustav Klimt, dem Künstler des „ewigen Blühens“, heuer die Schau „Florale Welten – Blühender Jugendstil“ im Klimt-Zentrum in Kammer. 

Seit vergangenen Freitag widmet sich die von der Klimt-Foundation kuratierte Sonderschau „Florale Welten – Blühender Jugendstil“ der Naturverbundenheit des Künstlers und dem Phänomen Jugendstil in Wien um 1900.

Original „Litzlbergkeller“ im Klimt-Zentrum

Seit der Eröffnung des Gustav-Klimt-Zentrums im Juli 2012 ist nun wieder – bereits in der achten Saison – ein hochkarätiges Meisterwerk des berühmten Jugendstilkünstlers am Attersee zu Gast. Die stimmungsvolle Landschaft „Litzlbergkeller“ war im Erstbesitz der Klimt-Sammler Otto und Eugenia Primavesi und ist seit 2018 eine Dauerleihgabe aus Privatbesitz im Wiener Leopold Museum und bereichert dort die von Direktor Hans-Peter Wipplinger gestaltete Dauerausstellung „Wien 1900. Aufbruch in die Moderne“. Nun, nach über 100 Jahren, kehrt sie für kurze Zeit – bis 14. Juli 2019 – an den genius loci zurück. Das ursprünglich von der Brauerei Litzlberg als Lagerkeller errichtete Gebäude war zu Klimts Zeit eine beliebte Jausenstation und ist heute ein traditionsreiches Restaurant. Im Gemälde ist das Haus zweidimensional in die Bildmitte gesetzt und versinkt, hell-weiß leuchtend und vom See isoliert, im nuancenreichen Grün-Blau der Baumlandschaft. Lediglich die rosa blühenden Heckenrosen am Seeufer durchbrechen die blau-grüne Farbpalette. Bis 28. Juli 2019 ist auch die Virtual Reality Installation „Klimt“s Magic Garden„ im Klimt-Zentrum zu sehen. Der Digitalkünstler Frederick Baker reinszeniert die im MAK – Museum für angewandte Kunst erhaltenen Entwurfszeichnungen von Klimts Mosaikfries im Brüsseler Palais Stoclet und mixt Klimts Flächengestaltung mit den Möglichkeiten des virtuellen Raums zu einem neuartigen Zusammenspiel von Zwei- und Dreidimensionalität. Gustav Klimt arbeitete zwischen 1908 und 1910 während seiner Sommeraufenthalte am Attersee an den Entwürfen, die bereits 2012 von MAK-Direktor Christoph Thun-Hohenstein exklusiv als hochwertige 1:1-Reproduktionen für das Klimt-Zentrum zur Verfügung gestellt worden sind.

Erster Gustav-Klimt-Garten weltweit am Attersee zu bestaunen

Klimt, der “Künstler des ewigen Blühens„, wie ihn Kunstkritiker Ludwig Hevesi bezeichnete, benötigte optimale Wetterbedingungen und ein von farbenfrohen Blumen geprägtes Umfeld. Das verschönerte ihm den Tag und schenkte ihm Motivation. Die sommerliche Umgebung samt See wird zu seinem Malmotiv. Eine bunte Mixtur unterschiedlicher Frühlings- und Sommerblumen durchzieht seine Gemälde, auch wenn sie – botanisch betrachtet – kaum zur selben Zeit blühen: Sonnenblumen, Dahlien, Glockenblumen, Astern, Malven, Ringelblumen, Petunien, Margeriten, Nelken, Rosen, Lavendel, Kamille, Mohnblumen, Arnika und andere mehr. Pünktlich zu Sommerbeginn am 21. Juni wurde der rund 100 Quadratmeter große Gustav-Klimt-Garten vor dem Klimt-Zentrum in Anwesenheit von Landeshauptmann Thomas Stelzer sowie Vertretern der beteiligten Projektinitiativen (Klimt-Foundation, Verein Klimt am Attersee, Tourismusverband Attersee-Attergau, Marktgemeinde Schörfling) eröffnet. Die Anlage ist von Klimts gemalten Gartenbildern inspiriert und wurde 2018 vom Bundesministerium für Tourismus und Nachhaltigkeit als eines von sechs touristischen Leuchtturmprojekten in Österreich nominiert und gefördert.

Jungdesigner Philipp Brunner präsentierte am Eröffnungstag seine Ready to Wear Denim-Kollektion als Hommage an Gustav Klimt und Emilie Flöge. Die Outfits der Kollektion Gustav mit Modellen namens Secession, Stoclet, Adele, Judith und Emilie sind von Klimts Kunst inspiriert.

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