Der Garten Eden im Waldviertel
SCHREMS. „Garten Eden“ ist der Titel der Jahresausstellung 2017 im Kunstmuseum Waldviertel. Die Bilderpräsentation in Memoriam Makis Warlamis zeigt Werke aus unterschiedlichen Schaffensperioden und Zyklen des außergewöhnlichen Malers. Immer geht es dabei um paradiesische Themen.
von ERICH SCHACHERL

„Wenn ich durch die kleinen Waldviertler Fenster schaue, fühle ich mich dem Paradies ganz nahe“, hat Makis Warlamis einmal gesagt. Im ersten Raum der aktuell im Kunstmuseum Schrems präsentierten Jahresausstellung „Garten Eden“, gleich rechts, ist dieses Zitat des Malers und Künstlers Makis Warlamis zu lesen. Daneben ein wunderbares Bild aus dem Jahr 2009 mit dem Titel „Waldviertel“.
Griechenland und Waldviertel
Seine Wahlheimat, das Waldviertel, hat er geliebt wie seine Geburtsheimat Griechenland, der unter dem Titel „Arkadien“ auch einige Bilder der Schau gewidmet sind. 30 Jahre hat er in Schrems gelebt und gearbeitet. Ende 2016 ist Makis Warlamis gestorben. Die Jahresausstellung ist ihm gewidmet, „es ist auch eine Art Gedächtnisausstellung für ihn geworden“, erläutert Kurator Bernhard Antoni.
Glückliche Räume
Von einem „glücklichen Raum“ geht es zum anderen. „Vielleicht habe ich immer nur das Paradies gemalt“, wird Warlamis beim Eingang zum zweiten Ausstellungsraum im Parterre zitiert.“Gleich ob Pflanzen, Blumen, Bäume, Landschaften und Menschen, immer habe ich das Verbindende, die Schönheit, das Befriedende und Fröhliche gesucht......Glückliche Räume sind für mich das Paradies auf Erden“. Das ist zu spüren. In jedem einzelnen Bild, das gezeigt wird, in jedem Raum. Es ist, als würde die den Bildern innewohnende Kraft und Energie, die Makis Warlamis mit Pinsel, Farbe und anderen Arbeitsutensilien im kreativen Prozess des Erschaffens hinein gemalt hat, beim Betrachten wieder herauskommen und in den Betrachter fließen. Auch wenn Warlamis nicht mehr persönlich durch die Ausstellungsräume geht, seine Energie, sein Geist sind immer noch da, spürbar und sichtbar. Die faszinierende Welt der Pflanzen, von Sporen und Samen bis hin zu Blumen hat der spirituelle Künstler auf Leinwänden verewigt.
Paradiesblumen
„Blumen sind Urbilder der Schönheit....Es drängt mich immer wieder, Blumen zu malen. Sie sind für mich wie ein Wunder....Die Zeit, die ich beim Malen mit ihnen verbringe, ist für mich einem Gebet gleich. Blumen lehren mich demütig zu sein, zu staunen und das Wunder der Schöpfung zu preisen“, informiert eine weitere Tafel über die gedanklichen und emotionellen Hintergründe des Künstlers, die zur Schaffung der Blumenbilder geführt haben. Die Werke sprechen für sich, egal ob es die Rosenbilder, die Sporen und Samen, Junges Grün oder die fantastischen Paradiesblumen sind.
Kapelle des Friedens
Stiller und fast schon magisch wirkender Höhepunkt der Ausstellung ist die Kapelle des Friedens, in der großformatige Drucke von Bildern in Originalgröße präsentiert werden. „Meine Bilder sind wie heitere Mysterienbilder. In ihnen ist keine Spur von Angst. Menschen und Himmelswesen vermischen sich in ein zwangloses Miteinander“, hat Warlamis diese Werke beschrieben. Es empfiehlt sich, in dem kleinen Raum Platz zu nehmen und still zu betrachten.
Badende im Blumenmeer
Ein witziger Teil der Jahresausstellung ist der Garten der Freude, in dem Heide Warlamis die Installation „Badende im Blumenmeer“ aus Keramik und Holz präsentiert. Dazu hat Makis Bilder mit Figuren geschaffen, die er Idole nennt.
Mozarts Musik
Die vier größten Gemälde, die im ersten Stock des Kunstmuseums zu sehen sind, gehören zum Zyklus „Le jardin mystique“ (der mystische Garten) und sind zur Musik vom W. A. Mozart entstanden. Warlamis: „Mozart ist für mich eine unversiegbare Quelle der Inspiration. Mozart hat mit seiner Musik die Zeit überwunden, eine göttliche Substanz geschaffen. Ich habe versucht, das Mysterium seiner Musik in Malerei umzusetzen“.
„Die Ausstellung spiegelt das Lebensprinzip von Makis Warlamis wider“, erklärt Bernhard Antoni. Es ist eine fröhliche, optimistische und positive Ausstellung geworden“, ergänzt er. Sie zu besuchen, lohnt sich. Zeit dazu ist noch bis Jänner 2018.
Kunstmuseum Waldviertel
Mühlgasse 7a, 3943 Schrems
Tel: 02853/72 888-0
http://www.daskunstmuseum.at


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