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SCHREMS. Das Naturparkzentrum UnterWasserReich kann sich wieder über pelzigen Zuwachs freuen. Es handelt sich um ein verwaistes Fischotterkind aus der freien Wildbahn, das verlassen und weinend aufgefunden und danach von der Tierrettung ins Tierheim gebracht wurde.

  1 / 3   Als Teil der Nahrungskette ist der süße Gottfried als Wassermarder fester Bestandteil im heimischen Ökosystem. Fotos: UnterWasserReich

Der Vierbeiner wurde auf den Namen „Gottfried“ getauft. Ersatzmama Tamara Binder kümmerte sich liebevoll um das Otterkind und suchte nach einem Platz für die artgerechte Dauerhaltung des Fischotters. Fündig wurde sie beim UnterWasserReich, das in Sachen Fischotter seit vielen Jahren Kompetenzzentrum in der Aufzucht und Haltung ist. Rasch gewöhnte sich das etwa sechs Monate alte Ottermännchen an sein vorläufiges Gehege und seine neuen „Tanten“ Tierpflegerin Marion Weixelbraun und Geschäftsführerin/Zoologische Leiterin Barbara Dolak. Als marderartiges Tier bewies er seine Lernfähigkeit und eignete sich bereits innerhalb weniger Tage Fähigkeiten an, die ihn als echten Fischotter ausweisen – das Schwimmen (das Otter tatsächlich nicht von Geburt an können), Tauchen und Klettern gehören nun zu seinen Lieblingsbeschäftigungen.

Gezähmt für die freie Wildbahn nicht mehr geeignet

Tatsächlich können handaufgezogene Otter nicht einfach wieder ausgewildert werden, da sie eine sehr innige Bindung zum Menschen eingehen und daher in freier Wildbahn unnatürlicherweise Kontakt mit solchen suchen. Außerdem müssen junge Fischotter die typischen Jagdstrategien von ihrer Mutter lernen. Diese mangelhaften Fähigkeiten durch die Handaufzucht können ihnen beim Entlassen in die Natur zum Verhängnis werden.Seit der Eröffnung im Jahr 2006 übernahm das UnterWasserReich ausschließlich verwaiste Jungotter zur Aufzucht oder Dauerhaltung. Tiere, die nicht dauerhaft behalten werden konnten, wurden an Zoos, Wild- und Tierparks vermittelt.

„Heißes Thema“ Fischotter

Als Naturparkzentrum bildet das UnterWasserReich eine Institution für Schutz, Bildung, Erholung und Regionalentwicklung und stellt sich auch dem „heißen Thema Fischotter“ durch das Vermitteln sachlicher Informationen. Als Beutegreifer ist der Fischotter in der Teichwirtschaft und bei Fließgewässerbewirtschaftern häufig wenig beliebt. „Mit unseren Schwerpunktthemen Teiche und Moore des Waldviertels vermitteln wir Inhalte über Natur- und Kulturlandschaften, die im Waldviertel eine prägende Rolle spielen. Die Teiche, die seit Jahrhunderten das Leben hier mitformen, sind angelegte Feucht-Lebensräume, die eine wirtschaftliche und ökologische Rolle spielen. Insofern sehen wir uns auch als Plattform, die Diskussion und Perspektivenwechsel zulässt und anregt. Die aktuell laufende Sonderausstellung zum Thema ,Fischotter“ hat gezeigt, dass gegenseitiges Verständnis oft erreicht werden kann, wenn andere Blickwinkel erfahrbar gemacht werden“, so Barbara Dolak.

Gottfried wird sich jedenfalls nicht an einem der etwa 1.800 Teiche im Waldviertel bedienen, bleibt er doch dauerhaft im UnterWasserReich. „Wir geben dem Kleinen jetzt die Zeit, die er braucht, um sich im Aufzuchtgehege soweit zu entwickeln, bis wir eine Vergesellschaftung mit der neunjährigen Otterdame Luca anstreben“, erzählt Tierpflegerin Marion Weixelbraun. „Ab sofort kann man Gottfried besuchen. Er ist noch etwas schüchtern, aber gleichzeitig sehr neugierig und an Besuchern interessiert. Bis einschließlich 27. Oktober ist das UnterWasserReich täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet“, ergänzt Geschäftsführerin Christiane Mader.<


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