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BÖHMERWALD. 60 bis 80 Luchse leben derzeit im Böhmerwald; in einem Gebiet, das sich von der Oberpfalz bis in die Wachau erstreckt. Zwar hat Österreich den kleinsten Anteil, aber der Luchs wird hier akzeptiert. „Die Jägerschaft lebt mit dem Luchs immer friedfertiger miteinander“, sagt Bezirksjägermeister Hieronymus Spannocchi.
 

Auf leisen Sohlen und sehr langsam kehrt der Luchs zurück in den Böhmerwald. Foto: Gahleitner
Auf leisen Sohlen und sehr langsam kehrt der Luchs zurück in den Böhmerwald. Foto: Gahleitner

Er könne natürlich nicht für alle 800 Jäger sprechen, aber vor allem im Böhmerwald akzeptiert eine breite Mehrheit den Luchs. „Die Jäger wissen, dass er hier seine Lebensberechtigung hat“, betont Spannocchi. Das Rehwild stirbt zwar nicht aus wegen der Wildkatze, ändert aber sein Verhalten. „Auf den Fotofallen sieht man, dass das Rehwild nicht mehr in den Dämmerungsstunden zum Äsen kommt, sondern sich am helllichten Tag bewegt - aus Vorsicht vor dem Luchs. Darauf müssen wir uns einstellen. Denn sonst bekommen wir Probleme mit der Abschussplan-Erfüllung.“ Für den Bezirksjägermeister stellt sich auch die Frage, welche Dichte man haben möchte.

Luchsinnen haben es schwer

Denn die 60 bis 80 Luchse im Böhmerwald sind zu wenig für ein langfristiges Überleben, weiß Biologe Thomas Engleder, der sich für den Artenschutz in der Dreiländerregion einsetzt. „Vor allem auf österreichischer Seite gelingt es nicht, dass sich Weibchen dauerhaft etablieren und Junge erfolgreich großziehen. Wir haben regelmäßig verwaiste Jungluchse, die praktisch immer tot enden, weil deren Luchsmütter zu Tode gekommen sind und sie nicht mehr versorgen können“, zeigt der Haslacher auf. Gute Reproduktionen gelingen derzeit nur in den großen Schutzgebieten  im Nationalpark Bayerischer Wald und Sumava. Anhand der Fotofallen sieht man, dass Luchse, die im Bayerischen Wald geboren wurden, irgendwann als jugendliche Luchse im Mühlviertel auftauchen, hier ein paar Monate bleiben und dann wieder weiterwandern.

Luchs Ludek ist ein gutes Beispiel: Er hat es von Sumava bis in den Kürnberger Wald geschafft. „Luchsinnen mit Jungen brauchen wir, damit die Tiere langfristig im Böhmerwald und rundherum überleben können. Dazu mehr Akzeptanz und eine strenge Verfolgung von Übeltätern, die Luchse töten“, ergänzt Thomas Engleder.


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