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BEZIRK ROHRBACH. Dass die Nacht dunkel ist, ist in vielen Regionen Österreichs gar nicht mehr wahr. Die sogenannte „Lichtverschmutzung“ wird immer größer und darunter leiden nicht nur viele Tiere, sondern auch der Mensch. Der Böhmerwald ist eines der wenigen Gebiete in Oberösterreich, die noch finster genug sind, um ein sogenanntes Dunkelheits-Reservat dort zu schaffen.

Wo es nachts noch besonders dunkel ist, sollen Schutzzonen entstehen. Foto: Weihbold
Wo es nachts noch besonders dunkel ist, sollen Schutzzonen entstehen. Foto: Weihbold

Bei einem Forschungsprojekt der Universität Wien und des Landes Oberösterreich wurden jene Regionen ausgemacht, in denen ein sogenanntes Dunkelheitsreservat (Dark Sky Reserve) möglich wäre. „Das Obere Mühlviertel und hier vor allem die Gemeinden Schwarzenberg, Klaffer, Ulrichsberg und Aigen-Schlägl wären für so ein Reservat prädestiniert“, erklärt Theresa Wiederseder von der Abteilung Umwelt des Landes Oberösterreich.

Bürgermeister werden eingeladen

Das Projekt steht aber noch völlig am Anfang: „Wir haben bis jetzt erhoben, wo so etwas möglich wäre. Im nächsten Schritt werden die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden zu einer Besprechung eingeladen, in der sie über das Projekt informiert werden“, erklärt Wiederseder.

Strenge Kriterien

Auch im Süden Oberösterreichs gibt es noch einige Flecken, die die strengen Voraussetzungen für solch ein Reservat erfüllen würden. Dabei gibt es für die Errichtung von Schutzgebieten mehrere Optionen, da es verschiedene „Klassen“ gibt, die die IDA (International Dark Sky Association) zertifiziert. Voraussetzung wäre unter anderem ein regelmäßiges Messprogramm für den Nachthimmelszustand. Ein Vorteil ist, dass es bereits ein bestehendes Landesmessnetz gibt, das Oberösterreich als erstes Bundesland installiert hat. Weiters müsste ein Leuchtenkatalog für die betroffenen Gebiete erstellt und umweltfreundliche Beleuchtung dort umgesetzt werden. Nicht zuletzt würde ein Parkamanagements-, Veranstaltungs- und Bildungsplan erstellt und entsprechende Programme verankert.

Kongress in Linz

Europaweit wird Lichtverschmutzung Thema eines Umweltkongresses, der am 25 September an der Bruckneruniversität in Linz mit dem Titel „G“scheites Licht für eine naturnahe Nacht“ stattfindet. Das Land Oberösterreich ist überzeugt: Die herausragende natürliche Ressource eines naturbelassenenen Nachthimmels bietet eine große Chance als touristische Attraktion und gilt es zu bewahren.

Die Lebensweise des modernen Menschen bringt tags zu wenig und nachts zu viel Licht. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen deutlich, dass Kunstlicht in falscher Qualität und Intensität zur falschen Zeit am falschen Ort gravierende Schattenseiten haben kann. Die Lebensbedingungen vieler Tiere und Pflanzen haben sich dadurch verändert. Auch der Tag-Nacht-Rhythmus des Menschen ist aus dem Lot geraten, was zahlreiche Gesundheitsstörungen zur Folge hat.


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