Wichtiger Schritt an der Grenze ist gesetzt - weitere müssen für die heimische Wirtschaft folgen
BEZIRK ROHRBACH. Mit heutigem Mittwoch wurden genau zwei Monate nach dem Corona-Lockdown weitere Grenzen geöffnet - allerdings gelten die Einschränkungen bei einem Übertritt weiterhin. Ab 15. Juni soll wieder komplette Reisefreiheit zwischen Österreich und Deutschland herrschen.

Neben dem Grenzübergang Kollerschlag-Wegscheid steht im Bezirk Rohrbach jetzt auch jener in Breitenberg-Hinteranger/Vorderanger von 7 bis 20 Uhr für den eingeschränkten Grenzübertritt offen. Die Übergänge in Hinterschiffl-Kohlstadt und Schwarzenberg-Lackenhäuser sind nur für Land- und Forstwirte geöffnet, ebenfalls begrenzt von 7 bis 20 Uhr. Die allgemein geltenden Bestimmungen für die Einreise nach Österreich bleiben aber an allen Grenzübergängen aufrecht.
Ausnahmeregelungen sind nötig
Die Rohrbacher Wirtschaft freut sich über diese schrittweise Herstellung der Reisefreiheit. Allerdings müssten bis zur vollständigen Grenzöffnung am 15. Juni noch rasch Maßnahmen gesetzt werden: „Wir haben in den vergangenen Wochen eindringlich die Öffnung weiterer Grenzübergänge gefordert und auf spezielle Situationen an den diversen Grenzübergängen hingewiesen. Leider sind noch einige Punkte offen und es braucht an den derzeit noch geschlossenen Grenzen umgehend Ausnahmeregelungen für besonders betroffene Betriebe“, betont Wirtschaftskammer-Bezirksobmann Andreas Höllinger. Er hat sich heute Früh gemeinsam mit WK-Leiter Klaus Grad, den Landtagsabgeordneten Georg Ecker und Gertraud Scheiblberger und ÖVP-Bezirksgeschäftsführer Michael Gierlinger ein Bild von der neuen Situation in Breitenberg gemacht, wo es teilweise noch etwas turbulent zuging.
Umsatzrückgänge drohen
Eine von der WKO Rohrbach aktuell durchgeführt Umfrage unter Betrieben in den Grenzgemeinden über die Auswirkungen der geschlossenen Grenzen ergibt eine klares Bild über die zunehmend negativen Konsequenzen. „Mehr als 90 Prozent der befragten Betriebe sehen sich durch die Grenzschließungen beeinträchtigt bis stark beeinträchtigt“, erläutert WK-Leiter Grad die Ergebnisse. Die dadurch erwarteten Umsatzrückgänge liegen von 10 Prozent bis weit über 50 Prozent. Mehr als die Hälfte der Unternehmen gaben an, dass bei länger anhaltender Sperre ein Mitarbeiterabbau droht, ein Drittel rechnet mit notwendigen Sortimentseinschränkungen. „Ein besonderes Problem ist, dass viele Mitarbeiter aus der Nachbarregion große Umwege zu ihrem Arbeitsplatz in Kauf nehmen müssen“, nennt Grad ein zentrales Problem der Betriebe, „immerhin befinden sich beide Grenzregionen in intensiven Arbeits- und Geschäftsbeziehungen, die im März abrupt unterbrochen wurden.“


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